Steven A. Cohen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Steven A. Cohen (* 11. Juni 1956) ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Hedgefonds-Manager und Kunstsammler.

Leben[Bearbeiten]

Cohen wuchs in Great Neck im US-amerikanischen Bundesstaat New York auf. Er besuchte die Wharton School an der University of Pennsylvania. Nach seiner Studienzeit begann Cohen 1978 im Unternehmen Gruntal & Co. zu arbeiten. Das auf Anguilla registrierte Unternehmen S.A.C. Capital (SAC) mit Verwaltungssitz in Stamford, Connecticut, wurde von Cohen 1992 gegründet und wird seitdem von ihm geleitet.[1] 2005 wurde Cohen von der Zeitung New York Times als A New Prince of Wall Street bezeichnet.[2] 2008 übernahm Cohen 4,7 Prozent der Aktienanteile am Auktionshaus Sotheby’s. 2009 erhöhte er diesen Anteil auf 5,9 Prozent.[3]

Cohen lebt in Greenwich, Connecticut. Er ist verheiratet und hat mehrere Kinder. Nach der Liste The World’s Billionaires des Forbes Magazine ist Cohen der 36. reichste US-Amerikaner. (Stand:2005)[4]

Kunstsammlung[Bearbeiten]

Zu den frühesten Erwerbungen, die Steven A. Cohen gemeinsam mit seiner Frau Alexandra auf dem Kunstmarkt tätigte, gehört ein 1894/95 entstandenes Madonnengemälde von Edvard Munch für 11,5 Millionen Dollar.[5] Zu den ersten Erwerbungen gehörten weiterhin Gemälde des Impressionismus wie das Selbstporträt mit Palette von Édouard Manet, ein 1906 entstandenes Seerosenbild von Claude Monet und eine Skulptur einer Balletttänzerin von Edgar Degas. Vom Pointillisten Georges Seurat gibt es in der Sammlung Cohen eine Landschaftsstudie Isle Grande Jatte. Es folgten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts wie ein Drip-Painting von Jackson Pollock aus dem Jahr 1952 und eine Gemäldestudie des Papstes Innozenz X. (nach Diego Velázquez) von Francis Bacon aus dem Jahr 1950.[6] Darüber hinaus erwarb Cohen Arbeiten zeitgenössischer Künstler wie Richard Prince and Tom Friedman.[7]

2004 ersteigte Cohen bei Christie’s in New York das Portrait de femme (um 1900) von Paul Cézanne für 10 Millionen Dollar.[8] Aus der Sammlung von Gunter Sachs gelangte über den Kunsthändler Larry Gagosian ebenfalls 2004 das Bild Superman von Andy Warhol aus dem Jahr 1960 in die Sammlung Cohen. Bei einem vermutenen Kaufpreis von 25 oder 30 Millionen Dollar handelte es sich um das seinerzeit teuerste Kunstwerk des Künstlers.[9] Von Warhol gelangte 2007 zudem das Bild Turquoise Marilyn in die Sammlung. Der Kaufpreis für das ebenfalls per Privatverkauf erworbene Bild soll bei 80 Millionen Dollar gelegen haben, ein neuer Preisrekord für ein Werk von Warhol.[5]

2005 erwarb Cohen vom Spielcasinobesitzer Stephen A. Wynn für 100 Millionen Dollar zwei bedeutende Werke des Spätimpressionismus. Durch Vermittlung des Kunsthändlers William Acquavella kam neben dem Gemälde Paul Gauguins Tahitianische Familie von 1902 so auch das 1890 entstandene Bild Porträt einer jungen Bäuerin von Vincent van Gogh in die Sammlung Cohen.[7]

Schlagzeilen machte 2006 der Erwerb des Gemäldes Woman III von Willem de Kooning, entstanden 1952–53. Nach Angaben der New York Times bezahlte Cohen für dieses Bild 137,5 Millionen Dollar. Der Verkauf zwischen dem Vorbesitzer des Gemäldes David Geffen und Cohen vermittelte der New Yorker Kunsthändler Larry Gagosian.[10] Bereits einen Monat vor dem Erwerb von Woman III erstand Cohen, ebenfalls von Geffen, das abstrakte De Kooning-Gemälde Police Gazette von 1955 für 63,5 Millionen Dollar.[11] Ein weiteres Werk eines Pop-Art-Künstlers in der Sammlung Cohen ist das Gemälde Popeye von Roy Lichtenstein.[12]

Zu den bekanntesten Werken zeitgenössischer Kunst in der Sammlung Cohen gehört der in Formaldehyd gelegte Hai mit dem Titel The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living von Damien Hirst. Cohen erwarb diese zu den Hauptwerken der Young British Artists gehörende Arbeit 2004 für 8 Millionen Dollar vom britischen Sammler Charles Saatchi.[13] Das Werk befindet sich als Dauerleihgabe der Steven and Alexandra Cohen Collection bis 2010 im Metropolitan Museum of Art in New York.[14] 2008 liehen die Cohens dem Museum zudem die Plastiken Balloon Dog (Yellow) und Sacred Heart (Red/Gold) von Jeff Koons für eine Ausstellung.[15]

Im April 2009 zeigt Sotheby’s in New York erstmals öffentlich eine Auswahl von Kunstwerken aus der Steven and Alexandra Cohen Collection. Kunstwerke dieser unter dem Titel Women präsentierten Ausstellung sind die Skulpturen Figure Decorative (1908) und Grand nu Assis (1922-29) von Henri Matisse, sowie die Gemälde Porträt einer jungen Bäuerin von Vincent van Gogh, Madonna von Edvard Munch, Portrait de femme von Paul Cézanne, Nu Couché au coussin Bleu von Amedeo Modigliani, Femme Nue Couchée, Le Repos und Femme Assise von Pablo Picasso, Untitled (Sue) von Robert Rauschenberg und Susan Weil, Woman III von Willem de Kooning, Anthropologie de l’epoque blue (ANT.78) von Yves Klein, Turquoise Marilyn von Andy Warhol, Tänzerinnen (1966) von Gerhard Richter, Untitled Film Still #21 (1978) von Cindy Sherman, Portrait of Rose (1978-79) von Lucian Freud, Spiritual America und Graduate Nurse von Richard Prince, The Visitor von Marlene Dumas und Night (1999-2000) von Lisa Yuskavage.[16] Nach Informationen der Zeitung The Independent beabsichtigt Cohen in Greenwich (Connecticut) ein privates Museum zu errichten.[17] Cohen trennte sich bei einer Versteigerung im Auktionshaus Sotheby’s am 22. Juni 2010 von Manets Selbstporträt mit Palette, wo das Gemälde für 22,4 Millionen Britische Pfund (inklusive Aufgeld des Auktionshauses) einen neuen Besitzer fand. Der erzielte Betrag ist der höchste je für ein Kunstwerk Manets gezahlte Preis.[18]

Werke der Sammlung Cohen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Businessweek:The Most Powerful Trader on Wall Street You've Never Heard Of
  2. New York Times:A New Prince of Wall Street
  3. Deborah Brewster: Sotheby’s investor to show collection in Financial Times vom 15. März 2009
  4. Forbes:Steven A. Cohen
  5. a b Lisa Zeitz: Die Sozialisierung der Sammler - in: FAZ vom 11. Juni 2007
  6. Information zur Ausstellung Francis Bacon in der Londoner Tate Gallery 2008/09
  7. a b Carol Vogel: A Gauguin and a van Gogh Change Hands in New York Times vom 7. Oktober 2005
  8. Auction Result vom 3. November 2004
  9. Carol Vogel: LONDON, July 8— Opening Night, Open Wallets in New York Times vom 9. Juli 2004
  10. Carol Vogel: Landmark De Kooning Crowns Collection in New York Times vom 18. November 2006
  11. Carol Vogel: Works by Johns and de Kooning Sell for $143.5 Million in New York Times vom 12. Oktober 2006
  12. Landon Thomas Jr. und Carol Vogel: A New Prince of Wall Street Buys Up Art in New York Times vom 3. März 2005
  13. Carol Vogel: Swimming With Famous Dead Sharks in New York Times vom 1. Oktober 2006
  14. Damien Hirst's Shark on Display at New York's Metropolitan Museum for Three Years Pressemitteilung des Metropolitan Museum of Art vom 16. Oktober 2007
  15. Jeff Koons on the Roof Bilder der Ausstellung im Metropolitan Museum of Art
  16. Women - A Loan Exhibition from the Collection of Steven and Alexandra Cohen Pressemitteilung von Sotheby’s
  17. Arifa Akbar: The tycoon who loved women so much he spent $700m on them in The Independent vom 14. März 2009
  18. Kelly Crow: Self-Portrait Stars at Sotheby's. The Wall Street Journal, 23. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]