Springer (Schach)

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Chess piece - White knight.JPG Chess piece - Black knight.JPG
Schachfiguren
Chess king icon.png König
Chess queen icon.png Dame
Chess rook icon.png Turm
Chess bishop icon.png Läufer
Chess knight icon.png Springer
Chess pawn icon.png Bauer

Der Springer (auch Pferd, „Ross“ oder „Rössel“, Unicode: ♘ ♞) ist eine Figur beim Schachspiel. Zusammen mit dem Läufer gehört er zu den Leichtfiguren bzw. Offizieren.

In der Grundstellung einer Schachpartie hat jede Partei zwei Springer. Der weiße Königsspringer steht zu Beginn des Spiels auf dem Feld g1, der schwarze auf g8; der weiße Damenspringer auf dem Feld b1, der schwarze auf b8. Die Besonderheit des Springers liegt darin, als einzige Schachfigur über eigene und gegnerische Figuren und Bauern „springen“ zu können.

Zugmöglichkeiten und Wert[Bearbeiten]

Graph aller möglichen Springerzüge
Solid white.svg a b c d e f g h Solid white.svg
8 a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8 8
7 a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7 7
6 a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6 6
5 a5 b5 c5 d5 e5 f5 g5 h5 5
4 a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4 4
3 a3 b3 c3 d3 e3 f3 g3 h3 3
2 a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2 2
1 a1 b1 c1 d1 e1 f1 g1 h1 1
a b c d e f g h
Zugmöglichkeiten eines zentralen bzw. randständigen Springers

Der Zug des Springers erfolgt von seinem Ausgangsfeld immer zwei Felder geradeaus und dann ein Feld links oder rechts davon auf sein Zielfeld. Die offizielle FIDE-Beschreibung dafür lautet: Der Springer darf auf eines der Felder ziehen, die seinem Standfeld am nächsten, aber nicht auf gleicher Reihe, Linie oder Diagonale mit diesem liegen.

Mit diesem Rösselsprung ist der Springer in der Lage, alle Felder des Brettes zu betreten (vgl. dazu auch längster kreuzungsfreier Springerpfad), aber manche Wege sind zeitaufwendig, beispielsweise der von einer Schachbrettseite zur anderen. In der Mitte des Brettes hat ein Springer die Möglichkeit, auf maximal acht andere Felder zu ziehen, am Rande des Brettes sind es vier und in einer Ecke des Brettes nur zwei Felder (siehe Graph).

Der Wert eines Springers entspricht mit drei Bauerneinheiten in etwa dem eines Läufers. Seine tatsächliche Stärke hängt aber immer von der Position auf dem Brett ab, so kann er in geschlossenen Stellungen - durch seine besondere Zugmöglichkeit - dem Läufer überlegen sein. Das Gleiche gilt für zwei Springer im Gegensatz zum Läuferpaar; beide Läufer zusammen gelten in offenen Stellungen stärker als zwei Springer.

Ein Springer steht in der Regel dann gut, wenn er viele Zugmöglichkeiten hat und nur schwer angegriffen werden kann (siehe auch Ewiger Springer). Ein Sprichwort sagt außerdem: „Ein Springer am Rand bringt Kummer und Schand.“

Andere Sprachen[Bearbeiten]

In den meisten Sprachen wird er sinngemäß als „Pferd“ (etwa italienisch „cavallo“), „Reiter“ (französisch „cavalier“) oder „Ritter“ (englisch „knight“), bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Obwohl die Gangart des Springers im Vergleich zu den anderen Schachfiguren recht ungewöhnlich ist, gehört er zu den wenigen, deren Gangart sich im Laufe der Schachgeschichte nicht verändert hat. Schon im indischen Chaturanga und auch im chinesischen Xiangqi zieht er auf gleiche Weise; im letzteren allerdings entlang der geraden Linien, wobei er nicht so springen kann wie im europäischen Schach.

Sonstiges[Bearbeiten]

Springer auf einer von Heinz Schillinger entworfenen Wohlfahrtsmarke von 1972
Rösselsprungrätsel. Der Gangart des Springers folgend und beim rot markierten Feld beginnend ergibt sich die Lösung: „Ma-de in Ger-ma-ny? Da ist der Wurm drin.“

Das häufigste taktische Motiv im Zusammenhang mit dem Springer ist die Gabel. Dabei werden gleichzeitig mehrere Figuren angegriffen, die der Gegner unter Umständen nicht alle verteidigen kann.

Eine besonders „lukrative“ Gabel ist der Doppelangriff auf den gegnerischen König und die Dame, das so genannte „Familienschach“. Sofern der Springer nicht geschlagen werden kann, muss der gegnerische Spieler seinen König aus dem Schach ziehen, wonach seinerseits der Springer die Dame schlagen kann.

Aus positioneller Sicht steht ein Springer auf dem Feld vor einem rückständigen Bauern oder Isolani des Gegners günstig, von wo er nicht durch Bauern vertrieben werden kann und Angriffe unterstützt. Er gilt auch als gute Blockadefigur eines gegnerischen Freibauern.

Ein bekanntes durch den Springer ausgeführtes Mattmotiv ist das Erstickte Matt. Ein weniger bekanntes Mattmotiv ist das Libellenmatt. Mit zwei Springern und König gegen König kann man nur gegen schlechte Verteidigung des Gegners gewinnen. Mit Läufer, Springer und König gegen König ist dagegen eine zwingende Mattführung möglich.

Beim Springerproblem geht es darum, eine Tour mit einem Springer über das Schachbrett zu finden, bei der jedes Feld genau einmal betreten wird. Bei einer "perfekten" Lösung beendet der Springer seinen Weg genau einen Zug entfernt vom Ausgangspunkt, sodass die Tour quasi unendlich fortgesetzt werden könnte. Das Rösselsprungrätsel macht sich die Gangart des Springers zunutze, um etwa Silben, den namensgebenden Rösselsprüngen folgend, zu Sätzen anzuordnen.

Andere Arten von Springern[Bearbeiten]

In historischen Schachvarianten und im Märchenschach kommen weitere Arten von Springern mit anderen Schritten vor. Eine Übersicht findet sich im Artikel (a,b)-Springer.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Springer (Schach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien