Softairwaffe

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Eine Softairwaffe auch Airsoftgun genannt, ist eine spezielle Druckluftwaffe, die beim taktischen Geländespiel Airsoft benutzt wird. Es gibt ebenfalls Disziplinen im IPSC-Sportschießen, die mit Softairkurzwaffen durchgeführt werden. 2008 wurde Airsoft-IPSC in das offizielle Sporthandbuch des Bundes Deutscher Sportschützen aufgenommen und ist eine anerkannte Sportart in Deutschland. Softairwaffen sind oft unter Lizenzen täuschend echt nachgebaute Replikate von echten Schusswaffen, die aber keine lebensgefährlichen Verletzungen herbeiführen. Softairwaffen verschießen mittels Federdruck, Gas oder einem elektromechanisch betriebenen Druckluftsystem Rundkugeln aus verschiedenen Materialien.

Arten von Softairwaffen

Federdruck

Federdruck-Airsoftpistole, zerlegt in Baugruppen.

Eine mit Federdruck betriebene Softairwaffe („Spring-powered“, engl. spring „Feder“) nutzt die Energie einer von Hand zu spannenden Schraubenfeder, um die Munition aus dem Lauf zu beschleunigen. Dabei wird die Kugel in der Regel nicht direkt von der Feder beschleunigt, sondern durch einen durch die gespannte Feder erzeugten Luftdruck. Der Schütze muss die Waffe vor jedem Schuss von Hand spannen, indem er den Ladehebel, beziehungsweise den Schlitten der Softairwaffe nach hinten zieht. Sobald die Feder gespannt ist, ist die Softairwaffe schussbereit. Aufgrund dieser Funktionsweise können diese Softairwaffen nicht voll- oder halbautomatisch schießen.

Obwohl die meisten elektrischen Softairwaffen auch eine Feder zum Antrieb der Rundkugel besitzen, werden sie nicht als Springs kategorisiert. Feder-Softairwaffen sind vor allem im Billigpreissegment zu finden. Hochqualitative Softairwaffen jedoch können über 1.000 € kosten. Das Federdrucksystem wird auch in vielen Schrotflintennachbauten verwendet, wobei hier die Feder durch eine typische Repetierbewegung des Vorderschaftes vor jedem Schuss gespannt wird.

Gas-Softairwaffen

KJW Beretta M9.

Gas-Softairwaffen brauchen unter Druck stehendes Treibgas, um die Munition zu beschleunigen. Diese Gattung ist in der Lage, halb- sowie vollautomatisch zu schießen. Die heutzutage üblichen Treibgase sind Propangas (im Zusammenhang mit Airsoft Green Gas genannt und unter diesem Namen auf dem Markt), HFC134a, HFC-22 und in entsprechend angepassten Softairwaffen auch das starke Red Gas. Weniger verbreitet sind Systeme, die mit Kohlendioxid oder Druckluft funktionieren.

Die ersten auf dem Markt erhältlichen Gas-Softairwaffen waren die heute aufgrund ihres Alters so genannten Classic Guns, welche typischerweise durch flüssige Treibmittel wie R-12 (in Japan FLON-12 genannt) angetrieben wurden. Oft beinhalteten diese Softairwaffen zwei externe Tanks: einen für das R-12 selber und einen zweiten als Ausdehnungsgefäß. Später wurden diese Modelle von einigen Benutzern derart modifiziert, dass sie mit druckregulierten CO2-Behältern oder Stickstoff-/Hochdruckluftflaschen funktionierten, welche höheren Druck und weniger Druckschwankungen boten.

Zusätzlich kühlen sich komprimierte Treibmittel bei der Expansion stark ab, bis weit unter 0 °C. Diese starke Kühlung lässt einerseits den Druck absinken, bis die Softairwaffe schließlich nicht mehr schießt, andererseits leiden die Gummidichtungen unter der tiefen Temperatur. Bei CO2 als Treibmittel tritt dieser Effekt weniger stark und bei Druckluft überhaupt nicht auf.

Erwähnenswert sind auch die sogenannten Blow-Back-Waffen, bei denen der Druck des Treibgases zusätzlich dazu verwendet wird, die Repetierbewegung der „echten“ Waffen zu imitieren; dies sind die Bewegungen des Verschlusses und – bei Nachbauten von Pistolen – die Rück- und Vorbewegung des Schlittens beim Schießen.

In Deutschland sind Softairwaffen dieser Gattung nur mit einer Modifikation zu erwerben, die ausschließlich das halbautomatische Feuern ermöglicht.

Elektrische Softairwaffen

Mechanik einer elektrischen Softairwaffe

Elektrisch angetriebene Softairwaffen besitzen einen batteriebetriebenen Elektromotor, der über ein Getriebe eine Schraubenfeder mit Hubkolben spannt. Bei jedem Betätigen des Abzugs spannt der Motor in einer ersten Phase die Feder, in der zweiten Phase wird die Feder freigegeben und wirkt auf einen Kolben. Wie in einer Luftpumpe wird die Luft komprimiert, die Druckluft beschleunigt die Munition.

Moderne elektrische Softairwaffen wiederholen diesen Zyklus bis zu 16 Mal pro Sekunde (960 Schuss/Minute), was eine vollautomatische Betriebsweise ermöglicht. Dies gab den automatischen, elektrischen Softairwaffen den Namen Automatic Electric Gun (AEG). Diese Softairwaffen erreichen Mündungsgeschwindigkeiten von 250 bis 550 Fuß pro Sekunde (entsprechend 75 bis 160 m/s, gemessen bei Verwendung von 0,20-g-BB) und Feuerraten von 300 bis 900 Zyklen pro Minute und sind die bei weitem meistverwendeten Softairwaffen für den Wettkampf, jedoch gibt es hierbei auch Ausnahmen. Erwähnenswert ist die japanische Tuning-Firma „Killer Studio“, die bis Ende 2005 ihre sogenannte „Cyber-AUG“-Serie herstellte, deren Feuerrate bei bis zu 24 Schuss pro Sekunde (also 1.440 Schuss/Minute) lag. Diese Waffen gelten seit dem Ende der Airsoft-Karriere der Firma als extrem rare und wertvolle Sammlerstücke.

Elektrische Softairwaffen wurden in Japan entwickelt. Noch heute (März 2006) dominiert der japanische Modellhersteller Tokyo Marui den Markt. Tokyo Marui AEGs weisen eine Gearbox (Getriebe) mit drei Zahnrädern auf, wovon eines vom Motor angetrieben wird. Das letzte drückt einen Hubkolben gegen eine Feder und spannt diese. Wird der Kolben vom Mechanismus entlastet, schnellt die Feder analog zu den Feder-Softairwaffen nach vorne. Viele Hersteller, als erster „Classic Army“, haben diesen Mechanismus von Tokyo Marui kopiert und verkaufen Nachbauten unter eigenem Namen, manchmal mit kleineren Änderungen und Verbesserungen (Classic Army zum Beispiel stattet seine AEGs mit einem Metallgehäuse aus). Ein weiterer Waffentyp, der verwendet wird, sind Professional Training Weapon Systems des Behördenausrüsters Systema. Diese Waffen wurden ursprünglich als realitätsnahes Trainingsgerät für Militär, Polizei und ähnliche Behörden konzipiert und werden von diesen für Trainingszwecke genutzt. Sie gleichen den Originalvorbildern äußerlich, vom Gewicht und von der Bedienung her bis ins Detail. Da diese Waffen dasselbe Prinzip und dieselbe Munition wie alle anderen elektrischen Softairwaffen nutzen und ebenfalls eine Mündungsenergie von unter 7,5 Joule haben, werden sie ebenfalls von Softairspielern genutzt.

Elektrische Softairwaffen werden gewöhnlich von einem der folgenden zwei Akkutypen mit Strom gespeist: Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) oder Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) verschiedener Spannungen und Kapazitäten. Die Akkus werden in Akkupacks für Spannungen von 7,2 V bis zu 12 V zusammengespannt, am häufigsten ist ein 8,4-V-Akkupack. Eine höhere Kapazität (mehr Ah) ermöglicht eine längere Betriebsdauer, eine höhere Betriebsspannung (V) erhöht hingegen die Feuerrate. Neuerdings finden auch modernere Akkutechnologien wie die Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Technologie Einzug in die Airsoftwelt.

Akku der elektrischen Softairwaffe H&K USP

Munition

Die Munition von Softairwaffen wird BB genannt.

Für die Bedeutung des Kürzels existieren mehrere Erklärungsansätze. Einerseits rührt die Bezeichnung vom Begriff ball bearing (Kugellager), da die im Sportbereich verwendeten Rundkugeln für Luftgewehre oft aus der Kugellagerproduktion stammten. Andererseits scheint eine Übernahme der Bezeichnung aus dem Bereich der Druckluftwaffen, die ursprünglich für eine bestimmte Schrotgröße stand, ebenso plausibel. Wiederum andere Quellen lösen das Kürzel BB zu baby bullet auf, was sinngemäß „kleine Kugel“ bedeutet.

Airsoftmunition sind fast immer Kugeln von 6 mm Durchmesser, die meistens aus Kunststoff bestehen. Scharfe Munition kann mit Softairwaffen nicht verschossen werden. Der Markt bietet BB in unterschiedlichen Gewichten an, von 0,12 g bis 0,85 g. Zusätzlich zu den normalen BB sind auch biologisch abbaubare Kugeln aus Stärke, die ohne Witterung nach etwa einem Jahr zerfallen (mit Witterung zerfallen sie ca. nach 2-3 Wochen), metallbeschichtete und graphitbeschichtete Kugeln erhältlich. Zum Schießen auf Zielscheiben werden gelegentlich auch massive Aluminium- oder Stahlkugeln verwendet. Am gebräuchlichsten sind 6-mm-Kugeln in den Gewichten 0,12 g (für sehr schwache Softairwaffen), 0,20 g und 0,25 g, oft als biologisch abbaubare Variante.

Phosphoreszierende Munition kann im Lauf – in Verbindung mit einem speziellen Laufadapter, dem sogenannten „Tracer“ – mit einem kurzen, hellen UV Blitz belichtet werden, um den Effekt von Leuchtspurmunition zu erzielen.

In den 1990er Jahren wurden auch Softairwaffen hergestellt, die asphärische Pellets verschossen. Die bekannteste dieser Munition ist die „Blade Bullet“ von Asahi. Diese Munition war dazu gedacht, aus Asahis M700- und M40-Gewehren (1993 produziert) verschossen zu werden, allerdings wurde die Asahi-M700/M40-Serie wenige Wochen nach Erscheinen von der japanischen Polizei konfisziert und vernichtet, da es möglich war, sie mit wenigen Schritten auf echte .22-Patronen umzurüsten.

Farbgefüllte Munition ist verfügbar, jedoch nicht kompatibel mit Softairwaffen, die ein „Hop-Up“ besitzen oder stärker als 0,5 Joule sind, da ansonsten die Farbkugel im Lauf platzen würde. Es existiert auch ein Spezialkaliber von 5,5 mm, für das keine Farbmunition erhältlich ist.

6-mm-BB: Gewicht und Verwendungszweck

  • 0,12 g – Für Softairwaffen mit <0,25 J.
  • 0,15 g – siehe 0,12 g. Meist Bio-BB.
  • 0,16 g – Kompromiss zwischen 0,2- und 0,12-BB. Für Low-power-Softairwaffen unter 0,5 J geeignet.
  • 0,18 g – Für Softairwaffen mit ca 0,3 - 0,35 J gut geeignet.
  • 0,20 g – das Standardgewicht für viele Softairwaffen. Die meisten GBB mit fixem Hop-up sind für diese Munition eingestellt. Sie werden, verglichen mit 0,25-g-BB, leichter durch Luftbewegungen in ihrer Flugbahn beeinflusst. Die Mündungsgeschwindigkeit ist nach dem Energieerhaltungssatz und dem Impulserhaltungssatz höher als bei 0,25-g-BB bei gleicher kinetischer Energie. Deshalb sind sie ideal für kurze Distanzen, bei denen eine stabile Flugbahn über lange Distanz sekundär ist. Für Softairwaffen mit 0,4 bis ca 0,9 J.
  • 0,23 g – Kompromisslösung zwischen 0,20 g und 0,25 g.
  • 0,25 g – bildet die obere Grenze für Standard-Softairwaffen. Fliegen bei selber kinetischer Energie langsamer als 0,2-g-BB, dafür allerdings mit stabilerer Flugbahn. Sie lassen sich auch durch Laubwerk nicht so leicht ablenken wie leichtere BB.
Nachfüllflasche mit Kunststoffmunition
  • 0,28 g – Standardgewicht für stark getunte Softairwaffen. Bedeutend günstiger als 0,3-g-BB bei ähnlicher Performance.
  • 0,29 g – Spezielle BB von Maruzen, poliert und sehr kleine Fertigungstoleranzen. Für Softairwaffen mit Präzisionsläufen geeignet.
  • 0,30 g – Gewicht der Wahl für die meisten Präzisionsoftairwaffen.
  • 0,36 g – schwerere Munition für Präzisionssoftairwaffen. Sehr langsam, Flugbahn jedoch sehr stabil.
  • 0,43 g – geeignet für die höchste Upgradeklasse in Präzisionssoftairwaffen. Für gewöhnlich graphitbeschichtet.
  • 0,85 g – Stahlkugeln, geeignet nur für sehr starke Softairwaffen.

8-mm-Munition: Gewicht und Verwendungszweck

  • 0,27 g – sehr leichte 8-mm-BB für einige Präzisionssoftairwaffen
  • 0,34 g
  • 0,45 g
  • 0,60 g
  • 0,90 g
  • 2,1 g – Stahl

Airsoft-Ballistik

Geschwindigkeit, Energie und Gewicht

Die Geschwindigkeit, mit der das BB den Lauf verlässt, hängt bei Softairwaffen hauptsächlich von der Stärke der Feder ab. Im deutschsprachigen Raum sind Geschwindigkeitslimits von 300 bis 400 FPS (Fuß pro Sekunde) für AEGs und 400 bis 550 FPS für Einzelschusssoftairwaffen gebräuchlich.

Geschwindigkeit in FPS aufgetragen gegen die kinetische Energie in Joule

Gefahren für den Menschen

Verletzungen sind meist oberflächlich. Eine angemessene Schutzausrüstung für die Augen ist beim Airsoftspiel zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber empfohlen. Für optimalen Schutz empfehlen sich Ganzgesichtsmasken, die auch die Zähne und die Ohren vor möglichen Treffern schützen. Bei den ab 14 Jahren erhältlichen Airsoftwaffen mit einer Geschossenergie von unter 0,5 Joule genügt aber in der Regel eine geeignete Schutzbrille.

Leistungscharakteristik

Softairwaffen verschießen ihre Munition mit Geschwindigkeiten von 100 FPS (30 m/s) bei günstigen Spielzeugmodellen, mit bis zu 800 FPS bei starken Gas-Softairwaffen. Die meisten nicht modifizierten Standard-AEGs mit Tokyo-Marui-Gearbox bewegen sich mit etwa 270 FPS (80 m/s) im Mittelfeld. Technische Verbesserungen, etwa ein Austauschen der Feder, können diesen Wert erhöhen.

Interne Modifikationen umfassen die Steigerung der Feuerrate und die Geschwindigkeit, mit der die Munition den Lauf verlässt. Die Schussfrequenz (Kadenz) einer AEG lässt sich einerseits durch eine höhere Betriebsspannung des Elektromotors, andererseits durch eine höhere Übersetzung in der Gearbox erreichen. Als dritte Möglichkeit besteht die Reduktion von Reibungsverlusten mittels Kugellagern, Fetten, energieeffizienten Elektromotoren etc. Eine höhere Mündungsgeschwindigkeit wird erreicht durch den Einbau einer steiferen Feder und durch hochwertigere Bauteile im Luftdrucksystem, um Druckverluste zu minimieren.

Hop-Up

Das Hop-Up-System in Softairwaffen bewirkt einen Rückwärtsdrall der Munition. Die Flugbahn der Kugel wird zu der Seite hin abgelenkt, auf der sie mit der Strömung dreht, also nach oben (falls die Softairwaffe beim Schießen gerade gehalten wird. Auf dem Kopf stehend wirkt die Kraft natürlich umgekehrt, nach unten). Auf der Seite der Kugel, die sich mit der vorbeiströmenden Luft bewegt, können die Luftschichten nahe am BB schneller strömen: Gemäß dem Magnus-Effekt entsteht ein Unterdruck. Die Drehung gegen die Luftströmung auf der anderen Seite bedeutet, dass die Luft abgebremst wird. Dadurch entsteht ein Überdruck. Die Kugel weicht dem höheren Druck aus und beschreibt daher, wenn man die Gravitation vernachlässigt, eine nach oben gekrümmte Flugbahn. Auf der Erde wirkt natürlich die Gravitation. Das Hop-Up wird also so eingestellt, dass sich der Auftrieb der Kugel und ihre Anziehung durch die Erde gerade kompensieren und eine gerade Flugbahn beschreibt (bis der Rückdrall nachlässt und die Kugel absackt).

Das heute verbreitete Hop-Up-System berührt die beschleunigte Munition im Lauf mit einer gummierten Kontaktfläche an der Oberseite der Laufinnenfläche. Zwischen Kugel und Gummifläche besteht eine hohe Reibung. Dies führt zu einem Drehmoment, dessen Vektor vom Schützen aus gesehen nach rechts zeigt. Der größte Nachteil dieses Systems ist seine Abhängigkeit von der Ausrichtung der Softairwaffe. Hält man die Softairwaffe beispielsweise 90° nach links geneigt, erhält das BB keinen Rückwärtsdrall, sondern einen Linksdrall: Die Kugel beschreibt eine Linkskurve und sackt früh ab. Eine Alternative zum Hop-Up-System stellt BAX dar, bei dem die Kugel anstatt von einer Kontaktfläche, von zwei Kontaktflächen den Rückwärtsdrall bekommt. Laut Herstellern ist dadurch eine geringere Seitendrehung gewährleistet. Jedoch ist dieses System, in Softairwaffen niedrigerer Qualität, oft mangelhaft verarbeitet. Weichen die zwei Kontaktflächen auch nur geringfügig in ihren Abmessungen voneinander ab, erhält das BB einen unerwünschten Seitwärtsdrall. Des Weiteren führen zwei Kontaktflächen zu derselben Drallbewegung, welche durch eine einzige erzeugt worden wäre, das BAX-System bringt somit gegenüber dem normalen Hop-Up keinerlei Vorteile in der Präzision.

Neben den in der Stärke einstellbaren Hop-Up-Systemen sind vor allem bei günstigeren GBB fixe Hop-Ups verbreitet, welche für ein bestimmtes Munitionsgewicht eingestellt sind (meist 0,2 g). Andere Gewichte führen zu einem zu starken oder zu schwachen Hop-Up-Effekt.

Rechtliches

Deutschland

Markierungen an einer Softairwaffe. Zu sehen ist der Munitionstyp, das Ortszeichen vom Beschussamt Suhl, Monat/Jahr und das „F“ im Fünfeck

Bei der waffenrechtlichen Behandlung von Softairwaffen ist zwischen Regeln für Anscheinswaffen, für die Geschossenergie sowie für Vollautomaten zu unterscheiden.

Regelungen über Anscheinswaffen

Meist sind Airsoftwaffen Nachbildungen von echten Schusswaffen und, ebenso wie Modellwaffen, kaum von diesen zu unterscheiden. Sie unterliegen deshalb als Anscheinswaffen besonderen Bestimmungen im deutschen Waffenrecht: Sie dürfen nicht in der Öffentlichkeit geführt werden.[1]

Wer entgegen dem Verbot eine Anscheinswaffe führt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.[2] Ein Transport von Anscheinswaffen, zum Beispiel vom Händler zur eigenen Wohnung oder von der eigenen Wohnung zur Schießstätte, ist nur in einem „verschlossenen Behältnis“ erlaubt.[3]

Regelungen über die Geschossenergie

Das Waffengesetz findet auf Spielzeugschusswaffen, die den Geschossen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 0,5 Joule erteilen, mit Ausnahme der oben genannten Vorschriften über Anscheinswaffen keine Anwendung.

Airsoftwaffen, die Geschossen eine Energie von weniger als 7,5 Joule, aber mehr als 0,5 Joule erteilen, sind ab 18 Jahren frei verkäuflich.[4] Diese Waffen müssen mit einem „F“ im Fünfeck gekennzeichnet sein[5] und dürfen keine Vollautomaten sein. Ohne Waffenschein dürfen sie nur in befriedetem Besitztum geführt und verwendet werden.[6] Beim Transport darf die Waffe weder zugriffs- noch schussbereit sein. Dies ist insbesondere dann erfüllt, wenn die Waffe ungeladen ist und sich in einem verschlossenen Behältnis befindet.[7]

Airsoftwaffen, die Geschossen eine Energie über 7,5 Joule erteilen, sind erlaubnispflichtige Schusswaffen im Sinne des Waffengesetzes.

Regelungen über vollautomatische Waffen

Der Besitz vollautomatischer Airsoftwaffen über 0,5 Joule ist in Deutschland verboten.[8]

Österreich und Schweiz

In Österreich sind Softairwaffen – anders als in Deutschland – keine Waffen im Sinne des österreichischen Waffengesetzes, sondern so genannte schusswaffenähnliche Produkte.[9] Die Abgabe an Personen unter 18 Jahren ist auf Bundesebene verboten, außerdem regeln in den meisten Bundesländern die Jugendschutzgesetze Besitz und Erwerb von Softairwaffen als „jugendgefährdende Gegenstände“.[10] Zielbeleuchtungen, zum Beispiel in Form eines Laserzielpunktvisiers oder taktischer Lampen, sind erlaubt.

In der Schweiz ist seit dem 12. Dezember 2008 das neue Waffengesetz in Kraft. Darin wurden alle Airsoftwaffen offiziell als (privilegierte) Waffen taxiert. Somit ist der Erwerb nur noch ab 18 Jahren möglich und bedingt einen schriftlichen Kaufvertrag. Für das Importieren bedarf es einer speziellen Bewilligung. Laserzielpunktvisiers sind verboten, hingegen Lampen und Vollautomaten sind erlaubt.

Frankreich

In Frankreich sind Softairwaffen mit einer Mündungsenergie von weniger als 0,08 Joule ab drei Jahren erhältlich, Softairwaffen mit einer Mündungsenergie von 0,08 bis 2 Joule dürfen nur an Volljährige verkauft werden. Die Airsoftwaffen der zweiten Kategorie dürfen, im Gegensatz zu denen in Deutschland, vollautomatisch sein, des Weiteren sind nach deutschem Gesetz illegale Anbauteile wie Laser oder Lampen in Frankreich erlaubt. Nicht wenige Airsoft-Teams nahe der französischen Grenze fahren deshalb für größere Spiele nach Frankreich oder haben dort sogar ein eigenes Gelände.

Niederlande und Belgien

In den Niederlanden dürfen Softairwaffen ("airsoft devices") importiert und gekauft werden, wenn man Mitglied des niederländischen Airsoftverbandes (NABV) ist. Die Softairwaffen müssen wie in Deutschland nicht registriert werden, dürfen eine maximale Mündungsenergie von 3,5 Joule aufweisen und dürfen wie in Österreich sowohl mit Semi-, wie auch Vollautomatik betrieben werden.[11]

Literatur

  • Eberhard Müller: Softair-Waffen: Funktion, Ballistik, Technik, R.G. Fischer Verlag, 2007, ISBN 978-3-8301-1059-0.
  • Hadi Nadjem/Roland Braunwarth/Stefan Pollak: Zum Verletzungspotential von Softair-Pistolen, Archiv für Kriminologie 213, S. 15-21 (2004).

Einzelnachweise

  1. § 42a Absatz 1 Nr. 1 in Verbindung mit Anlage 1 zu § 1 Absatz 4 Nr. 1.6.1. Waffengesetz.
  2. § 53 Absatz 1 Nr. 21a Waffengesetz.
  3. § 42a Absatz 2 Nr. 2 Waffengesetz.
  4. Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 2 Ziffer 1.1 Waffengesetz.
  5. § 24 Absatz 2 Waffengesetz.
  6. § 12 Absatz 4 Nr. 1 lit. a) Waffengesetz.
  7. Ausnahme von der Erlaubnispflicht des Führens: § 12 Absatz 3 Nr. 2 Waffengesetz.
  8. § 2 Absatz 2 in Verbindung mit Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 1 Ziffer 2.2 Waffengesetz.
  9. Verordnung der Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz über das Inverkehrbringen von schußwaffenähnlichen Produkten (Schußwaffenähnliche ProdukteV), BGBl. II Nr. 185/1997.
  10. Österreichischer Airsoft Sport Verband: Jugendschutz
  11. DUTCH AIRSOFT REGULATION SIGNED AND PUBLISHED'. Abgerufen am 4. Juli 2013.
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