Suchań

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Suchań
Wappen von Suchań
Suchań (Polen)
Suchań
Suchań
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Stargard Szczeciński
Gmina: Suchań
Fläche: 3,57 km²
Geographische Lage: 53° 17′ N, 15° 19′ O53.27944444444415.318055555556Koordinaten: 53° 16′ 46″ N, 15° 19′ 5″ O
Einwohner: 1466
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 73-132
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZST
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 10 LubieszynPłońsk
DW 160 Suchań ↔ Miedzichowo
Schienenweg: PKP-Linie Ulikowo ↔ Piła, Bahnstation: Tarnowo Pomorskie
Nächster int. Flughafen: Flughafen Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 14 Ortschaften
10 Schulzenämter
Fläche: 132,80 km²
Einwohner: 4333
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3214113
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeisterin: Stanisława Bodnar
Adresse: ul. Pomorska 72
73-132 Suchań
Webpräsenz: www.suchan.pl

Suchań (deutsch Zachan) ist eine Kleinstadt und Sitz einer gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im Powiat Stargardzki (Landkreis Stargard) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt in Hinterpommern im Südwesten der Woiwodschaft Westpommern am Krebsbach, einem Nebenfluss der Ina. Die Landesstraße 10 (droga krajowa 10) StettinBydgoszcz führt hindurch, und Stargard Szczeciński ist als nächstliegende größere Stadt 21 Kilometer in westlicher Richtung entfernt.

Stadt Suchań[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Urkunde aus dem Jahre 1269 wird erstmals eine „villa Zukan“ erwähnt. Zu dieser Zeit lag der pommersche Herzog Barnim I. mit dem Johanniterorden über Schuldforderungen gegen ihn im Streit. Der Orden erhob Anspruch auf mehrere Städte, zu denen auch Zachan gehörte. Schließlich gelang es den Johannitern, mit Hilfe des Papstes Zachan in ihren Besitz zu bringen. Wann Zachan Stadtrecht erhielt, ist unsicher, einige Quellen nennen das Jahr 1487. Sie richteten 1312 dort einen Komtursitz (Verwaltungssitz) ein. Ebenfalls bereits im ausgehenden 13. Jahrhundert hatten die Herren von Güntersberg ihren Hauptsitz in Ravenstein, einem heutigen Stadtteil von Zuchan eingenommen. Im Jahre 1545 wechselte Zachan seinen Eigentümer, es wurde von dem Hofmarschall Wolf Borcke erworben. Ein Jahrhundert später gab es erneut einen Eigentumswechsel, als 1654 die Familie von Schwerin Zachan erwarb. Ihr gehörte die Stadt bis 1709. 1784 wird in einer Ortsbeschreibung Zachan als „eine offene zu dem königlichen Amte Dölitz gehörige Mediatstadt“ erwähnt. Es heißt außerdem, dass damals Zachan 109 zum größten Teil strohgedeckte Häuser und 550 Einwohner hatte. Neben den üblichen Gewerken entstand eine bedeutende Leinenweberei.[2]

Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges lag Zachan im Herrschaftsbereich der pommerschen Herzöge. Danach starb das pommersche Herrscherhaus aus und Hinterpommern, zu dem auch Zachan gehörte, wurde brandenburgisch. Es wurde in den Saatziger Kreis eingegliedert, aus dem nach der preußischen Verwaltungsreform von 1818 der Kreis Saatzig mit der Kreisstadt Stargard wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Zachan eine evangelische Kirche, ein Rettungshaus, eine Bierbrauerei sowie Mühlen und Sägewerke.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt zu 50 % zerstört. Nach der Besetzung durch die Rote Armee wurde die Stadt polnischer Verwaltung unterstellt und erhielt nun den Namen Suchań. Es begann die Zuwanderung von Polen, vorwiegend aus Gebieten östlich der Curzon-Linie, die an ihren Heimatorten im Allgemeinen vor die Wahl gestellt worden waren, entweder eine ander Staatsangehörigkeit zu akzeptieren oder auswandern zu müssen. Die deutsche Bevölkerung wurde aufgrund der so genannten Bierut-Dekrete aus Suchań vertrieben.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

  • 1784: 550
  • 1905: 1384[3]
  • 1933: 1370[4]
  • 2009: ca. 4.300

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf dem Anger befindet sich die spätmittelalterliche, aus Findlingen erbaute Kirche. In ihrem Innern befindet sich ein vier Meter hoher Renaissancealtar mit reichen Verzierungen aus dem Jahre 1618.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Gmina Suchań[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Suchań umfasst 132,80 km² und nimmt adamit 8,7 % der Fläche des Powiat Stargardzki (Kreis Stargard i. Pom.) ein.

Das Gebiet der Gmina Suchań erstreckt sich nördlich der Ina (Ihna) zwischen Stargard Szczeciński (Stargard i. Pom.) und Recz (Reetz) und grenzt im Norden an die Gmina Dobrzany (Jacobshagen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gmina Suchań gehören neben der Stadt Suchań:

  • Ortsteile (Schulzenämter):

Brudzewice (Brüsewitz), Modrzewo (Moderow), Nosowo (Güntersberg), Sadłowo (Zadelow), Słodkówko (Klein Schlatikow), Słodkowo (Groß Schlatikow), Suchanówko (Schwanenbeck), Tarnowo Pomorskie (Tornow), Wapnica (Ravenstein) und Żukowo (Sukow a.d. Ihna),

  • Übrige Ortschaften:

Ininy (Ihnau), Podłęcze (Lenzhof), Suchanki und Zastawie (Alt Teich).

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Suchań liegt an der bedeutenden polnischen Landesstraße 10, die von Lubieszyn (Neu Linken) an der deutschen Grenze und Stettin bis nach Piła (Schneidemühl) und weiter nach Płońsk (Plöhnen) führt. Es ist die Trasse der ehemaligen deutschen Reichsstraße 104, die ihren Ausgang in Lübeck nahm und in Schneidemühl endete.

In Suchań zweigt die Woiwodschaftsstraße 160 in südliche Richtung ab und verläuft über Choszczno (Arnswalde) und Dobiegniew (Woldenberg) bis nach Miedzichowo (Kupferhammer) an der Landesstraße 2.

Durch das Gemeindegebiet verläuft in Nord-Süd-Richtung die touristisch bedeutende Slak Cystersów (Zisterzienserstraße).

Schienen[Bearbeiten]

Während die Stadt Suchań keinen eigenen Bahnhof besitzt, ist die Gmina Suchań über die Station Tarnowo Pomorskie an die Polnische Staatsbahn-Linie Ulikowo-Piła (Wulkow - Schneidemühl) angeschlossen, die das Gemeindegebiet im Norden durchzieht.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Schulz (Hrsg.): Der Kreis Saatzig und die kreisfreie Stadt Stargard – Ein pommersches Heimatbuch. Rautenberg, Leer 1984, 3-7921-0307-9.
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. (Volltext)
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. II. Teil, 4. Band, Anklam 1868, S. 410-429.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann (Hrsg.): Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 1. Band, Stettin 1784, S. 216-220.
  3. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, 20. Band, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1909, S. 830.
  4. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, 20. Band, Leipzig 1935, S. 523.