Sieniawa

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Sieniawa
Wappen von Sieniawa
Sieniawa (Polen)
Sieniawa
Sieniawa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Karpatenvorland
Landkreis: Przeworsk
Fläche: 6,76 km²
Geographische Lage: 50° 10′ N, 22° 36′ O50.16666666666722.6Koordinaten: 50° 10′ 0″ N, 22° 36′ 0″ O
Einwohner: 2171
(30. Jun. 2012)[1]
Postleitzahl: 37-530
Telefonvorwahl: (+48) 16
Kfz-Kennzeichen: RPZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: PrzeworskLubaczów
Nächster int. Flughafen: Flughafen Rzeszów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Fläche: 127,3 km²
Einwohner: 7023
(30. Jun. 2012)[2]
Bevölkerungsdichte: 55 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1814073
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Adam Woś
Adresse: Rynek 1
37-530 Sieniawa
Webpräsenz: www.sieniawa.pl

Sieniawa ist eine polnische Stadt in der Wojewodschaft Karpatenvorland, Powiat Przeworski im Talkessel von Sandomierz am San gelegen mit etwa 2.000 Einwohnern. Es ist außerdem Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde. Die Geschichte des Ortes ist eng verbunden mit dem Adelsgeschlecht der Czartoryski.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Auf dem Boden des Dorfes Dybków gründete im Jahr 1676 der Woiwode von Wolhynien und Feldhetman der Krone Mikołaj Hieronim Sieniawski, einer der reichsten Männer der polnisch-litauischen Rzeczpospolita, eine Stadt. Gleichzeitig wurde mit dem Bau des Schlosses, der Anlage von Park und Hafen sowie von Speicherhäusern für den Handel begonnen. Die Stadt wurde mit Befestigungsanlagen gegen die Bedrohungen aus dem Osten, insbesondere die Tataren, gesichert. Für die Gründung war letztlich vor allem aber der damals florierende Getreidehandel auf San und Weichsel verantwortlich. Die Bevölkerung der neuen Stadt setzte sich in erster Linie aus römisch-katholischen Polen, Juden und griechisch-katholischen Ruthenen zusammen.

Im Jahre 1731 ging die Stadt durch die Heirat von Maria Zofia Sieniawska mit August Aleksander Czartoryski in den Besitz der nicht minder bedeutenden Familie Czartoryski über, der bis 1944 Sieniawa gehörte. Bei der Ersten Teilung Polens 1772 fiel Sieniawa an Österreich und entwickelte sich zu einem Handwerks- und Handelszentrum. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt zu einem Zentrum des ostmitteleuropäischen Judentums, insbesondere des populären Chassidismus. 1896 gingen die Stadtrechte vorübergehend verloren (bis 1934). 1918 wurde Sieniawa wieder polnisch. Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs stellten die Juden beinahe 60% der Bevölkerung. Nach zweijähriger Besetzung durch die Rote Armee rückte die deutsche Wehrmacht 1941 in der Stadt ein. Die Deutschen richteten ein Ghetto ein, in dem bis 1942 etwa 3.000 Juden ermordet wurden. Die Verbliebenen wurden in das Vernichtungslager Belzec deportiert. Infolge der Kriegshandlungen – Sieniawa war auch ein Zentrum der polnischen und der sowjetischen Partisanenbewegung – wurde die Stadt weitgehend zerstört.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Anordnung der Stadt nach dem Muster aus der Zeit der Gründung im 17. Jahrhundert
  • Palast- und Parkensemble der Familie Czartoryski
  • Katholische Pfarrkirche Unserer Lieben Frau, 1719 nach einem Entwurf von Giovanni Spazzio errichtet. Nach Zerstörung in den 1920er Jahren wieder aufgebaut. Enthält die Gruft derer von Czartoryski
  • Ehemalige Pfarrkirche St. Johannes des Täufers von 1757, 1788 bis 1947 Kirche der Unierten
  • Rathaus aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach wiederaufgebaut
  • Alte Befestigungsanlagen
Sieniawa St.-Johannes-der-Täufer-Kirche

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Gmina [Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Sieniawa gehören neben der Stadt die Ortschaften:

  • Czerce
  • Czerwona Wola
  • Dobra
  • Dybków
  • Leżachów
  • Paluchy
  • Pigany
  • Rudka
  • Wylewa

Verweise [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Sieniawa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten [Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2012. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 3. Januar 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2012. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 3. Januar 2013.