Mali
| République du Mali Republik Mali |
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| Wahlspruch: Un peuple, un but, une foi (frz. für „Ein Volk, ein Ziel, ein Glaube“) |
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| Amtssprache | Französisch | ||||
| Hauptstadt | Bamako | ||||
| Staatsform | Semipräsidiale Republik | ||||
| Staatsoberhaupt | Präsident Dioncounda Traoré (kommissarisch) | ||||
| Regierungschef | Premierminister Django Sissoko (kommissarisch) | ||||
| Fläche | 1.240.192 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 14.517.176[1] (Zensus 2009) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 12 Einwohner pro km² | ||||
| Bruttoinlandsprodukt | ca. 9,42 Mrd. US$ (2009), für 2011 geschätzt 10,29 Mrd. US$ [2] | ||||
| Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner | ca. 691 US$ (2009) | ||||
| Human Development Index | ▲ 0,359 (175.)[3] | ||||
| Währung | 1 CFA-Franc BCEAO | ||||
| Unabhängigkeit | von Frankreich als Teil der Mali-Föderation am 20. Juni 1960, endgültig am 22. September 1960 | ||||
| Nationalhymne | Pour l’Afrique et pour toi, Mali | ||||
| Zeitzone | UTC | ||||
| Kfz-Kennzeichen | RMM | ||||
| Internet-TLD | .ml | ||||
| Telefonvorwahl | +223 | ||||
Mali (deutsch [ˈmaːli], französisch [maˈli]) ist ein Binnenstaat in Westafrika. Er ist seit 1960, dem Afrikanischen Jahr, von Frankreich unabhängig. Der Landesname wurde in Anlehnung an das gleichnamige mittelalterliche Reich Mali gewählt.
Nach einem Militärputsch in der Hauptstadt Bamako und der einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Nordens (Azawad) steht das Land 2013 in einer schweren politischen Krise. Am 11. Januar 2013 begann die Opération Serval, ein Einsatz der französischen Streitkräfte zur Unterstützung der Regierungstruppen.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Lage [Bearbeiten]
Mali ist ein Binnenstaat im Inneren Westafrikas mit 1.240.192 Quadratkilometer Fläche, von denen 20.002 auf die Gewässer entfallen. Es liegt in der Großlandschaft Sudan sowie im Sahel und teilt sich seine 7243 Kilometer lange Landgrenze mit sieben Nachbarstaaten; im Nordosten und Norden mit Algerien (1376 Kilometer Länge), im Nordwesten mit Mauretanien (2237 Kilometer), im Osten mit Niger (821 km) sowie im Südosten mit Burkina Faso (1000 Kilometer). An Mali grenzen außerdem Senegal (419 Kilometer) im Westen, Guinea (858 Kilometer) im Südwesten und die Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire, 532 Kilometer) im Süden.[4] Oberhalb des Nigerbogens liegt die Wüste Sahara, die zwei Drittel der Landesfläche bedeckt.
Relief [Bearbeiten]
Die nördliche Landeshälfte wird von einem Ausläufer des algerischen Ahaggar-Massivs überragt. Den südlichen und zentralen Teil durchzieht der Niger in breiten Tiefländern. Zwischen Ségou und Timbuktu bildet der Niger ein großes Binnendelta – die Massina. Der vorherrschende Vegetationstyp im Süden ist die Feuchtsavanne (mit Galeriewäldern an den Flussläufen), die nach Norden in eine Dornbuschsavanne übergeht; es folgen schließlich Halbwüste und der saharische Wüstengürtel.
Gewässer [Bearbeiten]
Der Niger ist der bedeutendste Fluss Westafrikas, er durchquert Mali auf einer Länge von etwa 1700 km. Er fließt aus Guinea kommend im südwestlichsten Zipfel des Landes in das Territorium von Mali ein und bildet nach Ségou ein großes Binnendelta. Bei Mopti nimmt er seinen größten Nebenfluss Bani auf, um sich kurz darauf in zwei Arme, den Bara Issa und den Issa Ber, zu zerteilen. Die etwa 100.000 km² große Schwemmeebene ist von zahlreichen flachen, nur saisonal existierenden Seen bedeckt. Kurz vor Diré vereinigen sich die beiden Arme wieder, bei Timbuktu wendet sich der Flusslauf Richtung Osten und bei Bourem in Richtung Südosten.[5]
Der Senegal-Fluss ist der zweite wichtige Fluss der Region. Er entsteht bei Bafoulabé durch den Zusammenfluss von Bafing und Bakoye. Auf seinem Weg durch den westlichen Teil Malis nimmt der Senegal-Fluss noch das Wasser von Falémé, Karakoro und Gorgol auf.[5]
Die einzigen beiden ganzjährig bestehenden Seen liegen beiderseits des Niger und heißen Niangay und Faguibine. Letzterer ist mit 590 km² Oberfläche in der Regenzeit der größte See des Landes. Die zahlreichen saisonalen Seen füllen sich nur in der Regenzeit mit Wasser, die bedeutendsten von ihnen heißen Debo, Fati, Teli, Korientze, Tanda, Do, Garou und Aougoundou.[5]
Die Fischerei in den Flüssen und Seen ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Mali, die Sümpfe und Feuchtgebiete, die sich in der Regenzeit entlang des Niger bilden, bieten zahlreichen Vogelarten Lebensraum.
Als Binnenstaat hat Mali keine Meeresküste.
Klima [Bearbeiten]
Das Klima Malis wird primär beeinflusst von der Wechselwirkung des westafrikanischen Monsuns und des Passatwindes Harmattan, der den Regionen des Landes eine unterschiedlich lange, aber eine ausgeprägte Einteilung in Trocken- und Regenzeit beschert. Die Klimazonen reichen vom tropisch-feuchten Sudanklima bis zum Wüstenklima der Sahara. Entsprechend nehmen die Jahresniederschläge von über 1000 Millimeter im Süden auf weniger als 100 Millimeter im Norden ab – dort regnet es mitunter jahrelang gar nicht. Dadurch unterscheidet sich der Norden stark von der südlichen Hälfte. Im Norden ist es im Winter kälter und im Sommer wärmer als im Süden. Der geringe Niederschlag im Norden impliziert auch eine höhere Dürrewahrscheinlichkeit. Großflächige Landwirtschaft wird aufgrund der klimatisch günstigeren Verhältnisse fast ausschließlich im Süden betrieben, während sich im Norden des Landes nur in den Oasen kleine landwirtschaftliche Nutzflächen finden lassen.
Norden [Bearbeiten]
Das Gebiet ist im Mittel deutlich wärmer als europäische Länder der mediterranen Zone; die Temperaturen können aber im Januar auch im Tiefland bis zum Gefrierpunkt fallen und liegen bei etwa 10 bis 20 °C, Richtung Süden auch über 25 °C Tagesmaximum. In den heißesten Monaten Juni und Juli herrschen mittlere Temperaturen von bis zu 35 °C, die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen liegen dann über 40, in Tessalit am Adrar des Ifoghas bei etwa 42 °C.[6]
Der Jahresniederschlag liegt in der Nordspitze bei unter 20 Millimeter und zur Mitte hin bei immerhin nur 20 bis 250 Millimeter, was zur Folge hat, dass hier ein vollarides Klima herrscht (Niederschlag ist für 10 bis 12 Monate im Jahr geringer als das Verdunstungspotential). Entsprechend ist die Dürrewahrscheinlichkeit sehr hoch. Die extreme Trockenheit und Hitze sind erschwerte Bedingungen für die Landwirtschaft. Insbesondere im an die Sahara-Wüste angrenzenden Norden des Landes ist zunehmende Wüstenbildung eine Gefahr.
Süden [Bearbeiten]
Im Süden ist das Klima deutlich ausgeglichener. Im wärmeren Januar steigt die Temperatur auf 20 bis 25 °C, selten über 25 °C. Der Sommer unterscheidet sich davon nur geringfügig mit im Juli größtenteils 25 bis 30 °C, zur Mitte hin auch bis zu 35 °C und nach Süden zu teilweise nur 20 °C bis 25 °C. Die Niederschläge liegen hier bei über 250 mm im mittleren Teil und bis zu 2000 Millimeter Jahresniederschlag im südlichen. Entsprechend ist auch die Zahl der ariden Monate mit zehn bis unter sechs Monaten kleiner als im Norden mit entsprechend geringerer Dürrewahrscheinlichkeit. Auch die Südhälfte Malis teilt sich wieder in drei Regionen: zum einen die Mitte mit einer Dornsavanne, weiter südlich die Trockensavanne und schließlich ganz im Süden Malis eine Feuchtsavanne.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Die Bevölkerung Malis setzt sich aus rund 30 verschiedenen Ethnien zusammen. Sie haben verschiedene Sprachen und Kulturen.
Die Hauptbevölkerung bilden die Bambara, die fast ein Drittel (32 %) der Einwohner stellen. Politisch führend sind die Malinké, obwohl sie nur 6 Prozent der Bevölkerung bilden. Ebenfalls sesshafte Ackerbauern sind die Senufo mit 12 Prozent, die Sarakolé (Maraka) mit 9 Prozent, die Songhai mit 7 Prozent und die Dogon. Als Nomaden oder Halbnomaden leben in der Mitte des Landes vor allem die Fulani (Fulbe, Peulh), welche 14 Prozent der Landesbevölkerung stellen, ferner die Tuareg und Mauren (speziell die Kunta). Weitere Gruppen sind die Minianka, die Bozo, die Khassonké, die Bobo und die Dioula.[7] In der ehemaligen französischen Kolonie leben heute noch rund 6000 Franzosen.[8]
Das Bruttosozialprodukt pro Kopf beträgt rund 813 Euro (Stand 201x).[9] Mali weist ein selbst für afrikanische Verhältnisse hohes jährliches Bevölkerungswachstum von 2,8 Prozent auf. Die Arbeitslosigkeit liegt bei etwa 30 %.[10] Sie dürfte sich in den letzten 15 Jahren verdreifacht haben.
Männer haben das Recht zur Polygamie. Frauen sind weiterhin stark benachteiligt.[11]
Sprachen [Bearbeiten]
Noch vor der Amtssprache Französisch, die als Zweitsprache von rund 10 % der Bevölkerung gesprochen wird, ist Bambara (40 Prozent Sprecheranteil) die verbreitetste Sprache. Obwohl inklusive Zweitsprecher etwa 80 Prozent der Einwohner Bambara beherrschen, ist Französisch die alleinige Amts- und Unterrichtssprache. Auf Bambara bedeutet der Landesname Mali „Flusspferd“. Weitere Sprachen sind die Dogon-Sprachen, Fulfulde, Songhai-Sprachen, Soninke, Senufo-Sprachen und Tamascheq. Arabisch genießt vor allem im religiösen Kontext eine hohe Bedeutung. Von vielen Maliern werden mehrere dieser Sprachen verstanden.[12]
Religionen [Bearbeiten]
Die Einwohner der Sudanzone wurden durch nordafrikanische muslimische Eroberer großenteils islamisiert. Gleichzeitig bestanden daneben die einheimischen Glaubensformen weiter. Der malische Islam hat auch Elemente traditioneller afrikanischer Religionen angenommen, besonders bei den Malinke und den Songhai.
Der sunnitische Islam malikitischer Rechtsschule ist mit ca. 90 Prozent die am meisten verbreitete Religion der Bevölkerung in Mali. Muslime leben vor allem im Norden; sufitische Bruderschaften üben einen starken Einfluss aus.
Im Süden praktiziert etwa ein Prozent der Bevölkerung animistische Religionen. Zu diesen Religionen bekennen sich die meisten Bobo, Senufo und Dogon. Katholiken und Protestanten haben einen Anteil von zwei Prozent;[7] die ehemalige Kolonialmacht Frankreich war katholisch geprägt.
Bildung [Bearbeiten]
47 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter (7 bis 15 Jahre) besuchten im Jahr 2003 tatsächlich die Schule. Allerdings sind 74 Prozent aller mindestens 15 Jahre alten Personen Analphabeten (auch durch den früher geringeren Anteil des Schulbesuchs).[13]
Gesundheit [Bearbeiten]
Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 48,1 Jahren.[14] Es gibt Mangelernährung sowie gravierende Probleme bei der Hygiene.[14] Infektionskrankheiten wie Cholera und Tuberkulose können regelmäßig auftreten.[14]
Politik [Bearbeiten]
Mali galt bis zum Militärputsch im März 2012 als mehr oder weniger gelungenes Beispiel einer Demokratisierung in Afrika, ist aber eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Die Staatsform des Landes ist eine semipräsidiale Republik in Form eines semipräsidentiellen Regierungssystems. Die alle fünf Jahre gewählte Nationalversammlung umfasst 147 Abgeordnete und regiert aus der Hauptstadt Bamako. Parlamentspräsident ist seit 2007 Dioncounda Traoré. Von mehr als 100 Oppositionsparteien sind 14 im Parlament vertreten.[15] Regulär waren im April 2012 Neuwahlen geplant. Nun soll am 7. Juli 2013 ein neuer Staatspräsident und am 21. Juli ein neues Parlament gewählt werden.[16] Politische Beobachter halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass bis dahin die organisatorischen Herausforderungen zu meistern sind. Offen sei, wann eine Wahl auch im Norden durchgeführt und wie die mehr als 400.000 Flüchtlinge darin einbezogen werden könnten.[17]
Nach dem Militärputsch 2012 [Bearbeiten]
Am 21. März 2012 fand in Mali ein Militärputsch statt. Der Sprecher der Putschisten Amadou Konaré begründete den Staatsstreich mit der Unfähigkeit des Präsidenten, den seit Mitte Januar 2012 andauernden Aufstand der Tuareg-Rebellen der Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA) in der Region Azawad im Norden des Landes unter Kontrolle zu bekommen. Als Anführer der Putschisten gilt der Hauptmann der Streitkräfte Malis Amadou Sanogo. Nach der Einnahme des Präsidentenpalastes in Bamako erklärten die Putschisten die Regierung für gestürzt. Die Verfassung wurde außer Kraft gesetzt, die für April angesetzte Präsidentschaftswahl abgesetzt und alle bisherigen staatlichen Institutionen für aufgelöst erklärt. Mehrere Minister wurden festgenommen. Präsident Amadou Toumani Touré wurde für abgesetzt erklärt; ihm gelang zusammen mit loyalen Soldaten die Flucht.[18][19]
Der UN-Sicherheitsrat, die Afrikanische Union und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilten den Staatsstreich und belegten die Militärjunta mit Sanktionen; die EU-Kommission kündigte an, ihre Entwicklungshilfe für Mali vorübergehend einzustellen.[20] Am 1. April 2012 kündigte Sanogo an, die Verfassung wieder in Kraft zu setzen und „freie, offene und demokratische Wahlen“ zu ermöglichen.[21] Am 6. April 2012 stimmte Sanogo einem Rahmenabkommen mit der Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) zur Machtübergabe an eine zivile Regierung zu. Der malische Parlamentspräsident Dioncounda Traoré sollte eine Übergangspräsidentschaft übernehmen und innerhalb von 40 Tagen Neuwahlen organisieren, die ECOWAS beendet im Gegenzug ihre Sanktionen.[22] Um diesen Schritt zu ermöglichen, gab am 8. April auch der vormalige Präsident Touré offiziell seinen Rücktritt bekannt.[23]
Unterdessen nahmen die Tuareg-Rebellen der MNLA im Norden des Landes alle Städte der Region Azawad ein und erklärten am 6. April 2012 die einseitige Unabhängigkeit des Azawad.[24]
Obwohl die Putschisten die Regierungsgeschäfte übergeben haben, ist ihre weitere Rolle unklar. Am 16. April nahmen Soldaten den früheren Ministerpräsidenten Modibo Sidibé fest, am 17. April den Vorsitzenden und aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten der Union pour la république et la démocratie (URD) Soumaila Cissé.[25]
Am 17. April teilte das staatliche Fernsehen mit, Cheick Modibo Diarra werde die Übergangsregierung als Ministerpräsident leiten.[26] Diarra war bis Ende 2011 bei Microsoft als Vorsitzender für den Geschäftsbereich Afrika tätig.[27] Er hatte vor, bei der ursprünglich für den 29. April 2012 geplanten Präsidentschaftswahl zu kandidieren.[28]
Zwischen Januar und Juli 2012 flüchteten über 250.000 Malier infolge der politischen Instabilität, der unsicheren Lage und des mangelhaften Zugangs zu Nahrungsmitteln und Wasser in die Nachbarländer Burkina Faso, Mauretanien und Niger. Außerdem gab es im selben Zeitraum rund 105.000 Binnenflüchtlinge im Norden und rund 69.000 Binnenflüchtlinge im Süden Malis.[29]
Anfang Oktober 2012 ernannte die UNO den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi zum Beauftragten für den Sahel.[30] Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete am 12. Oktober 2012 eine Resolution, in der der Erhalt der staatlichen Einheit Malis gefordert wird.[31] Ein militärischer Einsatz der ECOWAS deutet sich an.[32] Die ECOWAS will 3.300 Mann Eingreiftruppen schicken, die Europäische Union plant den Einsatz von 200 Ausbildern[33] mit Beteiligung der Bundeswehr.[34] Nach einer Festnahme durch Militärs am 10. Dezember 2012 erklärte Modibo Diarra am Morgen des 11. Dezember in einer Erklärung im staatlichen Fernsehen seinen Rücktritt und den Rücktritt seines gesamten Kabinetts.[35][36] Am selben Tag wurde Django Sissoko von Präsident Traoré zum Interimspremierminister ernannt.[37] Der UN-Sicherheitsrat unterstützte in seiner Resolution vom 20. Dezember 2012 einen Militäreinsatz der Nachbarstaaten.[38] Dieser kann möglicherweise nicht vor September 2013 beginnen.[39] Inzwischen rücken die Truppen des Nordens Richtung Süden vor.[40]
Am 11. Januar 2013 begann eine Militäroperation der malischen Streitkräfte namens Opération Serval, unterstützt von französischen Einheiten, gegen aus dem Norden vorrückende islamistische Rebellen.[8]
Streitkräfte [Bearbeiten]
Verwaltungsgliederung [Bearbeiten]
Der Staat gliedert sich in acht Regionen und den Hauptstadtdistrikt. Diese teilen sich in 49 Kreise und 703 Gemeinden. Die Regionen sind jeweils nach ihren Hauptstädten benannt.
| Region | Hauptstadt | Fläche | Einwohner (2009) |
|---|---|---|---|
| Bamako (Hauptstadtdistrikt) | 245 km² | 1.809.106 | |
| Gao | Gao | 170.572 km² | 544.120 |
| Kayes | Kayes | 197.760 km² | 1.996.812 |
| Kidal | Kidal | 151.450 km² | 67.638 |
| Koulikoro | Koulikoro | 89.833 km² | 2.418.305 |
| Mopti | Mopti | 88.752 km² | 2.037.330 |
| Ségou | Ségou | 64.947 km² | 2.336.255 |
| Sikasso | Sikasso | 70.280 km² | 2.625.919 |
| Timbuktu | Timbuktu | 408.977 km² | 681.691 |
Geschichte [Bearbeiten]
Teile des heutigen Mali waren im Mittelalter Gebiet mehrerer aufeinander folgender Großreiche: Reich von Ghana, Mali-Reich, Songhaireich. Sie bezogen ihren Wohlstand vor allem aus dem Transsahara-Handel, unter anderem mit Gold. Über mehrere Jahrhunderte kam es dort zunehmend zur Adaption arabisch-islamischer Lebensformen. Insbesondere Timbuktu erlebte eine Phase kultureller Blüte, unter anderem mit universitätsähnlichen Einrichtungen. Das Songhai-Reich wurde zunächst durch eine marokkanische Invasion am Ende des 16. Jahrhunderts mit der Eroberung von Timbuktu und Gao geschwächt. Ab dem 17. Jahrhundert bauten Bambara Herrschaftszentren entlang des Niger um Ségou auf (Reich von Bambara). Im Gebiet des Massina entstand das Massina-Reich der Fulbe. Ende des 18. Jahrhunderts übernahmen Herrscher des Volkes der Tukulor (andere Bezeichnung: Toucouleur) die Macht im nahezu gesamten heutigen Staatsgebiet Malis.[41]
Seit etwa 1880 eroberte die französische Kolonialarmee das Gebiet. 1892/1893 wurde hier die Kolonie Soudan Français (Französisch-Sudan) gegründet - die Bezeichnung ist nicht mit dem heutigen Sudan zu verwechseln. Der bewaffnete Widerstand gegen die Invasoren hielt bis zur Jahrhundertwende an, brach dann aber zusammen. 1908 wurde Bamako Hauptstadt der Kolonie, die später Teil der Föderation Französisch-Westafrika wurde.
Am 4. April 1959 schlossen sich Französisch-Sudan und Senegal innerhalb der Communauté française zur Mali-Föderation zusammen. Diese erlangte am 20. Juni 1960 ihre Unabhängigkeit von Frankreich. Aufgrund von Differenzen zwischen den führenden Politikern der beiden Landesteile Modibo Keïta und Léopold Sédar Senghor zerbrach die Föderation bereits am 20. August desselben Jahres. Am 22. September 1960 erklärte die frühere Kolonie Französisch-Sudan formell ihre Selbständigkeit unter dem Namen Republik Mali. Dieser Tag gilt in Mali seither als Nationalfeiertag.
Nach der Unabhängigkeit war Mali ein Einparteienstaat unter Präsident Keita (Union Soudanaise - Rassemblement Démocratique Africain, US-RDA). Er vertrat eine sozialistische Politik. Ein wirtschaftlicher Niedergang führte 1967 zu der Entscheidung, sich wieder der Franc-Zone anzuschließen und andere wirtschaftspolitische Prinzipien anzupassen. 1968 putschte sich General Moussa Traoré an die Macht. 1980, als die Wirtschaft schwer zu leiden hatte, gingen zahlreiche Menschen auf die Straßen um gegen Traoré zu protestieren (siehe Unruhen in Mali 1980). 1991 kam es nach Unruhen zu demokratischen Reformen und 1992 zur Verabschiedung einer Verfassung (siehe Putsch in Mali 1991). 1992 wurde Alpha Oumar Konaré (Alliance pour la Démocratie en Mali, ADEMA) zum Präsidenten gewählt und 1997 wiedergewählt.
Staatsoberhaupt war seit dem 8. Juni 2002 Staatspräsident Amadou Toumani Touré, allerdings war die Wahlbeteiligung mit rund 30 Prozent sehr gering. Der Staatspräsident wurde laut Verfassung zunächst für fünf Jahre direkt vom Volk gewählt und am 29. April 2007 wiedergewählt.[15] Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Modibo Sidibé am 30. März 2011 wurde mit der parteilosen Cissé Mariam Kaïdama Sidibé erstmals eine Frau Regierungschefin in Mali.
Im Norden Malis kam es in der Vergangenheit häufiger zu Konflikten mit den dort heimischen Nomaden, den Tuareg, die nach dem Bürgerkrieg in Libyen erneut ausbrachen.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als einem US-Dollar Einkommen pro Tag auf 73 Prozent. Nach anderen Angaben lebten 2005 etwa 36 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.[42] Korruption ist weitverbreitet.
Landwirtschaft [Bearbeiten]
Nur zwischen drei und vier Prozent der Landesfläche können als Ackerland verwendet werden, gleichzeitig beschäftigt die Landwirtschaft jedoch knapp 70 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung und erbringt etwa 39 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. In den Gebieten der Flüsse Niger und Senegal sowie südlich der 600 Millimeter Isolinie ist Ackerbau als Überflutungs- bzw. Bewässerungs- oder als Regenfeldbau möglich. Zu den Hauptanbauprodukten gehören Erdnuss, Mais, Sorghum sowie Baumwolle. Im Dogonland ist zudem die Produktion von Zwiebelmasse bedeutsam und in der Region um Bamako, Bananenanbau.[43]
Bei nur 600 Millimeter Niederschlag im Jahr (nach Norden weiter abnehmend) besteht ein beträchtliches Ernterisiko. Die Anbauzonen werden jedoch durch die Bevölkerungsexplosion weit über die Trockengrenze ausgedehnt. Nördlich der 600 Millimeter Isolinie, im Bereich des 200-Millimeter-Jahresniederschlages werden Weizen sowie Grünfutter angebaut. Südlich der 600 Millimeter Isolinie befindet sich eine Zone mit 700 bis 1900 Millimeter Niederschlag pro Jahr und somit größerer Erntesicherheit.
Die traditionelle Wirtschaftsform ist der Wanderhackbau. Angebaut wird meist bis zur Bodenerschöpfung, die nach drei bis fünf Jahren eintritt. Früher lag dieses Land dann 10 bis 20 Jahre brach, bevor es erneut bewirtschaftet wurde. Diese Zeit hat sich bis heute immer weiter verkürzt. Gründe hierfür sind das Bevölkerungswachstum und die Besitzstruktur: Bei den meisten Stämmen hat jeder Stammesangehörige Anspruch auf ein Stück Land. Regenfeldbauern im Gebiet Malis legen außerdem mehr Felder an, als in Gunstjahren zur Eigenversorgung notwendig wären. Es werden sowohl Gunststandorte als auch weniger fruchtbare Felder bestellt.
Eine erste Gruppe dieser Felder, die nicht auf Gunststandorten gelegen ist, wird nach den ersten Niederschlägen mit verschiedenen Feldfrüchten unterschiedlicher Vegetationsperioden bestellt. Dadurch sind in günstigen Jahren mit genügend Niederschlag die Ernteerträge hoch; in Dürrejahren ist trotzdem noch mit kleinen Erträgen zu rechnen. Das Verfahren verbraucht aber viel Kulturland, was die Gefahr der Desertifikation vergrößert.
Da es traditionell üblich ist, die Ertragsüberschüsse mehrere Jahre zu speichern, würde die Alternative, nämlich nur Gunststandorte intensiv zu bewirtschaften, zwar in Ungunstjahren ähnliche Erträge erzielen, Gunstjahre würden jedoch um einiges bescheidener ausfallen, was das Risiko für die Bauern vergrößerte. 2012 kam es zu einer verheerenden Dürre und zur weiteren Abwanderung aus der Landwirtschaft.
Diese traditionelle Art der Landnutzung ist tief in der Bevölkerung verwurzelt.
Bergbau [Bearbeiten]
Seit Ende der 1990er Jahre gewinnt Mali zunehmende Bedeutung als Goldproduzent. Nach Südafrika und Ghana hat Mali die drittgrößte afrikanische Goldindustrie. Daneben werden Phosphate abgebaut. Die Goldlagerstätten befinden sich im Süden des Landes, in Kalana und Kadiolo. Umfangreiche Prospektions- und Förderungslizenzen an ausländische Investoren wie Randgold Resources waren für die große Steigerung der Fördermengen verantwortlich.[44] Eines der modernsten Projekte des Landes ist die Kodieran-Goldmine, die von der malischen Wassoul'Or S.A. betrieben wird und im Januar 2012 die Produktion aufgenommen hat. Seit Herbst des Jahres 2012 werden täglich 10.000 Tonnen mit einem Goldgehalt von 0,4 Gramm pro Tonne gefördert und komplett aufbereitet. Die in Frankfurt ansässige Gesellschaft Pearl Gold hält eine 25-prozentige Beteiligung an Wassoul'Or.[45]
Seit 1995 werden auch in Sadiola im Kreis Kayes Lagerstätten erschlossen. Für diese Mine verloren 43 Dörfer ihr Land. Für die von der zunächst von der britisch-amerikanischen BHP Billiton, später von der Société Des Mines De Syama S.A. (SOMISY S.A.) erschlossene Goldmine von Syama bei Fourou verloren 121 Dörfer ganz oder teilweise ihr Land.
Die gesamte Goldproduktion Malis stieg seit 1992 von 3 auf 51,3 Tonnen (2009) Gold an. Mit 30 Mrd. Malien Francs Deviseneinnahmen (Stand: 2006) wurde Baumwolle als wichtigstes Exportgut längst durch Bergbauprodukte mit einem Anteil von mehr als 75 % an den Exporterlösen abgelöst. Davon sind ca. vier Fünftel Erlöse aus dem Goldexport.
Mali hatte im Mai 2011 eine Revision des Bergbaugesetzes angekündigt in der Hoffnung, dass ein solcher Schritt die Abläufe für den Erwerb von Explorations- und Abbaulizenzen strafft und weitere Investitionen anlockt. Zugleich sollte der Staatsanteil von 20 auf 25 Prozent erhöht werden.[46]
Der französische Atomkonzern Cogema (heute AREVA) entdeckte vor Jahren Uran-, Kupfer-, Silber- und Bauxitvorkommen bei Falea am Mandigo-Plateau im Grenzgebiet zu Senegal. Die Bauxitvorkommen zählen zu den größten der Welt. Im Jahre 2007 schloss die Firma Delta exploration, heute Rockgate Capital Corp. (Vancouver) mit der Regierung Malis einen Vertrag über den Abbau dieser Rohstoffe in 80 Kilometer Entfernung von der von AREVA entdeckten Lagerstätte und plante eine große Mine.[47] Bohrproben ergaben einen Urangehalt von bis zu über 6 %. Über die Vertragsklauseln wurde Stillschweigen vereinbart. Wahrscheinlich wurde ein Gebiet von insgesamt 150 Quadratkilometer an die Gesellschaft abgetreten. Dort soll die Erde bis auf 300 Meter Tiefe abgetragen, staubfein zermahlen und mit Wasser und Chemikalien vermischt werden, um die Rohstoffe trennen zu können, was u.a. katastrophale Folgen für den Grundwasserspiegel hätte.[48]
Auch die australisch-britische Oklo Uranium Ltd. explorierte seit 2007 größere Uranlager bei Kidal auf einer Fläche von insgesamt 20.000 Quadratkilometer sowie Phosphatvorkommen bei Gao.[49] Beide Städte liegen im Rebellengebiet. Die kanadische Great Quest Metals Ltd. verkündete im Oktober 2012 den Investoren, dass die Phosphatvorkommen auf einer Fläche von 1200 Quadratkilometern im Tal von Tilemsi - ebenfalls im Rebellengebiet - über 50 % größer sind als bisher geschätzt.[50] Weiter geplant war der Abbau von Manganvorkommen. Malis Reserven an Mangan werden auf 10 Millionen Tonnen geschätzt. Die Aktie von Great Quest, die seit 2012 auf ein Siebentel ihres Wertes gefallen war, hat direkt nach der französischen Intervention ihren Wert fast verdoppelt. Der CEO, Joel Jeangrand, kommentierte diesen Anstieg wie folgt: "The current developments in Mali signal a turn in the geopolitical crisis that has affected the country for the past 10 months." Die Geschäftspolitik werde unverändert fortgesetzt.[51]
Handwerk, Industrie, Dienstleistungen [Bearbeiten]
Mali hat nur wenig Industrie. Während unmittelbar nach der Unabhängigkeit einige größere staatliche Unternehmen zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte aufgebaut wurden (Textilien, Zigaretten, Gemüsekonserven), gibt es heute nur kleine und einige mittelgroße Verarbeitungsbetriebe v.a. für Nahrungsmittel[52] und Baustoffe. Die Investitionsquote in der Industrie ist im Gegensatz zu der im Bergbau seit langer Zeit rückläufig. 2007 erzeugte die Industrie Waren im Wert von 1,52 Milliarden US-Dollar, das sind 24,2 % des Bruttoinlandprodukts.[53]
Der Handels- und Dienstleistungssektor hat in den letzten Jahren durch den Tourismus einen gewissen Aufschwung erfahren, der jedoch durch Entführungen und den militärischen Konflikt in den Jahren seit 2011 gestoppt wurde.
Staatshaushalt [Bearbeiten]
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,8 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,5 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,4 Prozent des BIP.[54] Die Auslandsschulden betrugen 2011 3,54 Milliarden US-Dollar.[55]
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:
Handelspartner [Bearbeiten]
Mali exportierte 2010 nach UN-Angaben Waren im Wert von 1.996 Mio. US$ (knapp 2,0 Mrd. $). Als Abnehmerland an der Spitze lag Südafrika (1.139 Mio. $) vor der Schweiz (242 Mio. $) und Italien (120 Mio. $). Nach Frankreich gingen Erzeugnisse im Wert von 23 Mio. $. Deutschland nahm Waren im Wert von 4 Mio. $ ab (2011: 2,2 Mio. Euro, davon entfielen 1,8 Mio. Euro auf landwirtschaftliche Produkte).
Von den Gesamtausfuhren Malis entfielen 2010 80,5 % (1.583 Mio. $) auf Gold. Weitere 8,5 % stellten Erzeugnisse aus Baumwolle (167 Mio. $).
Mali importierte 2010 Waren im Wert von 4.704 Mio. US$ (4,7 Mrd. $). Größtes Lieferland war Senegal (639 Mio. $) vor Frankreich (630 Mio. $), Benin (468 Mio. $) und China (467 Mio. $). Die deutschen Lieferungen hatten einen Umfang von 111 Mio. $. (2011 beliefen sie sich auf 80,2 Mio. €, davon entfielen 28,8 Mio. Euro auf Textilien.)[57]
Strukturell gesehen entfielen 26,0 % der Gesamteinfuhren Malis im Jahr 2010 auf Erdöl. Ebenfalls 26,0 % stellten „Maschinen und Fahrzeuge“, darunter Maschinen (528 Mio. $), Kfz (319 Mio. $), Elektrotechnik (163 Mio. $) und Elektronische Erzeugnisse (117 Mio. $). Chemische Erzeugnisse hielten mit 694 Mio. $ einen Anteil von 14,8 % der malischen Gesamtbezüge aus dem Ausland.
Verkehr [Bearbeiten]
Kultur [Bearbeiten]
Die Große Moschee von Djenné ist eines der größten Lehmgebäude der Welt und zählt zu den berühmtesten Bauwerken Afrikas. Im Jahr 1998 wurde sie gemeinsam mit der Altstadt Djennés von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Zutritt ist Nicht-Muslimen untersagt. Ende Juni 2012 haben Mitglieder der islamistischen Gruppe Ansar Dine unter anderem das Mausoleum des sufistischen Heiligen Sidi Mahmud verwüstet, welches zum UNESCO-Welterbe gehört. Aufgrund bewaffneter Konflikte hatte das Unesco-Welterbekomitee die Wüstenstadt Timbuktu mit seinen Lehmmoscheen sowie das Grabmal von Askia zuvor auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.[58]
Musik [Bearbeiten]
Die Musik Malis ist vielfältig und unterscheidet sich nach den Ethnien. Im Süden Malis fußt sie auf den Traditionen der Griots, herumziehender Geschichtenerzähler und Sänger, darunter auch Frauen,[59] in deren Liedern das Malireich eine große Rolle spielt. Häufig verwendete Instrumente sind Kora – eine Stegharfe der Mandingka – sowie die Spießlaute Ngoni, das Stabspiel Balafon, die Bechertrommel Djembé, die tief klingende Röhrentrommel Dununba, die einsaitige Laute Gurkel (auch djerkel) und die einsaitige Fidel Njarka.[59][60] In den 1960er Jahren wurde die Musik durch kubanische Einflüsse ergänzt. Gleichzeitig wurde die Gitarre populär. Kubanische Musik ist in Mali bis heute zu hören.[61] Ebenso gibt es französische Einflüsse durch die Arbeit in den dortigen Studios.
Zahlreiche malische Musiker sind in Mali populär und erreichten im Ausland große Bekanntheit, etwa Ali Farka Touré, der auf Kora oder Gitarre „Wüstenblues“ spielte.[60] Sein 1995 erschienenes Album Talking Timbuktu, das er mit Ry Cooder eingespielt hatte, erhielt einen Grammy als „Bestes Weltmusikalbum“; 2006 erhielt er einen Grammy als „Bestes traditionelles Weltmusikalbum“ für sein Album In the Heart of the Moon, das er zusammen mit Toumani Diabaté eingespielt hatte. Weitere bekannte malische Musiker sind Salif Keïta, Mory Kanté und Rokia Traoré. Eine Besonderheit Malis ist der hohe Anteil an Sängerinnen in der populären Musik. Sie prägen wie Oumou Sangaré die Wassoulou-Musik im Süden des Landes.
Die Tuareg im Norden haben abweichende Musiktraditionen, zum Teil aber ähnliche Instrumente. Die einsaitige Fidel Imzad ist den Tuaregfrauen vorbehalten, beide Geschlechter spielen die dreisaitige Zupflaute Tahardent und die Mörsertrommel Tendé. Die Tuareg-Band Tinariwen wurde 1982 gegründet. Sie nutzt elektrisch verstärkte Instrumente und ist auch in Europa bekannt.
Literatur [Bearbeiten]
Das literarische Leben Malis ist durch die Begegnung von traditionellen, mündlich übertragenen Texten, arabisch-muslimischer Literatur, französischer Kolonialvergangenheit und modernem, zeitgenössischen Literaturschaffen geprägt.
Die mündlich übertragene Literatur ist bis heute lebendig und viele Malier halten sie für ausdrucksstärker als schriftlich festgehaltene Texte. Darbietungen derartiger Überlieferungen schaffen hohe emotionale Anteilnahme unter der Zuhörerschaft. Inhalte der mündlichen Überlieferungen sind kulturelle Werte und soziale Normen in Form von Sprichwörtern und Fabeln, aber auch Berichte von historischen Ereignissen oder Heldenepen, wobei die historische Authentizität umstritten ist.[62] Aufzeichnungen arabischer Reisender und Historiker von El Bekri (11. Jahrhundert) bis Leo Africanus (16. Jahrhundert) sind bis heute erhalten und bilden die Grundlage für die heutige Geschichtsschreibung der Region; die Manuskripte von Timbuktu sind weltberühmt geworden. Später wurden religiöse, exegetische und pädagogische Texte in lokalen Sprachen, aber arabischer Schrift verfasst. Diese Ajamiyya genannte Literatur hatte, wenngleich die arabische Schrift zur Wiedergabe afrikanischer Sprachen schlecht geeignet war, eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung des Islam im heutigen Mali.[63]
Unter der französischen Kolonialherrschaft verlangte die Politik der kulturellen Assimilierung, dass sämtliche literarische Tätigkeit in französischer Sprache sein müsse, und dass sie dem Geschmack der französischen Kultur zu entsprechen habe. Moderne Literatur existiert in Mali deshalb fast ausschließlich in französischer Sprache. Die ersten bedeutenden modernen Schriftsteller waren deshalb in Frankreich ausgebildete Kolonialbeamte, die den politischen Unabhängigkeitskampf unterstützten. Dazu gehören der zum Vater der frankophonen malerischen Literatur erklärte Fily Dabo Sissoko, der Historiker Amadou Hampâté Bâ oder Aoua Keita, deren Autobiografie tiefgründige Einblicke in die Lage der Frauen während der Kolonialzeit erlaubt.[64]
Nach Erlangen der Unabhängigkeit war literarischer Erfolg an politische Aktivität geknüpft. In dieser Zeit arbeiteten Seydou Badian Kouyate, Yambo Ouologuem, der mit der angeblich glorreichen afrikanischen Vergangenheit abrechnete, Massa Makan Diabate oder Ibrahima Aya. Alle diese verfolgten das Ziel, mittels Literatur die malischen Mitbürger aufzuklären. 52-54. Seit der Einführung des Mehrparteiensystems haben sich die Schriftsteller von politischen Themen abgewandt. Zu den bedeutenden zeitgenössischen Schriftstellern Malis gehören Aicha Fofana, Aida Mady Diallo, Habib Dembélé, Ismaïla Samba Traoré, Moussa Konaté oder M'Bamakan Soucko.[65]
Küche [Bearbeiten]
Die Hauptnahrungsmittel in Mali sind die Getreide Hirse, Sorghum, Reis, Fonio und Mais. Dabei wird Reis in Mali angebaut oder importiert, er ist am Land nur zu besonderen Anlässen auf dem Teller, jedoch fast zur Hälfte in der Stadt. Das Getreide wird zum Frühstück als Brei, womöglich mit Milch und Zucker, zubereitet und in reichen Haushalten um Brot ergänzt. Zum Mittag- und Abendessen werden Hirse oder Reis zusammen mit einer schweren Sauce aus Öl, Gemüse und oder Baobab-Blättern gegessen. Fleisch und Fisch findet sich nur bei den reichsten Maliern regelmäßig in dieser Sauce. Sie hat in Mali einen so hohen Stellenwert, dass deren Qualität als Maßstab gesehen wird, wie sehr eine Frau ihren Mann liebt. Das Saucen-Geld ist auch das Synonym für den Betrag, den die Frau von ihrem Mann für das Bestreiten des Haushaltes bekommt, er nimmt in alltäglichen Gesprächen wie auch in malischen Seifenopern breiten Raum ein.[66] Das Kochen ist traditionell ausschließliche Aufgabe der Frauen. Sie richten das Getreide und die Sauce in großen Schalen. Gegessen wird in Gruppen, nach Geschlechtern getrennt, auf dem Boden sitzend und mit den Fingern.[67]
Das Essen ist eine Angelegenheit, die zu Hause stattfindet. Es wird nach Möglichkeit soviel gekocht, dass man überraschend eintreffende Gäste bewirten kann. Es ist inakzeptabel, in der Gegenwart anderer zu essen, ohne diese zum Essen einzuladen. Restaurants sind in Mali eine Einrichtung, die erst in der französischen Kolonialzeit eingeführt wurde.
Während zu den Mahlzeiten Wasser getrunken wird, ist starker Grüntee mit viel Zucker das Getränk, das zu Genusszwecken konsumiert wird. Kaffee und Schwarztee sind nicht sehr verbreitet.[68] Süßgetränke wie Jenjenbere, Dableni oder westliche Softdrinks, werden nur an speziellen Anlässen getrunken. Bier und andere alkoholische Getränke werden religiös bedingt äußerst selten und nur zu speziellen gesellschaftlichen Anlässen getrunken, regelmäßiger oder exzessiver Alkoholkonsum ist gesellschaftlich geächtet.[69]
Bekleidung [Bearbeiten]
Der Bekleidungsstil, wie er heute in Mali gepflegt wird, ist das Ergebnis von tiefgreifenden Veränderungen in den letzten 150 Jahren, die durch Kolonisierung und Islamisierung hervorgerufen wurden.
Frauen bevorzugen die Poncho-artige Robe namens Dloki-Ba, die aus bedrucktem oder besticktem Stoff hergestellt sein kann. Sofern es die finanziellen Gegebenheiten erlauben, wählt die Frau exquisiten importierten Stoff und lässt ihn selbst nach ihrem persönlichen Geschmack färben. Ebenfalls ist der combinaison genannte Zweiteiler aus einem zwei Meter langen, um die Hüfte gewundenen Tuch und einer Bluse. Die Kopfbedeckung signalisiert, dass eine Frau verheiratet ist. Abhängig von Geschmack und Modebewusstsein ihrer Trägerin kann dieses Bekleidungsstück spektakulär und farbenfroh ausfallen. Westliche Kleidung wird in der Regel nur von einigen jungen unverheirateten Stadtbewohnerinnen getragen. Für jeden Kleidungsstil gilt, dass er der Frau zu Selbstachtung verhelfen soll, indem er den Körper und seine Konturen verdeckt.[70]
Die am meisten verbreitete Kleidung für Männer wird Pipau genannt, es handelt sich um ein einteiliges, Kaftan-artiges Gewand, das den Körper bis zu den Füßen verdeckt. In Kombination mit einer Kappe und eventuell einem Bart betont er die muslimische Identität seines Trägers. Einflussreiche Personen tragen häufig eine reich verzierte dreiteilige Kombination aus weit geschnittener Hose, Hemd und Überwurf, der wiederum Dloki-ba oder Grand Boubou genannt wird. Westliche Kleidung wird nur von Mitgliedern der gebildeten, städtischen Elite getragen.[71]
Medien [Bearbeiten]
Die erste Zeitung des Landes war Le Soudanais, der von der französischen Kolonialverwaltung für das französischsprachige Publikum, also in Mali lebende Franzosen und die afrikanische Elite. Zeitungen wie L'Essor wurden von der Unabhängigkeitsbewegung herausgegeben. Nach der Unabhängigkeit wurden L'Essor und die Presseagentur Agence Malienne de Presse zum Sprachrohr der Regierung. Seit 1992 ist die Pressefreiheit in der Verfassung verankert und Publikationen wie Le Républicain, Les Echos, Nouvel Horizon oder Info Matin sind entstanden. Ihre Verbreitung ist jedoch auf das kleine Segment der lesekundigen Stadtbewohner, die sich den Erwerb von Zeitungen leisten können, beschränkt. Selbst in Bamako mit rund zwei Millionen Einwohnern erreichen die größten Zeitungen nur eine Auflage von 3500 Exemplaren.[72]
Radio gibt es in Mali seit der Gründung von Radio Soudan 1957. Bis zum Beginn der 1990er Jahre war der Empfang nur in den Städten möglich, das Medium diente vor allem der Bildung und der Verbreitung der Regierungspolitik. Gesendet wurde fast ausschließlich auf Französisch und Bambara. Seit 1992 ist ein starkes Wachstum an lokalen Radiostationen zu beobachten: im Jahre 2011 waren mehr als 150 Stationen auf Sendung, die meisten davon auf Lokalsprachen und mit lokalen Inhalten. Die finanziellen und technischen Beschränkungen bedingen jedoch ein niedriges Qualitätsniveau.[73] 1992 wurde mit Radio Bamakan ein Zusammenschluss mehrerer lokaler privater Hörfunksender, zu denen unter anderem Radio Jamana gehört, gegründet. Als einzige Journalisten außerhalb der staatlichen elektronischen Medien erhalten die Mitarbeiter von Radio Kledu einen festen Lohn und sind sozialversichert. Die meisten Journalisten Malis erhalten stattdessen nur eine Art Trinkgeld ihres Arbeitgebers. Der größte Teil der Geldzuwendungen steckt als „Grundausstattung“ in Pressemappen, genannt „Phaltis“. Es ist auch bei bezahlten Journalisten schwer, sie für soziale Themen zu gewinnen, so für die Krise des Schulwesens und steigende Preise alltäglicher Güter.
Das malische Fernsehen existiert, seit 1983 er die Radiodiffusion Télévision du Mali seine Programmausstrahlungen begann. Bis heute ist das Fernsehen nur in urbanen Gebieten empfangbar, abgesehen von den populären Musikshows und Seifenopern gibt es kaum im Land produzierte Inhalte.[74] Einige Rundfunk-/TV-Stationen sind inzwischen auch über Audio-/Video-Stream über das Internet zu empfangen.[75]
Dennoch gilt die Medienlandschaft in Mali als relativ frei. Freedom House führt Mali in der Liste der Staaten mit freier Presse[76] und damit unter anderem vor Italien, wo die Medien nur als „teilweise frei“ gewertet werden. Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen listet in der Rangliste Pressefreiheit 2008 Mali noch vor der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich.
Sport [Bearbeiten]
Das Nationale Olympische Komitee Comité National Olympique et Sportif du Mali (CNOSM), das 1963 vom IOC anerkannt wurde, entsandte 17 Sportler zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking; zwei Leichtathleten, zwei Schwimmer, einen Taekwondokämpfer sowie die Basketballnationalmannschaft der Damen.
Nationalsport von Mali ist Fußball, der nationale Verband ist die Fédération Malienne de Football (FMF), die mit der Unabhängigkeit 1960 gegründet und 1962 Mitglied des Weltverbandes FIFA wurde. Größte Erfolge der Nationalmannschaft waren der zweite Platz bei der Afrikameisterschaft 1972, der dritte Platz bei der Afrikameisterschaft 2012 und 2013 sowie die drei Halbfinalteilnahmen 1994, 2002 und 2004. Um die Malische Meisterschaft kämpfen jedes Jahr 14 Vereine, von denen der größte Teil aus Bamako stammt. Erfolgreichster Spieler der Vergangenheit ist Salif Keïta, der in Frankreich bei AS Saint-Étienne und Olympique Marseille spielte. Der in Mali geborene Jean Tigana wurde mit der französischen Nationalmannschaft 1984 Europameister. Bekannte Auslandsprofis sind Frédéric Kanouté (Beijing Guoan), Mahamadou Diarra (FC Fulham), Seydou Keita (FC Barcelona) und Mohamed Sissoko (Paris SG). Die U-20-Nationalmannschaft erreichte bei der U-20-WM 1999 den dritten Platz.
Literatur [Bearbeiten]
- Éric Milet, Jean-Luc Manaud: Mali. Olizane, Genf 2007, ISBN 978-2-88086-351-7.
- Rolf Hofmeier, Andreas Mehler: Afrika-Jahrbuch 2003. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Afrika südlich der Sahara. Vs-Verlag, 2004.
- Sebastian Schutyser, Ingeborg Flagge, Jean Dethier: Lehmmoscheen in Mali. Junius Verlag, 2003.
- Rolf Vollertsen: Wohin die Tropfen fallen oder „Bissimila, ce koroba!“ – Notizen aus und über Mali. Nürnberg, 1993.
- Thomas Krings: Sahelländer. WBG-Länderkunden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2006, ISBN 3-534-11860-X
Weblinks [Bearbeiten]
- Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Mali
- Länder- und Reiseinformationen des deutschen Auswärtigen Amtes
- Ausführliche Landesinformationen auf der Website der GIZ
- Présidence de la République du Mali – Website des Staatspräsidenten (Version vom 5. März 2008 im Internet Archive) (französisch)]
- Art of Mali. In: Judy Decker: Incredible Art Education Resources. Princeton, New York Webseiten zu Geschichte und Kultur] (Version vom 7. Februar 2009 im Internet Archive)
- Informationen über Mali von seiner Konsularischen Vertretung in Düsseldorf
- Mali im Historischen Lexikon der Schweiz
- Artikel von Christof Wackernagel, der in Mali lebt, über die politische Situation.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
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- ↑ FOCUS Online: Präsidentenpalast in Hand von Putschisten. Meuternde Soldaten in Mali stürzen Regierung. Abgerufen am 22. März 2012.
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- ↑ ECOWAS-Staaten einigen sich auf 3300 Mann starke Eingreiftruppe. sueddeutsche.de vom 11. November 2012, abgerufen am 13. November 2012
- ↑ Merkel gibt grünes Licht für Mali-Mission. spiegel.de vom 22. Oktober 2012, abgerufen am 12. Januar 2013
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Ägypten1 | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Kongo (Dem. Rep.) | Kongo (Rep.) | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Swasiland | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik
Andere Gebiete:
Îles Éparses | Ilhas Selvagens | Kanarische Inseln | Mayotte | Plazas de soberanía (mit Ceuta und Melilla) | Réunion
Umstrittene Gebiete:
Somaliland | Westsahara
1 Liegt zum Teil auch in Asien.
Ägypten | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Kongo, Demokratische Republik | Kongo, Republik | Lesotho | Liberia | Libyen | Malawi | Mali | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Swasiland | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik
Andere Gebiete: Demokratische Arabische Republik Sahara
Suspendierte Mitglieder: Guinea, Madagaskar, Mauretanien, Niger
Ehemaliges Mitglied: Marokko
Afghanistan | Ägypten | Albanien | Algerien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Benin | Brunei | Burkina Faso | Dschibuti | Elfenbeinküste | Gabun | Gambia | Guinea | Guinea-Bissau | Guyana | Indonesien | Iran | Irak | Jemen | Jordanien | Kamerun | Kasachstan | Katar | Kirgisistan | Komoren | Kuwait | Libanon | Libyen | Malaysia | Malediven | Mali | Marokko | Mauretanien | Mosambik | Niger | Nigeria | Oman | Pakistan | Palästinensische Autonomiegebiete | Saudi-Arabien | Senegal | Sierra Leone | Somalia | Sudan | Suriname | Syrien | Tadschikistan | Togo | Tschad | Tunesien | Türkei | Turkmenistan | Uganda | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate
17-4.3666666666667Koordinaten: 17° N, 4° W
