Strawberry Jam

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Strawberry Jam
Studioalbum von Animal Collective
Veröffentlichung 10. September 2007
Aufnahme Januar 2007[1]
Label Domino Records
Format CD, LP
Genre Psychfolk, Indierock, Neo-Psychedelia
Anzahl der Titel 9
Laufzeit 43:36

Besetzung

  • Avey Tare
  • Panda Bear
  • Geologist
  • Deakin
Produktion Animal Collective, Scott Colburn
Studio Wave Lab Studios, Tucson, Arizona
Chronologie
People
2006
Strawberry Jam Water Curses
2008
Singleauskopplungen
11. September 2007 Peacebone
5. November 2007 Fireworks

Strawberry Jam ist das siebte Studioalbum der amerikanischen Experimentalband Animal Collective. Es erschien im September 2007 und war ihr erstes Album auf Domino Records. Die Titel und Titelliste wurden von Geologist am 16. Mai 2007 im Collected Animals-Internetforum verraten.[2] Die Reaktionen in der Presse waren über Strawberry Jam größtenteils positiv, da der neuartige Klang als großer Schritt vorwärts für die Band gewertet wurde. Das Album konnte sich in den Billboard Top 200 Charts platzieren und erreichte die Höchstposition #72.[3]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Das Album wurde in den Wave Lab Studios in Tucson, Arizona, aufgenommen. Das Bandmitglied Geologist erklärt im Internetforum der Band, warum sie dieses Studio zum Aufnehmen wählten:

„Dave [Portner aka Avey Tare] und ich sprachen vor ein paar Monaten über Aufnahmeorte, und einer von uns sagte, es wäre vielleicht nett, das nächste Album in einer Wüste aufzunehmen, und jeder meinte: yeah, Mann, das haben wir noch nicht gemacht, und es sieht so aus, als könnte es zu unseren Liedern passen und wie wir sie klingen lassen wollen. Das mag jetzt nicht jedem sinnvoll erscheinen außer uns, denn wenn man an die Wüste denkt, denkt man an scharfe Gitarren, Morricone-Soundtracks und Jim Morrison mit dem Geist eines Indianers, aber so sehen wir das eigentlich nicht. Wir schauten uns eine Menge Studios von Südkalifornien bis New Mexico an und entschlossen uns für eins in Tucson. Außerdem habe ich etwa anderthalb Jahre meines Lebens in der Tucson-Gegend gelebt.“

Brian Weitz (Geologist)[4][5]

Außerdem kannte Scott Colburn, der Toningenieur für Strawberry Jam und Feels, den Besitzer des Wave Lab-Studios. Laut dem Bandmitglied Panda Bear war es eine bewusste Entscheidung, das Album in einer Wüstenumgebung aufzunehmen. [6]

Inhalt[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Strawberry Jam
  US 72 29.09.2007 (2 Wo.)

In einem Interview vor der Veröffentlichung sprach der Gitarrist Deakin mit Billboard und beschrieb das Album als "kantig" und es brächte einem zum Zittern. Laut dem Interview wurden die meisten Songs des Album auf den Liveshows der Band zwischen 2005 und 2006 gespielt, es jedoch auch "nichtsdestotrotz ein paar neue Lieder gäbe, die wir noch nie live gespielt" hätten. [7]

Zwei Lieder des Albums wurden auf den Touren 2005/2006 intensiv gespielt, "Safer" und "Street Flash", welche jedoch nicht auf dem Album auftauchten. Avey Tare schrieb zu Fans, dass die Band die Lieder zwar im Studio aufgenommen hätte, sich jedoch dagegen entschieden hätte, sie auf das Album zu nehmen - "teilweise auch wegen ihrer Länge[n]." "Safer" wurde letztendlich zur B-Seite der ersten Single des Albums, "Peacebone", während "Street Flash" und andere Überbleibsel der Aufnahmesessions 2008 auf der EP "Water Curses" erschienen.

Über den Inhalt des Songs "Peacebone" erzählte Panda Bear in einem Interview mit der BBC:

„Ich blende einfach visuelle Bilder von verschiedenen Plätzen ineinander über. […] Aber es kommt immer wieder auf den Refrain zurück, welcher darüber handelt, eine Obsession zur Vergangenheit zu haben, was ich kulturell gesehen bei mir gar nicht sehe. Musik sollte mehr sein als bloß etwas, wozu man stampfen kann - sie sollte interaktiver sein. Für uns geht es nicht immer darum, einen guten Song zu schreiben - wir wollen mit euren Ohren spielen, bezogen auf Farben und Raum mit Klang.“

Panda Bear [8][9]

Titelliste[Bearbeiten]

Animal Collective live im Juni 2007
  1. "Peacebone" – 5:13
  2. "Unsolved Mysteries" – 4:25
  3. "Chores" – 4:30
  4. "For Reverend Green" – 6:34
  5. "Fireworks" – 6:50
  6. "#1" – 4:32
  7. "Winter Wonder Land" – 2:44
  8. "Cuckoo Cuckoo" – 5:42
  9. "Derek" – 3:01

Titel und Cover[Bearbeiten]

Der Name Strawberry Jam stammt vom Sänger und Schlagzeuger Panda Bear, als er und die Band in einem Flugzeug saßen und nach Griechenland zu einem Auftritt flogen. Als er sein Essenspaket erhielt, öffnete er die Verpackung mit der Erdbeermarmelade, welche für das Brot zugeteilt war. Als er die Schutzhülle vom Paket entfernte, "bewunderte" er das Aussehen der schimmernden Marmelade und er sagte, er wünschte, die Produktion ihres neues Albums würde einfach so klingen wie die Marmelade aussah: "Sozusagen: etwas, was wirklich synthetisch, scharf und futuristisch aussieht", aber auch "würzig und süß, geradezu aggressiv bezüglich des Geschmacks" klänge. [10]

Avey Tare schuf und fotografierte das Albencover - zermatschte Erdbeeren und zähflüssige Erdbeermarmelade. Weiteres Layout und Design stammt von Rob Carmichael, mit welchem Animal Collective schon bei anderen Projekten kollaboriert hatten.


Internetleak[Bearbeiten]

Der Internetleak des Albums ereignete sich am 12. Juni 2007. Jedoch war es bemerkenswert, da jeweils stets drei Songs innerhalb von einigen Wochen lanciert wurden. Geologist schrieb im Collected-Animals-Forum, dass die ersten Promo-Kopien des Albums ein digitales Wasserzeichen enthalten hätten und jeder Name des Journalisten in jeder extrahierten Datei eingebettet sei. [11] Am 19. Juni 2007 wurde ein Brief vom Pressesprecher der Band an Musikjournalisten gesendet. Er thematisierte das Leaken der ersten drei Songs: [12]

„Letzte Woche leakten drei Lieder vom neuen Animal Collective-Album. Innerhalb von Minuten war es uns möglich, den Leak zu einer CD eines Journalisten zurückzuführen. Diese Person hat mehr Ärger bekommen, als ihr euch vorstellen könnt, und wurde fast gefeuert. Die Person wurde ebenfalls gezwungen, eine Entschuldigung an viele Leute zu schreiben sowie dem Geschäftsführer von Domino Records.[13]

Panda Bear sprach mit "Shout Mouth" über die Gedanken der Band bezüglich des Leaks:

„Das einzige, worüber wir uns wirklich aufregen mit dem Leak, ist, dass es bloß Teile des Albums sind. Ich glaube, da sind jetzt sechs Songs da draußen. Die Hörer können nicht mal das gesamte Album erleben, was uns alle ganz schön nervt. Also, Leaker, falls ihr das jetzt hört [spricht direkt in das Mikrofon], ladet auch die anderen drei Songs hoch, Mann! Pronto!“

Panda Bear[14][15]

Die restlichen drei Stücke - "Fireworks", "Cuckoo Cuckoo" und "Derek" - tauchten am 4. Juli 2007 auf.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Reaktionen in der Presse waren über Strawberry Jam größtenteils positiv, da der neuartige Klang als großer Schritt vorwärts für die Band gewertet wurde. Das Album konnte sich in den Billboard Top 200 Charts platzieren und erreichte die Höchstposition #72.[16]

Daniel Gerhardt schreibt bei Plattentests.de über das Album, welches er mit 7/10 Punkten bewertete:

„Eine wirklich sinnvolle Zusammenführung seiner vielen Einzelteile mag "Strawberry jam" also nicht immer gelingen. Die größte Leistung dieser Musik ist aber ohnehin die Konsequenz, mit der sie sich selbst entzaubert und dabei der halben Welt den Spiegel vorhält. Am Ende des Tages ist es nämlich sehr einfach: Wer Animal Collective fragen will, ob sie eigentlich bescheuert sind, sollte sich mal angucken, was vor oder hinter der eigenen Haustür abgeht.“

Daniel Gerhardt [17]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Listen Up - Animal Collective BBC Radio Session. Domino Recording Company. 19. Januar 2007. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  2. Collected Animals ~ View topic - Strawberry Jam
  3. Top Music Charts - Hot 100 - Billboard 200 - Music Genre Sales (Version vom 14. Dezember 2008 im Internet Archive)
  4. Englisches Original:
    dave [Portner] and i were talking a few months back about environments to record and one of us was like maybe it'd be sweet to make this next one a desert record and then everyone was like yeah man we haven't done that yet and it seems like it could fit the songs and the way we want them to sound. that might not make sense to anyone but us because when you think of the desert you think of twangy guitars and morricone soundtracks and jim morrison walking with the ghost of an indian, but we don't really see it that way. we looked at a bunch of studios from southern california to new mexico and settled on one we liked in tucson. plus i've spent about a year and a half of my life living in the tucson area.
  5. Forenpost
  6. Hatch-Miller, R. "Dusted Feature: Panda Bear," Dusted Magazine.
  7. Animal Collective Finishing Up Domino Debut
  8. BBC Collective: "Strange Fruit." 16. August 2007
  9. Englisches Original:
    I'm just blending together visual images from different places. […] But it always comes back down to the chorus, which is about having an obsession with the past, which is something I'm not into in terms of culture. Music should be more than just something to stomp to - it should be more interactive. For us it's not always about just writing a good song - we wanna play with your ears in terms of colours and space with sound.
  10. http://podcast.radio.ist.utl.pt/mafama20070806.mp3
  11. Collected Animals ~ View topic - heard a rumor
  12. Domino Gets Fired Up About Animal Collective Leak. In: Shoutmouth. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  13. Englisches Original:
    Last week three tracks from Animal Collective's new album leaked. Within minutes we were able to track the leak to a writer's CD. That person got in more trouble than you care to hear about and was almost fired. The person was also forced to write an apology letter to an entire staff of people and the head of Domino Records along with other penance.
  14. Spotlight: Panda Bear. In: Shoutmouth. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  15. Englisches Original:
    The only thing we’re really upset about with the leak is that it’s only parts of it. I think there are six songs out there now. People aren’t even able to get the full experience of the album, which bums us all out quite a bit. So if you’re listening leakers, put up those other three songs, man, pronto.
  16. Top Music Charts - Hot 100 - Billboard 200 - Music Genre Sales (Version vom 14. Dezember 2008 im Internet Archive)
  17. Plattentests.de-Rezension