T-70

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T-70
T70kub3a.jpg

Leichter Panzer T-70 im Panzermuseum Kubinka, Russland

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 2
Länge 4,29 m
Breite 2,32 m
Höhe 2,04 m
Masse 9,2 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 45 mm
Hauptbewaffnung 1 × 45-mm-Kanone M 38
Sekundärbewaffnung 1 × DT-Maschinengewehr 7,62 x 54 mm R (koaxial)
Beweglichkeit
Antrieb 2 GAZ-202- oder 203-LKW-Motoren mit je 52 kW
52 + 52 kW (70 + 70 PS)
Federung Torsionsstab
Höchstgeschwindigkeit 45 km/h
Leistung/Gewicht 11,2 kW/t (15,2 PS/t)
Reichweite 360 km

Der T-70 war ein leichter sowjetischer Kampfpanzer des Zweiten Weltkrieges.

Entwicklung[Bearbeiten]

Der T-70 wurde als Nachfolger des T-60 entwickelt.

Hauptkriterium war, die Beweglichkeit den Fähigkeiten des T-34 anzugleichen. Zwar wurden Geschwindigkeit, Panzerung und Feuerkraft gegenüber dem T-60 verbessert, spezifische Schwächen wurden jedoch nicht behoben: Durch die Zwei-Mann-Besatzung blieben Operationen in größeren Verbänden schwierig zu koordinieren. Außerdem musste der einzelne „Tankist“ im Turm die Aufgaben von drei Personen (Ladeschütze, Kommandant und Richtschütze) übernehmen.

Der als Nachfolger vorgesehene T-80 sollte durch seine veränderte Turmkonstruktion (Drei-Mann-Besatzung – ein Fahrer und zwei Mann im Turm) dieses Defizit beseitigen, wurde aber nur in etwa 80 Exemplaren gefertigt. Die Produktion wurde zugunsten der SU-76-Selbstfahrlafette eingestellt, die auf den gleichen Komponenten basierte, aber mehr Feuerkraft zur Verfügung stellte. Für die Aufgaben der leichten Panzer wurden Fahrzeuge aus dem Lend-Lease-Act verwendet.

Nach einer kleinen Vorserienproduktion begann die Serienproduktion des T-70 im März 1942 und endete im Oktober 1943. Es wurden 8226 Stück gefertigt.

Der T-70 war ein guter leichter Panzer, der etwa dem deutschen Pz.Kpfw. III Ausf. H ebenbürtig war. Er wurde mit einer modifizierten 45-mm-Kanone und einem koaxial angebrachten 7,62-mm-MG ausgerüstet. Die Panzerung war zwischen 35 mm (Front in einem Winkel von 60°) und 10 mm stark. Der Panzer mit einem Gesamtgewicht von etwa neun Tonnen wurde von zwei 70-PS-Motoren angetrieben, die ihn auf maximal 40 km/h (Straße) beschleunigten.

Wegen der Lautstärke der zwei Motoren war er bei den Besatzungen der Roten Armee eher unbeliebt.

Die deutsche Wehrmacht und Ordnungspolizei setzten erbeutete T-70 unter der Bezeichnung "T-70(r)" ein.[1] Die meisten deutschen T-70 wurden im besetzten Hinterland der Sowjetunion von Sicherungseinheiten der Wehrmacht und der Ordnungspolizei zur Partisanenbekämpfung eingesetzt. Einzelne T-70 wurden auch direkt nach der Erbeutung von Infanteriedivisionen und Panzereinheiten an der Front eingesetzt. Um zu verhindern dass die nun auf deutscher Seite eingesetzten T-70 von eigenen bzw. verbündeten Truppen angegriffen wurden, erfolgte eine Kennzeichnung mit übergroßen Balkenkreuzen.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Klassifikation: leichter Kampfpanzer
  • Chefkonstrukteur: Nikolai Alexandrowitsch Astrow
  • Prototypbezeichnung: GAZ-70
  • Hersteller: Gorkowski Awtomobilny Sawod (6838 und 5 Prototypen), Werk Nr.37 (Sawod No.37) in Swerdlowsk (10), Werk Nr.38 (Sawod No.38) in Kirow (1378)
  • Bewaffnung: 1 × 45-mm-Kanone L46 20-K, 1 × 7,62-mm-MG Degtjarjow DT, 1 × 7,62-mm-MP Schpagin PPSch
  • Munition: 90 Granaten (T-70M: 70 Granaten), 945 Schuss MG-Munition, 213 Schuss MP-Munition, 10 Handgranaten F-1
  • Panzerung:
    • Wanne
      • 45 mm Bug oben / Neigung 60°
      • 15 mm Bug unten / 9°
      • 35 mm Fahrerfront / 30°
      • 15 mm Wannenseite / 90°
      • 15 mm Heck oben / 22°
      • 25 mm Heck unten / 46°
      • 10 mm Decke / 0°
      • 10 mm Boden vorn / 0°
      • 6 mm Boden hinten / 0°
    • Turm
      • 50 mm Turmblende / gewölbt
      • 15 mm Turmfront unten / gewölbt
      • 15 mm Turmfront oben / 10°
      • 35 mm Turmseite / 67°
      • 35 mm Heck / 64°
      • 10 mm Decke / 0°
  • Gewicht: 9,2 t (T-70M: 9,8 t)
  • Motor: zwei 6-Zylinder-Ottomotoren GAZ-202 (GAZ-203) mit je 70 PS
  • Kraftstoffverbrauch auf 100 km (Straße): 122 l (T-70M: 176 l)
  • Kraftstoffvorrat: 440 l
  • Leistungsgewicht: 15,2 PS/t (T-70M: 14,2 PS/t)
  • Antriebslage: vorne
  • Fahrbereich (Straße) : 360 km (T-70M: 250 km)
  • Höchstgeschwindigkeit: (Straße / Gelände) 42 km/h / 20–25 km/h
  • Federung: Torsionsstab
  • Kettenbreite: 260 mm (T-70M: 300 mm)
  • Bodendruck: 0,7 kg/cm²
  • Bodenfreiheit: 30 cm
  • Länge über alles: 4285 mm
  • Breite über alles: 2348 mm (T-70M: 2420 mm)
  • Höhe: 2035 mm
  • Besatzung: 2 Mann
  • Baujahre: 1942–1943
  • Stückzahl: 8226 + 5 Prototypen

Literatur[Bearbeiten]

  • Свирин М. Н.: Броневой щит Сталина. История советского танка 1937–1943.
    (Swirin M. N. Der gepanzerte Schild Stalins. Die Geschichte des sowjetischen Panzers 1937–1943). Moskau, «Eksmo», 2007, ISBN 5-699-16243-7.
  • Солянкин А. Г. и др.: Советские малые и лёгкие танки 1941–1945
    (Soljankin A. G. et al: Die sowjetischen kleinen und leichten Panzer 1941–1945). Zeughaus, Moskau 2005, ISBN 5-94038-113-8.)
  • Alexander Lüdeke: Beutepanzer der Wehrmacht - Großbritannien, Italien, Sowjetunion und USA 1939-45. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-613-03359-7.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: T-70 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lüdeke: Beutepanzer der Wehrmacht, 2011, S. 53.