Stern-Combo Meißen

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Stern-Combo Meißen, Stern Meißen
Stern-Combo Meißen 2014
Stern-Combo Meißen 2014
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock, Progressive Rock, Artrock
Gründung 1964
Website www.stern-combo-meissen.com
Gründungsmitglieder
Martin Schreier
Keyboard, Gesang
Norbert Jäger
Bernd Fiedler (bis 1979)
Werner Bertram (bis 1968)
Günter Manicke (bis 1967)
Gitarre
Gottfried Sieber (bis 1968)
Gitarre
Dieter Schreiber (bis 1967)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Perkussion
Martin Schreier
Gesang, Keyboard
Manuel Schmid (ab 2012)
Keyboard
Sebastian Düwelt (2009–2010, ab 2012)
Bass
Axel Schäfer (1986–1989, 2008–2010, ab 2012)
Schlagzeug, Perkussion
Frank Schirmer (1986–1988, ab 2008)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Veronika Fischer (1970)
Gitarre, Trompete
Werner Kunze (1967–1975)
Keyboard
Thomas Kurzhals (1972–1984, 1996–2002, 2008–2014 †)
Gitarre, Gesang
Reinhard Fißler (1972–1982, 1996–2005)
Keyboard
Lothar Kramer (1975–1981)
Bass
Peter Rasym (1979–1986)
Gitarre, Violine
Uwe Hassbecker (1981–1986)
Gesang
IC Falkenberg (1983–1989, 2004–2008 als Gast)
Keyboard, Saxophon, Gesang
Andreas Bicking (1984–1989)
Schlagzeug, Gesang
Michael Behm (1979–1982, 1996–2008)
Bass
Alexander Procop (1996–2008)
Keyboard
Frank Nicolovius (2003–2008)
Keyboard
Eghard Schumann (1996–2009)
Perkussion, Gesang
Norbert Jäger (1964–2011)
Gesang
Michael Larry B. Brödel (2008–2012)
Bass
Robert Brenner (2010–2012)
Keyboard, Saxophon
Marek Arnold (2010–2012)

Die Stern-Combo Meißen, von 1980 bis 1989 Stern Meißen, ist eine 1964 von Martin Schreier, Norbert Jäger und Bernd Fiedler in Meißen in der DDR gegründete Musikgruppe. Sie ist eine der ältesten bestehenden Rockbands Deutschlands.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

1964–1989[Bearbeiten]

Ihren ersten Auftritt hatte die Stern-Combo Meißen am 24. September 1964 auf einer Feier für Rentner im Luftbad Meißen-Spaar. Wie viele weitere ostdeutsche Bands der 1960er Jahre spielte sie am Anfang ihrer Karriere Stücke international bekannter Künstler. Bands wie Chicago, Blood Sweat & Tears oder The Flock waren damals die Vorbilder der Stern-Combo Meißen. Von 1970 bis 1973 gehörte ein aus Axel Gothe, Gerhard Lau und Christian Höhle bestehendes Bläser-Trio zur Band. Nach dem Ausscheiden dieses Trios und dem Wechsel der Musiker zu Berufsmusikern wechselten auch die musikalischen Vorbilder. Progressive-Rock-Bands wie Emerson, Lake & Palmer, Pink Floyd, Genesis und Yes waren nun Inspiration für künftige Werke. Typisch dafür war unter anderem die Verwendung einer Vielzahl Synthesizer, auf Saiteninstrumente wurde dagegen verzichtet. Ab Mitte der 1970er Jahre kamen eigene Werke hinzu, die dem Artrock zugerechnet werden können, etwa Der Kampf um den Südpol. 1977 erschien das Debüt Stern-Combo Meißen, das eine sechsstellige Auflage erzielte. Im Folgejahr wurde das Album Weißes Gold veröffentlicht, das als Konzeptalbum die Geschichte der Entdeckung des Porzellans in Dresden beschreibt. Recht eindeutig dem Progressive Rock lassen sich die beiden darauffolgenden Werke zuordnen. Ein Höhepunkt ist der acht Minuten lange Titel Die Sage in Der weite Weg. Mit Der Frühling ist auch ein elektronisches Arrangement der Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi auf dem Album enthalten. Das 1981 erschienene Album Reise zum Mittelpunkt des Menschen setzte die Entwicklung des Progressive Rock fort.

1980 wurde der Name der Band zu Stern Meißen verkürzt. Wenig später erfolgte ein Wechsel der Stilrichtung hin zu kürzeren, tanzbaren Liedern, wie etwa auf dem 1982 erschienenen Album Stundenschlag, auf dem auch erstmals wieder Saiteninstrumente zu hören waren. Der Wandel ging mit häufigen Umbesetzungen innerhalb der Formation einher. Auch die Leadsänger wechselten: Auf Veronika Fischer (1970) folgten Reinhard Fißler (1972–1982, 1978 gemeinsam mit Werther Lohse von der Gruppe Lift). Fißler, der als „Seelensänger“ bezeichnet wurde, musste zusammen mit Michael Behm die Band verlassen und wurde durch Ralf Schmidt alias IC Falkenberg ersetzt (1983–1989). 1982 gewann die Band den 1. Preis beim Internationalen Schlagerfestival Dresden. 1981 wurde sie mit dem Kunstpreis der DDR ausgezeichnet.[1] Die letzten beiden Stern-Meißen-Veröffentlichungen Taufrisch und Nächte enthielten rockige Popmusik, die mit dem früheren Charakter der Band praktisch nichts mehr zu tun hatte. Gleichwohl stellte sich zu dieser Zeit der größte kommerzielle Erfolg für Stern Meißen ein.

Seit 1990[Bearbeiten]

Nach der politischen Wende 1989 wurde es ruhiger um die Band. Erst 1996 wurde ein Comeback-Versuch unternommen, der erfolgreich war. Als Sänger war Reinhard Fißler wieder dabei. Neben dem in Zusammenarbeit mit dem Kammermusikensemble Dresden durchgeführten Konzertprojekt „Rock-Classics“ arbeitet die Band bis heute im „Sachsendreier“ mit den stilistisch artverwandten Bands electra und Lift zusammen und ist auch mit ihrem eigenen Programm als Stern-Combo Meißen nach wie vor live aktiv. Im Juni 2004 fand in Meißen das Eröffnungskonzert zur Jubiläumstournee 40 Jahre Stern-Combo Meißen statt. Dabei waren viele musikalische Weggefährten und Freunde der Band. Zu diesem Ereignis erschien auch eine Doppel-CD mit neu produzierten Hits und drei neuen Songs.

Der an ALS erkrankte Sänger Reinhard Fißler wirkte bei den Auftritten mit, obwohl er auf den Rollstuhl angewiesen war, und ging sogar mit anderen ostdeutschen Künstlern Anfang 2004 auf eine Israel-Tournee. Ab März 2005 konnte er nicht mehr live auftreten. Gesanglich traten hauptsächlich Martin Schreier und Norbert Jäger in Erscheinung, Ralf Schmidt gastierte bei einigen Konzerten.

Am 7. Januar 2006 gab es bei einem Konzert in der Dresdner Lukaskirche gemeinsam mit dem Kammermusikensemble Dresden die Premiere der Klassikadaption von Aram Chatschaturjans Säbeltanz.

Die Zusammenarbeit mit Ralf Schmidt und drei weiteren Musikern (Michael Behm, Alexander Procop und Frank Nicolovius) wurde aufgrund interner und musikalischer Differenzen im Juli 2008 beendet. Im September 2008 stellte Bandchef Martin Schreier die neue Besetzung der Stern-Combo Meißen vor: Keyboarder Thomas Kurzhals kehrte zur Band zurück, die Rhythmus-Gruppe wurde neben Gründungsmitglied Norbert Jäger mit Axel Schäfer am Bass und Frank Schirmer am Schlagzeug ergänzt. Als Sänger kam Michael Larry B. Brödel hinzu. Im Februar 2009 verließ Eghard Schumann die Band; er wurde bis Juni 2010 durch Sebastian Düwelt ersetzt.

Ein Höhepunkt war das Jubiläumskonzert zum 45. Geburtstag am 20. Juni 2009 in Meißen, bei dem auch Dirk Zöllner & André Gensicke, muSix und die Klosterbrüder auf der Bühne standen. Reinhard Fißler war als Gast anwesend. Im Anschluss an dieses Auftakt-Konzert tourte die Band noch bis zum Ende des Jahres 2009 unter dem Motto 45 Jahre Stern-Combo Meißen und arbeitete parallel an den Songs für ein neues Studio-Album. Seit Juli 2010 spielte die Stern-Combo Meißen mit Robert Brenner (Bass) und Marek Arnold (Keyboards, Saxophon).

Am 18. November 2010 wurde der Stern-Combo Meißen für ihre Verdienste als „Aushängeschild und Werbeträger“ der Stadt Meißen der „Kunst- und Kulturpreis der Stadt Meißen 2010“ verliehen.[2] 2011 erschien mit Lebensuhr ein Album mit neuen Songs.

Am 6. Juli 2012 gab Marek Arnold auf seiner Facebook-Seite seinen sofortigen Austritt aus der Band bekannt. Dem schlossen sich Michael Brödel und Robert Brenner an. Stattdessen gehören jetzt wieder Axel Schäfer und Sebastian Düwelt sowie als neuer Sänger Manuel Schmid zur Band.[3][4]

Am 8. April 2013 wurden im Stage Theater am Potsdamer Platz in Berlin die Aufnahmen für die erste Live-DVD realisiert, die am 10. Januar 2014 als Doppel-DVD/-CD unter dem Titel Stern-Combo Meißen im Theater am Potsdamer Platz veröffentlicht wurde.

Thomas Kurzhals verstarb nach kurzer schwerer Krankheit Anfang Januar 2014.

Die Stern-Combo Meißen begeht 2014 ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum und startete am 7. März 2014 ihre Jubiläumstour mit über 50 Konzerten. Genau 50 Jahre nach der Gründung erschienen das Album Stern Meißen – Die größten Hits, auf dem auch neue und neu arrangierte Songs zu finden sind, sowie der Konzertmitschnitt Senftenberg 2013, auf dem Kurzhals letztmals mit der Band spielte.

Diskographie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1977: Stern-Combo Meißen (Amiga)
  • 1978: Weißes Gold (Amiga)
  • 1979: Der weite Weg (Amiga)
  • 1981: Reise zum Mittelpunkt des Menschen (Amiga, als Stern Meißen)
  • 1982: Stundenschlag (Amiga, als Stern Meißen)
  • 1985: Taufrisch (Amiga, als Stern Meißen)
  • 1987: Nächte (Amiga, als Stern Meißen)
  • 1992: Rock aus Deutschland Ost Vol. 16 (Best-Of-Compilation)
  • 1996: Live (unveröffentlichte Songs)
  • 1996: Hits (Best Of-Compilation)
  • 1999: Leben möcht’ ich (Klassiker und bisher unveröffentlichte Songs)
  • 1999: Sachsendreier live (gemeinsam mit Lift und electra)
  • 2004: 40 Jahre Stern-Combo Meißen (Neuaufnahmen von Hits und neue Songs)
  • 2007: Sachsendreier live – die Zweite (gemeinsam mit electra und Lift)
  • 2009: Hits & Raritäten (Hits und bisher unveröffentlichte Songs)
  • 2011: Lebensuhr (Buschfunk)
  • 2011: Sternstunden – Die größten Hits (Best-Of-Compilation)
  • 2011: Stern-Combo Meißen – Die Original AMIGA-Alben (7 CD-Box)
  • 2014: Stern-Combo Meißen im Theater am Potsdamer Platz (2 DVDs und 2 CDs)
  • 2014: Musik unserer Generation – Die größten Hits (Best-Of-Compilation mit neuen Songs)
  • 2014: Senftenberg 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Balitzki: Electra. Lift. Stern Combo Meißen: Geschichten vom Sachsendreier. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 978-3-89602-323-0.
  • Mike Brettschneider: Leben möcht’ ich, dass ich irgendwann mal über Wolken flog… – Die Geschichte einer deutschen Musiklegende. Eigenverlag 2010, erhältlich unter www.stern-combo-meissen.com
  •  H. P. Hofmann: Beat Lexikon. Interpreten, Autoren, Sachbegriffe. VEB Lied der Zeit Musikverlag, Berlin (Ost) 1977.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stern-Combo Meißen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Träger der DDR-Kunstpreises 1981, In: Neues Deutschland, 25. April 1981, S. 4
  2. Artikel zur Preisverleihung in der Sächsischen Zeitung
  3. Offizielle Website der Band, abgerufen am 8. Juli 2012
  4. Interview mit Manuel Schmid auf deutsche-mugge.de abgerufen am 5. Oktober 2012