Sketch

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Ein Sketch (engl.: Skizze) ist eine kurze komödiantische Szene, die einer reduzierten Handlung folgt und mit einer prägnanten Schlusspointe abschließt. Sie ist stilistisch wie inhaltlich mit Kabarett und Comedy verwandt und kann auch als „ge(schau)spielter Witz“ verstanden werden.

Dramaturgie[Bearbeiten]

Sketche sind meistens nicht länger als fünf bis zehn Minuten, es treten nur wenige Figuren auf, Schauplatzwechsel sind selten. Es wird eine Handlung meistens zeitdeckend erzählt, die auf eine Pointe hin zugespitzt ist. Das Erreichen dieser Pointe beendet in den meisten Fällen den Sketch.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Sketch hat seinen Ursprung um 1900 in den USA. Die kurzen Bühnenstücke wurden im Rahmen des Kabarett in minimaler Dekoration aufgeführt. In Deutschland wurden Sketche vor allem durch Karl Valentin und Liesl Karlstadt in der Zeit von 1892 bis 1960 verbreitet.[1] Nach 1940 wurden Sketche in Filmen und im Fernsehen populär, in neuerer Zeit auch als Comedyformate der Sketchshows und -serien.

Bekannte Sketche[Bearbeiten]

In deutscher Sprache sind Sketche von Karl Valentin (Buchbinder Wanninger), Dieter Hallervorden (Palim-Palim) und Loriot (Jodeldiplom, Die Nudel, Kosakenzipfel, Herren im Bad) populär. Außergewöhnlich von der Machart ist Ja, wo laufen sie denn ?, bei dem Loriot 1972 zu einem alten Sketch auf Schellackplatte (Auf der Rennbahn, 1946) einen Trickfilm zeichnete, bei dem zwei seiner typischen Knollennasen-Männchen agieren.

Die britische Komikergruppe Monty Python durchbricht das gängige Schema des Sketches, insbesondere durch den Verzicht auf eine Pointe am Ende der Szene. Bekannte Sketche aus Monty Python’s Flying Circus sind Der Papagei ist tot, Spam-Sketch, Der tödlichste Witz der Welt und Das Ministerium für alberne Gänge.

Fast schon Kultstatus hat außerdem der 18-minütige Sketch Dinner for One von Freddie Frinton, der jedes Jahr an Silvester in den meisten Dritten Fernsehprogrammen ausgestrahlt wird.

Andere Wortbedeutungen[Bearbeiten]

  • In der englischsprachigen Literaturwissenschaft wird mit einem Sketch eine Prosaskizze oder eine kleine Erzählung bezeichnet, die eine zufällige Impression oder eine vorübergehende Stimmung wiedergibt. Bekannt ist das Skizzenbuch The Sketch Book of Geoffrey Crayon von Washington Irving. Es enthält die ersten amerikanischen Kurzgeschichten.
  • Im Jargon der Graffiti-Szene wird ein Sketch eine kurze Vorabskizze genannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • R. Müller: Theorie der Pointe. Paderborn 2003, S. 263–305
  • Martina Lauster: Sketches of the Nineteenth Century, European Journalism and its 'Physiologies', 1830–1850. Basingstoke / New York 2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Sketch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sketch in: Microsoft Encarta