Solveig Slettahjell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Solveig Slettahjell (Jazzfestival Neuwied 2006)

Solveig Slettahjell (* 2. April 1971 in Bærum) ist eine norwegische Jazzsängerin.

Biografie[Bearbeiten]

Solveig Slettahjell ist am 2. April 1971 in Bærum nahe Oslo geboren, verbringt ihre Kindheit jedoch in Orkanger, einer Kleinstadt in der Nähe von Trondheim. Als Tochter eines Pastors kommt sie in frühen Jahren mit Musik in Berührung und singt bereits im Alter von sieben Jahren in einem Chor. Eine weitere musikalische Grundausbildung erfährt sie etwas später als Schülerin eines musisch ausgerichteten Gymnasiums in Trondheim, wo sie Klavier- und Gesangsunterricht erhält. Im Alter von 13 begleitet sie verschiedene Jugend- und Gospelchöre am Klavier. Nach ihrem Schulabschluss beginnt Solveig schließlich ab 1992 ein Studium an der Norwegischen Musikhochschule im Fach Jazz. Zwischen 1993 und 2000 studiert sie dort bei der bekannten norwegischen Jazzsängerin Sidsel Endresen und schließt ihr Examen mit einer Arbeit über rhythmische Aspekte der Gesangsphrasierung ab. Während ihres Studiums lernt Solveig Slettahjell den Pianisten Håkon Hartberg kennen, mit dem sie im Duo auftritt. In dieser Experimentierphase streift sie die verschiedensten Genres zwischen Country, Folk und Jazzstandards bis hin zu moderner Popmusik von Prince und Tom Waits. 1995 wird Solveig Mitglied der Band Squid, mit der sie eigene Kompositionen im Bereich Soul und Funk spielt und 1998 eine erste CD-Aufnahme (Super) macht, bevor sich die Band 1999 auflöst. Schon parallel zu dem Bandprojekt schließt sich Solveig Slettahjell 1997 dem experimentellen norwegischen Vokal-Quartett Kvitretten mit den Sängerinnen Eldbjørg Raknes, Kristin Asbjørnsen und Tone Åse an. Mit Eigenkompositionen und zeitgenössischen Stücken norwegischer Jazzmusiker treten sie in Skandinavien und Deutschland bis 2002 in vielen Konzerten auf. In dieser Zeit entstehen auch die beiden Alben Everything turns (1999) sowie Kloden er en snurrebass som snurrer oss (2002) zusammen mit dem norwegischen Dichter Torgeir Rebbolledo Pedersen. Des Weiteren singt Solveig Slettahjell in den Vokalensembles Trondheim Voices und vonDrei. Von ihrer früheren Lehrerin Sidsel Endresen wird sie für das Gesangsprojekt Living Rooms, das 2002 im Rahmen des norwegischen Jazzfestivals Nattjazz zur Aufführung kommt, eingeladen. Im Dezember 2005 übernimmt sie einen Gesangspart einer vierstimmigen Komposition Endresens für das Konzert Norwegian Voices in London.

Eine neue musikalische Phase beginnt 2000 mit der Gründung ihrer eigenen Band Slow Motion Quintet, welcher mit ihr der Bassist Mats Eilertsen, der Trompeter Sjur Miljeteig, der Schlagzeuger Per Oddvar Johansen sowie der Pianist und Arrangeur Morten Qvenild angehören. Mittels karg wirkender Arrangements und sehr langsamer Tempi verleihen sie bekannten Standards, insbesondere Balladen, eine ganz eigene Note. Durch das 2001 veröffentlichte Erstalbum, das sie zusammen mit ihrer Band und weiteren norwegischen Gastmusikern live im Osloer Jazzclub Blaa einspielt, wird nun auch die internationale Szene auf die in Norwegen bereits bekannte Sängerin aufmerksam. Den Durchbruch in Deutschland feiern Solveig Slettahjell und ihre Mannen 2004 mit ihrem von der Kritik hochgelobten Auftritt bei der Jazz Baltica in Salzau und ihrer im gleichen Jahr veröffentlichten CD Silver. Das Quintett erhält anschließend einen Vertrag beim Label ACT, das bei der Künstlerauswahl einen Schwerpunkt in der Sparte Vokaljazz setzt. Hier erscheinen 2005 die CD Pixiedust sowie 2006 Good Rain und die neu aufgelegte zuvor bereits erfolgreiche CD Silver. Die drei zuletzt veröffentlichten Alben lassen zwei Tendenzen erkennen: Erstens wird das Klangbild moderner, da insbesondere der Pianist und Keyboarder Morten Qvenild sowie der Schlagzeuger Per Oddvar Johansen der Musik stets dezent, aber immer häufiger elektronische, teils geräuschhafte Klangfarben hinzufügen. Zweitens greifen die Bandmitglieder vermehrt auf Eigenkompositionen zurück. Während auf Silver noch amerikanische Klassiker und Coverversionen dominieren, wurden auf Pixiedust zu den zeitgenössischen Kompositionen des norwegischen Schlagzeugers Peder Kjellsby bereits zwei eigene Songs der Sängerin aufgenommen. Auf der CD Good Rain stammen acht der elf Kompositionen aus der Feder von Solveig Slettahjell, Morten Qvenild und Sjur Miljeteig. Aus Duo-Auftritten zusammen mit Sjur Miljeteig entsteht das Konzept, das sehr intime Album Domestic Songs mit Slettahjell am Klavier zu Hause aufzunehmen. Mats Eilertsen verlässt ihre Band und wird durch Jo Berger Myhre ersetzt. Die CD, bei der auch Peder Kjellsby mitgewirkt hat, wird 2007 bei ACT veröffentlicht.

2007 tritt Solveig Sletthjell zum ersten Mal bei einem Konzert in Arendal mit dem bekannten norwegischen Jazz-Pianisten Tord Gustavsen auf. Mit ihm und Sjur Miljeteig nimmt sie 2008 in der Geburtskirche in Betlehem Weihnachtslieder auf, die auf der CD Natt I Bethlehem in Norwegen veröffentlicht werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die zweite Veröffentlichung Silver von Solveig Slettahjell zusammen mit dem Slow Motion Quintet erhält 2004 den Preis für das beste norwegische Jazzalbum des Jahres. 2005 wird sie in Norwegen im Rahmen der Jazzfestivals in Kongsberg und Molde mit dem Vital-Price und dem Radka Toneff's Memory Award ausgezeichnet. Letztere Auszeichnung liegt ihr besonders am Herzen, da Radka Toneff zu ihren Vorbildern gehört und großen musikalischen Einfluss auf sie genommen hat.

Diskografie[Bearbeiten]

Solo[Bearbeiten]

  • 2011 - Antologie

Mit dem Slow Motion Quintet[Bearbeiten]

  • 2001 - Slow Motion Orchestra
  • 2004 - Silver
  • 2005 - Pixiedust
  • 2006 - Good Rain
  • 2007 - Domestic Songs
  • 2010 - Tarpan Seasons

Mit Squid[Bearbeiten]

  • 1998 - Super

Mit Kvitretten[Bearbeiten]

  • 1999 - Everything turns
  • 2002 - Kloden er en snurrebass som snurrer oss

Mit Tord Gustavsen und Sjur Miljeteig[Bearbeiten]

  • 2008 - Natt I Bethlehem

Als Gastmusikerin[Bearbeiten]

  • 2001 - Synchronize your watches - Rob Waring Trio
  • 2003 - Burglar Ballads - Friko
  • 2004 - Sound and smoke - Ophelia Orchestra
  • 2005 - Batagraf - Jon Balke
  • 2006 - The journey to Mandoola - Friko

Weblinks[Bearbeiten]