T-24

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Dieser Artikel behandelt den sowjetischen Panzer T-24. Für den ähnlich bezeichneten Berliner Straßenbahntyp, siehe T 24.

Der T-24 war ein Panzer der Roten Armee.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittlerer Panzer T-24

Bereits Ende 1919 erfolgte ein erster Entwurfswettbewerb für einen Panzer für die Rote Armee, der Sieger-Prototyp konnte aber wegen der Belastungen des Bürgerkriegs nicht zu Ende gebaut werden. Ein 1922 erfolgter zweiter Wettbewerb brachte sieben neue Entwürfe, führte aber auch zu der Erkenntnis, dass der Entwurf und Bau von Panzern die Wirtschaft immer noch überforderte. So traf man aber 1923 die Entscheidung, zumindest die Entwicklungskapazitäten zu zentralisieren, wo verschiedene Projekte entworfen wurden.

Die Armee benötigte aber dringend neue und moderne Muster, da sich der Panzerbestand 1925 aus abgenutzten und zum Teil beschädigten Beutestücken britischer oder französischer Herkunft zusammensetzte. Um hier schnell zu Resultaten zu kommen, wurde deshalb Ende 1925 beschlossen, die Anstrengungen vornehmlich auf leichte Panzer zu konzentrieren – das erste Resultat dieser Entscheidung war der T-16, der 1927 überarbeitet als T-18 (MS-1) in den Truppendienst ging.

Mit deutlich geringeren Kapazitäten begann Ende 1926 aber auch die Entwicklung eines schwereren Musters unter der Bezeichnung T-12. Dieser war das Ergebnis der Erfahrungen beim Entwurf des T-18 in Verbindung mit dem Konzept des Einbaus mehrerer Waffen auf verschiedenen Ebenen, ähnlich dem amerikanischen Experimentalmuster T1 E1. Gemäß Planung sollte der T-12 eine 45-mm-Kanone oder eine 57-mm-Haubitze als Hauptbewaffnung und drei Zwillings-MG erhalten, verteilt in zwei übereinanderliegenden Türmen. Dieses Konzept hatte allerdings den großen Nachteil, dass Drehungen des unteren großen Turms entsprechend am kleineren oberen Turm ausgeglichen werden mussten und der Panzer sehr hoch ausfiel. Der Panzer wog 17,2 Tonnen, hatte vier Mann Besatzung und war bis zu 26 km/h schnell. Die Stärke der Panzerung betrug zwischen 12 und 22 Millimeter. Zur Verbesserung der Geländegängigkeit trug der T-12 einen Hecksporn.

1930 erfolgten umfangreiche Erprobungen des Musters inklusive Beschussversuchen, die ihm gute Fahreigenschaften und eine hohe Feuerkraft bescheinigten. Allerdings zeigte das Fahrwerk Schwächen, und das Getriebe und Kraftstoffsystem machten Probleme, ebenso wurde der ungenügende Fahrbereich bemängelt. Insgesamt fiel das Urteil aber positiv aus, der Panzer entsprach den damaligen Erwartungen, und nach Lösung der Probleme wurde die Übernahme in die Bewaffnung und Produktion empfohlen.

Die Fehler und Schwächen wurden überarbeitet und das so verbesserte Muster erhielt die Bezeichnung T-24. Bereits im März 1930 war die Entscheidung zum Bau einer ersten Serie von 15 T-24 gefallen. Allerdings gingen die als ursprüngliche Hauptbewaffnung vorgesehene Kanone bzw. Haubitze nie in Produktion, so dass man sich anfangs mit einer reinen MG-Bewaffnung abfinden musste; erst 1932 stand eine entsprechende 45-mm-Kanone zur Verfügung und wurde eingerüstet. Die Masse war gestiegen, die Besatzung auf fünf Mann angewachsen und die Panzerung auf 8,5 bis 20 mm reduziert worden.

Ehrgeizige Planungen zum Bau von 300 Panzern wurden schnell wieder verworfen, und nur 24 komplette Panzer und diverse Einzelstücke (Wannen, Türme, Fahrgestelle) wurden fertiggestellt. Dies hing einerseits mit erheblichen Fertigungsproblemen in der Fabrik zusammen, andererseits zeigte sich aber auch die Führung der Roten Armee stark von den Entwürfen des Grote-Tanks beeindruckt und erwog gleichzeitig die Produktion amerikanischer Christie-Panzer. So kam die gedrosselte Produktion nur schleppend voran, der Grote-Tank kam aber über das Prototypenstadium nie hinaus, und die Christie-Panzer wurden auch nicht in größerer Stückzahl produziert.

In der Roten Armee diente der T-24 als Unterstützungspanzer, wurde aber wegen Problemen mit der Wartung und Ersatzteilen bald an Ausbildungseinheiten abgegeben. Trotzdem war er ein wichtiges Muster, an dem die Konstrukteure und Fertigungsstätten erste wertvolle Erfahrungen mit schwereren Panzern sammeln konnten.

Technische Daten[Bearbeiten]

Gefechtsmasse 17,8 t
Länge 6,50 m
Breite 2,81 m
Höhe 3,04 m
Bodenfreiheit 0,50 m
Bodendruck 0,46 kp/cm²
Antrieb Benzinmotor M-6 (200 PS)
Geschwindigkeit 22,5 km/h (Straße)
Steigfähigkeit 40°
Querneigung 30°
Überschreitfähigkeit 2,60 m
Kletterfähigkeit 0,74 m
Fahrbereich 140 km
Bewaffnung 1 Kanone 45 mm (89 Granaten), 4 MG 7,62 mm DT (8.000 Patronen)
Besatzung 5 Mann