Strontiumchlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Strontiumchlorid
__ Sr2+     __ Cl
Allgemeines
Name Strontiumchlorid
Verhältnisformel SrCl2
CAS-Nummer
  • 10476-85-4 (wasserfrei)
  • 10025-70-4 (Hexahydrat)
ATC-Code

V10BX01

Kurzbeschreibung

farbloses bis weißes, geruchsloses Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 158,52 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,95 g·cm−3 (Hexahydrat)[1]

Schmelzpunkt
  • 61 °C (Hexahydrat)[1]
  • 873 °C (wasserfrei) [2]
Siedepunkt

1250 °C[2]

Löslichkeit

sehr leicht löslich in Wasser: 1062 g·l−1 (0 °C)[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​321​‐​405​‐​501Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3](Hexahydrat)[1]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22
S: keine S-Sätze
Toxikologische Daten

2250 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Strontiumchlorid ist ein Salz des Strontiums. Es besitzt die Formel SrCl2 und gehört zur Stoffgruppe der Chloride.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Strontiumchlorid bildet farblose Kristalle. Diese sind hygroskopisch und bilden ein Hexahydrat, dessen Kristalle farblos und durchscheinend sind. Strontiumchlorid verwittert an trockener Luft und gibt oberhalb von 60 °C sein Kristallwasser ab, so dass es bei 873 °C wasserfrei schmilzt. Die Lösung von Strontiumchlorid in Wasser schmeckt scharf und bitter.

Herstellung[Bearbeiten]

Strontiumchlorid wird aus den Mineralien Cölestin oder Strontianit unter Verwendung von Salzsäure (HCl) gewonnen. Dabei reagiert das aus Cölestin über Zwischenschritte gewonnene oder im Strontianit als Hauptbestandteil enthaltene Strontiumcarbonat mit der Salzsäure zu Strontiumchlorid und Kohlensäure, die wiederum in Kohlendioxid und Wasser zerfällt:

\mathrm{SrCO_3 + 2 \ HCl \longrightarrow \ SrCl_2 + \ H_2O + CO_2}

Verwendung[Bearbeiten]

Strontiumchlorid wird vor allem in der Pyrotechnik zur Rotfärbung von Feuerwerken eingesetzt. Ebenso findet es Verwendung als Zusatz in der Glasindustrie und in der Metallurgie.

Als Strontiumchlorid-Hexahydrat (SrCl2 • 6H2O) wird es in der Labortechnik zum Nachweis anderer Strontiumverbindungen und in der Atomabsorptionsspektroskopie sowie in der Medizin verwendet. In manchen Zahnpflegemitteln (z. B. Sensodyne C classic) soll es der Vorbeugung gegen Parodontose und zur Verminderung der Schmerzempfindlichkeit der Zahnhälse dienen. In der Homöopathie findet es zu ähnlichen Zwecken in stark verdünnter Form als Strontium chloratum Anwendung. Als schwach radioaktive Isotopenverbindung 89-Strontiumchlorid wird es auch in der Krebstherapie zur Behandlung von Schmerzen bei Knochenkrebs eingesetzt, wenn eine Hormontherapie bei fortgeschrittenen Metastasen nicht mehr anschlägt (Radionuklidtherapie).

Strontiumchlorid-Hexahydrat wird auch in der Meerwasseraquaristik zur ausreichenden Zufuhr von Strontium als Skelettbestandteil mancher Korallenarten verwendet.[4] Das Strontiumchlorid wird insbesondere von Steinkorallen dem Wasser entzogen und muss deshalb nachdosiert werden.[5] Allerdings ist zu beachten, daß Strontium für einige Meeresbewohner (wie Krabben) stark giftig wirkt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu CAS-Nr. 10476-85-4 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 24. Dezember 2007 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Datenblatt Strontiumchlorid bei AlfaAesar, abgerufen am 14. März 2010 (JavaScript erforderlich).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4.  Robert Jay Goldstein: Marine Reef Aquarium Handbook. Barron's Educational Series, 2007, ISBN 076413674-7, S. 24 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  Sven Gehrmann: Die Fauna der Nordsee: Niedere Tiere. Weichtiere, Moostierchen, Nesseltiere .... BoD – Books on Demand, 2010, ISBN 398125532-1, S. 125 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Aquarist Magazine and Blog: Aquarium Chemistry: Strontium and the Reef Aquarium — Advanced Aquarist | Aquarist Magazine and Blog, abgerufen am 12. Mai 2014

Weblinks[Bearbeiten]