Susanne Kessler

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Susanne Kessler (* 1955 in Wuppertal) ist eine deutsch-italienische Malerin, Zeichnerin und Installationskünstlerin.

Leben[Bearbeiten]

Susanne Kessler studierte von 1975 bis 1982 Malerei und Grafik an der Hochschule der Künste (UdK) in Berlin und am Royal College of Art (RCA) in London. 1992 gewann sie den Paul-Strecker-Preis der Stadt Mainz. Neben Stipendien und Arbeitsaufenthalten führten sie mehr als 50 Einzelausstellungen und zahlreiche Gruppenausstellungen durch Europa sowie nach Indien, Pakistan, Mali, Äthiopien, Guatemala, Iran, Lettland und die USA (Turlock/CA, Washington/DC, New York/NY, Charlottesville/VA). 2001/2002 wurde sie als Gastprofessorin an die California State University, Stanislaus/ USA eingeladen. Danach folgten weitere Lehrtätigkeiten, so 2010 an der Akademie der Künste in Riga/Lettland und 2011 an der City University of New York, NY/USA.

Susanne Kessler lebt in Berlin und Rom.

Werk[Bearbeiten]

Bekannt wurde Susanne Kessler mit ihren raumgreifenden, organisch wirkenden Installationen. Vorrangig von der Zeichnung ausgehend beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit naturgemäßen, lebendigen Strukturen. Einige ihrer Arbeiten widmen sich Darstellungen des Inneren z.B. der Struktur des menschlichen Gehirns, dessen sichtbare Erscheinung als auch sein innerer komplexer Aufbau thematisiert wird. Dabei steht das Gehirn als Ursprung für alles, was in der Welt entsteht und existiert, für alles Wahrnehmbare und als Quelle des menschlichen Bewusstseins. Erst die Limitation auf das eigene Gehirn, auf das eigene Denken und Visualisieren, fördert laut Kessler eine „Ich-Konstruktion“, die sich von der Wissenschaft entfernt und in eine künstlerische Welt führt. Oftmals werden Gedankenfragmente, auch Gedankenzüge, die sich fortwährend mit biologischen Vorbildern beschäftigen, in ein zeichnerisches System eingebunden und bilden ein vielschichtiges Gewebe von sich überlappenden Mustern und poetischen Inhalten. Durch die Verbindung von wissenschaftlichen Zeichnungen und eigenen Assoziationen und Vorstellungen vermitteln ihre Installationen das Bild eines organischen Netzwerks. „Das verzweigte Leben bleibt rätselhaft und explosiv, geheimnisvoll wie ein Kokon…“, beschrieb sie es einmal. Im Zentrum ihres Schaffens wird das Prinzip des Lebens als Fluss der Lebensenergie, als Wandlungsprozess sichtbar gemacht, der gleichermaßen den Arbeitsprozess der Künstlerin abbildet. Zeichnungsserien werden immer wieder neu in Installationen eingebunden, um sie aus sich heraus zu erneuern. Es entstehen Räume mit grafischen Zeichen und Symbolen, die zum Teil die kinetische Energie des Raumes mit aufnehmen. Jedes Environment wird direkt an den Ort angepasst. Ausgangspunkt ist dabei das Flüchtige, denn nur in der zeitlich begrenzten Existenz wird das Lebensrad sichtbar. Alles beginnt, entsteht und vergeht. Durch immer wieder neue Raumbedingungen und die ortspezifische Dynamik versinnbildlicht das Konzeptuelle der Arbeit von Susanne Kessler die Auffassung von Evolution.

Als Zeichnerin sieht sich Susanne Kessler am Schnittpunkt zwischen aktuellen und antiken Verhältnissen, zu beiden Seiten hin in gleicher Entfernung, die zwar immer wieder beeinflusst von Ort und Material sind, aber innerlich unabhängig bleiben.

Installationen[Bearbeiten]

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten]

  • 1982 DAAD-Stipendium, Royal College of Art, London/GB
  • 1984 Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Paris/F
  • 1992 Paul-Strecker-Preis, Mainz
  • 1995 Kaiserringstipendium der Stadt Goslar
  • 1995 - 1996 Artist in Residence, Lalit Kala Academy, New Delhi/IND
  • 1996 Max Mueller Bhavan, Hyderabad, Mumbai, Chennai/IND
  • 1996 Goethe-Institut Lahore/PK
  • 2001 - 2002 Gastprofessorin und Artist in Residence, California State University, Stanislaus CA/USA
  • 2003 Artist in Residence, Fadjr Festival, Teheran/IR
  • 2005 Mitglied des „Viewing programs, Artist registry“ und Einladung zum “Artist Talk”, The Drawing Center New York, NYC/USA
  • 2007 Artist in Residence, Second Street Gallery Charlottesville, VA /USA
  • 2008 Internationales Symposium „Dialog“, Kunstakademie, Riga/LT
  • 2010 Gastdozentin und Artist in Residence, Kunstakademie, Riga/LT
  • 2011 Gastprofessorin und Artist in Residence City University of New York/USA
Susanne Kessler, installazione illuminata, Viterbo 2009
Susanne Kessler, disegno spaziale, Galleria Dora Diamanti, Rome 2008

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 2013 Projektraum Deutscher Künstlerbund Berlin
  • 2013 The Manchester Science Festival, Victoria Warehouse, Manchester/GB
  • 2011 Washington Project for the Arts, Washington/USA
  • 2010 Ex- GIL, Rom/IT
  • 2010 Museo Faina and Ex- convento di San Giovanni, Orvieto/IT (solo)
  • 2010 WHITECONCEPTS, Berlin
  • 2009 Galerie Epikur, Wuppertal (solo)
  • 2009 Galerie Inga Kondeyne, Berlin
  • 2008 Galleria Dora Diamanti, Rom/IT (solo)
  • 2008 John Jay University Gallery, City University New York, NY/USA (solo)
  • 2007 Second Street Gallery Charlottesville, VA/USA (solo, site-specific)
  • 2005 Nassauischer Kunstverein Wiesbaden
  • 2005 American Association of the Advancement of Science, Washington DC (in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Washington/USA) (solo)
  • 2003 Fadjr Festival, Taleghani Artist Forum, Teheran/IR (solo)
  • 2001 Gustav Lübke Museum, Hamm (solo)
  • 2000 Cantieri alla Zisa/ Goethe Institut Palermo/IT (solo)
  • 1999 Beuys Archiv- Museum Schloss Moyland (solo)
  • 1995 Mönchehaus-Museum für zeitgenössische Kunst, Goslar (solo)
  • 1995 Von der Heydt-Museum, Wuppertal (solo)
  • 1994 Städtische Galerie Albstadt (solo)
  • 1992 Landesmuseum Mainz (solo)

Literatur[Bearbeiten]

  • 1989 Venzmer , Wolfgang: Die Karusselle von Susanne Kessler. In: Susanne Kessler – Malbücher, Bilder, Zeichnungen und Raumobjekte. Berthold Roland (Hg) Ausstellung Landesmuseum Mainz
  • 1991 Bonito Oliva, Achille: 100 e uno arie pensose verso la scultura. In Arie. Ausstellung: Festival dei Due Mondi. Fonti del Clitunno, Spoleto/Italien. Edizione Carte Segrete (Hg)
  • 1991 Strano, Carmelo: L’ambiente o arte ambientale.In: Arte e Architettura. Mailand 1991. Ausstellung 4e Salone Internazionale dell’Architettura. Mailand/Italien
  • 1992 Zeichnungen Und Konstruktionen, Städtische Galerie Albstadt (Hg) / ISBN 3-923644-43-4
  • 1993 Bonito Oliva, Achille: Gran Delubro, L’Arte. Edizione Carte Segrete (Hg), Ausstellung Erice, La Salerniana, Ex Convento di San Carlo/Italien
  • 1994 Birthalmer Antje: Arme Kunst zwischen Tempeln und Antennen. In: Susanne Kessler, Werke 1984-1994. Ausstellung: Von der Heydt-Museum Wuppertal, (Hg) / ISBN 3-89202-024-8
  • 1994 Franz Joseph van der Grinten: Vom Ursprung der Dinge. In: Susanne Kessler; Zeichnungszyklus - 41 Teerarbeiten. Verlag Galerie Epikur, Wuppertal
  • 1995 Smitmans, Adolf: Form als Lebensgebärde. In: Susanne Kessler, Goslaer Kaiserringstipendium, Mönchehaus Museum für zeitgenössische Kunst, Goslar
  • 1995 Becker, Wolfgang: The Burden of the Bunker- transforming a line of defense. In: Fredsskulptur 1995. Elle-Mie Ejdrup Hansen (Hg) Ausstellung dänische Westküste
  • 1996 Matusche, Petra: Inner Energies and Outer Spaces. In: Susanne Kessler in India and Pakistan 1995-1996. Ausstellung Max Mueller Bhavan, Hyderabad, Madras, Lait Kala Academi, New Delhi, Indien, Goethe Institut Lahore, Pakistan; Museum Abtei Liesborn / ISBN 81-900739-0-7
  • 1998 Ronte, Dieter: An Elbe und Rhein, Einführung in die Ausstellung, Raschke-Stuwe, Ingrid. In : An Elbe und Rhein (1. Und 2. Teil) Elisabeth Montag Stiftung (Hg), Dresden
  • 1999 Haug, Ute: zeichnerisch gemalt- malerisch gezeichnet. In: Susanne Kessler, Bilder Konstruktionen, Arbeiten auf Papier. Ausstellung Museum Schloss Moyland (Hg), Joseph Beuys Archiv. Bedburg-Hau / ISBN 3-929042-25-8
  • 2001 Eikermann, Silke. Von Bildern und Büchern. In: Bilder und Gebilde Ausstellungsreihe. Galerie der Stadt Remscheid, Gustav Lübke Museum Hamm, Stadtgalerie im Elbeforum, Brunsbüttel (Hg) / ISBN 3-931279-21-9
  • 2003 Karshenas, Majid: Love resurrects humanity. In: Susanne Kessler - Persian Diary . Ausstellung Artist Forum Taleghani, 2003 Teheran/Iran / ISBN 3-86611-024-3
  • 2008 Montag Stiftung Bildende Kunst. In: Blick zurück nach vorn. Susanne Kessler, Wenn die Flüsse rückwärts fließen. Susanne Kessler, Bilancia Anfibia - Von der Flosse zum Flügel, Bonn
  • 2008 Farrington, Lisa: The Art of Dualities. In: Susanne Kessler, Drawing Space - The New York Room. Ausstellung City University - John Jay Gallery, New York, NY/USA
  • 2010 Canova, Lorenzo: La rete segreta della cose. In Ritmo e Linea. Ausstellung Ex- Convento di San Giovanni , Orvieto, Italien
  • 2010 Canova, Lorenzo. Sbandati. Mostra Ex-GIL Roma/Italien, Edizione riverberi sonori (Hg) / ISBN 9-79075-0045-0 (formal falsche ISBN)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Susanne Kessler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien