Tōru Takemitsu

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Indonesisches „Gamelan Degung Ensemble“

Tōru Takemitsu (jap. 武満 徹, Takemitsu Tōru, * 8. Oktober 1930 in Tokio; † 20. Februar 1996 ebenda) war ein japanischer Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Takemitsu beschloss nach dem Zweiten Weltkrieg, Komponist zu werden und begann 1948 mit dem Kompositionsstudium bei Yasuji Kiyose, blieb aber weiterhin vorwiegend Autodidakt.

Seine unkonventionelle Kompositionsweise ist charakterisiert durch eine große klangliche Sensibilität. Während man in seinen ersten Werken die Wiener Schule (insbesondere Schönberg, Berg und Webern) und die Französische Schule (vor allem Debussy) erkennt, zeigte sich bald Takemitsus Interesse an allen avantgardistischen Techniken. Sehr häufig benutzte er traditionelle japanische Instrumente, zum Beispiel im Werk November Steps für Biwa, Shakuhachi und Orchester, das im Jahr 1967 komponiert wurde.

Takemitsu interessierte sich nicht nur für Musik, sondern auch für Literatur und moderne Malerei. Daher gründete er 1951 zusammen mit anderen Künstlern die Gruppe Experimentelle Werkstatt, die bald für ihre avantgardistischen und multimedialen Aufführungen von sich reden machte.

Takemitsu begeisterte sich daneben besonders für das französische Chanson, den Schlager, den Jazz und auch die Filmmusik. Als großer Filmfan schrieb er z.B. die Musik zu den Filmen Ran und Dodes’ka-Den. Obwohl er sich in der Filmmusik und der elektronischen Musik ausgesprochen wohl fühlte, sind seine charakteristischsten Werke jene für Kammerensemble und großes Orchester. In Japan erfreuen sich seine Arrangements von Beatles-Songs für Gitarre solo noch heute großer Beliebtheit.

Er lehrte selber Komposition und wurde häufig als Dozent eingeladen. Für seine internationalen Kompositionen erhielt er 1984 den Asahi-Preis. Im Jahr 1994 erhielt er mit dem Grawemeyer Award für sein Werk Fantasma/Cantos für Klarinette und Orchester einen der wichtigsten Musikpreise der Welt, 1996 bereits postum den Glenn-Gould-Preis. Seit 1978 war er Mitglied der Akademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik.

Takemitsu musste sich in den letzten Lebensmonaten einer ärztlichen Behandlung wegen eines bösartigen Blasentumors unterziehen. Am 20. Februar 1996 starb er in Tokio an einer Lungenentzündung.

Werke[Bearbeiten]

  • 1948/49: Romance für Klavier;
  • 1950: Lento in Due Movimenti für Klavier;
  • 1951: Distance De Fée für Violine und Klavier;
  • 1951: Joie de Vivre, Ballett für Orchester;
  • 1957: Requiem für Streicher;
  • 1958: Solitude sonore für Orchester;
  • 1959: Pause ininterrupted für Klavier;
  • 1960: Landscape für Streichquartett;
  • 1960: Water Music;
  • 1961: Music of Trees (Musik der Bäume) für Orchester;
  • 1962: Coral Island (Koralleninsel) für Sopran und Orchester;
  • 1964: Textures für Orchester;
  • 1964: Kwaidan;
  • 1966: Arc für Klavier und Orchester;
  • 1966: Asterism für Klavier und Orchester;
  • 1966: Hika für Violino und Klavier;
  • 1967: November Steps für biwa, shakuhachi und Orchester;
  • 1967: Green (November Steps 2) für Orchester;
  • 1970: Eucalyptus für Flöte, Oboe, Harfe und Streicher;
  • 1970: Seasons für Schlagzeug;
  • 1971: Voice für Soloflöte;
  • 1971 Distance für Oboe (solo oder mit Sho ad lib.)
  • 1972: Gémeaux für Oboe, Posaune und zwei Orchester;
  • 1973: For away für Klavier;
  • 1973: Autumn (Herbst) für biwa, shakuhachi und Orchester;
  • 1974: Folios für Gitarre;
  • 1975: Gitimalya für Marimba und Orchester;
  • 1975: Quatrain I für Klarinette; Violine, Violoncello, Klavier und Orchester;
  • 1976: Waves für Klarinette, Horn, zwei Posaunen und Perkussion;
  • 1976: Marginalia für Orchester;
  • 1977: 12 Songs for Guitar;
  • 1977: A Flock Descends into the Pentagonal Garden für Orchester;
  • 1979: Piano Pieces For Children; "Breeze", "Clouds"
  • 1981: Dreamtime für Orchester;
  • 1982: Rain Coming für Kammerorchester;
  • 1982: Rain Tree Sketch für Klavier;
  • 1983: From far beyond Chrysanthemums and November Fog für Violine und Klavier;
  • 1984: Orion für Violoncello und Klavier;
  • 1985 oder '86: "Rain Dreaming" für Cembalo solo
  • 1986: All in Twilight für Gitarre solo
  • 1987: "Signals from Heaven I & II "
  • 1989: Litany - In Memory Of Michael Vyner für Klavier; I. Adagion, II. Lento misterioso;
  • 1989: Itinerant - In Memory of Isamu Noguchi für Flöte solo
  • 1990: From me flows what you call time für 5 Schlagzeuger und Orchester;
  • 1991: Quotation of Dream für zwei Klaviere und Orchester;
  • 1991: Fantasma/Cantos für Klarinette und Orchester;
  • 1992: Rain Tree Sketch II - In Memoriam Olivier Messiaen für Klavier;
  • 1992: And then I knew 'twas Wind - Flöte, Viola und Harfe
  • 1993: Between Tides für Violino, Violoncello und Klavier;
  • 1995: Three Film Scores für Streichorchester;
  • 1995: Air - Aurèle Nicolet zum 70.Geburtstag für Flöte solo

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks und Literaturangabe[Bearbeiten]