T. B. Joshua

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Temitope Balogun Joshua (* 12. Juni 1963 in Arigidin-Akoko in Ondo, Nigeria) ist ein charismatischer Pastor und Heilungsprediger. Er begründete die Kirche Synagogue Church of All Nations (SCOAN).

Leben[Bearbeiten]

Über die Jahre vor Gründung der Synagogue-Kirche, über Ausbildung und frühere Tätigkeiten ist nicht viel bekannt. Von Seiten seiner Anhänger wird behauptet, bereits die Geburt T. B. Joshuas sei von Wundern begleitet gewesen, und er habe den Heiligen Geist schon im Mutterleib empfangen. Bereits kurz nach Gründung der Synagogue-Kirche im Jahre 1991 machten Berichte von Wunderheilungen von sich reden, die über alles hinausgingen, was man von Geistheilungen bisher vernommen hatte. Von T. B. Joshua wird behauptet, durch seine Gebete könnten sogar Erkrankungen wie HIV/AIDS oder Krebs geheilt werden.

Die Predigten T. B. Joshuas stehen im Ruf eines radikalen pflingstlerischen Enthusiasmus. Er erhält enormen Zulauf aus aller Welt; auch aus Europa und den USA reisen zahlreiche Gläubige, vor allem physisch und psychisch Kranke, zu seiner Zentrale in Lagos, um Heilung, Befreiung, Segen oder spirituelles Wachstum zu erfahren. Seine Kirche existiert in mindestens zwei afrikanischen Ländern, wobei auch einige prominente Afrikaner zu seinen Nachfolgern zählen. Auch in Europa unterhält er einen Zweig in London, in deren Veranstaltungen die LIVE-Übertragungen aus Nigeria gezeigt werden. T. B. Joshua unterhält dafür den Sender Emmanuel TV.

Der Streit um T. B. Joshua[Bearbeiten]

T. B. Joshua dürfte einer von vielen umstrittenen Geistlichen und Heilern sein. Seine unkonventionellen Methoden werden von christlichen Kritikern skeptisch beobachtet. Der nigeriaweit bekannte Fernsehprediger Chris Okotie wirft ihm „schamanistische Praktiken“ vor. Die Pentecostal Fellowship of Nigeria (PFN), der Dachverband der Pfingstgemeinden Nigerias, verweigerte der Synagogue-Kirche angeblich die Mitgliedschaft. Andere Stimmen behaupten, dass T. B. Joshua niemals um eine Aufnahme in den Verband gebeten hatte und die aggressiven Haltungen der Mitchristen in Nigeria dem Neid entstammen.

Theologische Argumente spielen in der Auseinandersetzung um T. B. Joshua sowohl auf Seiten der Gegner als auch der Befürworter kaum eine Rolle. Es wird, wenn überhaupt theologisch, dann rein biblizistisch argumentiert. Die Kontroverse kann aber als Streit darüber aufgefasst werden, wie weit ein spezifisch afrikanisches Verständnis von pfingstlerischer Verkündigung vom universalen Schema abweichen darf.

Die Argumente der Gegner und Befürworter lassen sich in drei Punkten zusammenfassen:

  • Es wird erstens behauptet, die Heilmethoden T. B. Joshuas seien nicht biblisch überliefert.
  • Zweitens wird versucht, logische Widersprüche in den Botschaften T. B. Joshuas nachzuweisen.
  • Drittens wird ihm Betrug vorgeworfen.

Die Argumente seiner Befürworter lauten:

  • T. B. Joshua arbeite seriös, weil Besucher ärztliche Atteste bringen müssen und jede Handlung videographisch dokumentiert wird.
  • Die Betrugsvorwürfe seien nicht haltbar, weil sie Vermutungen geschuldet sind und nur auf verleumderischen Aussagen einiger Zeugen beruhen.
  • Die Heilungen und sogenannten Befreiungen in Verbindung mit dem Gebet Im Namen Jesu Christi seien der Beweis für biblisches Handeln, da biblischen Quellen zu Folge der Teufel keinen Teufel austreiben kann.

Die Anhänger T. B. Joshuas sowie er selbst versuchen direkte Konfrontationen mit der Kritik nach dem Vorbild Jesu zu vermeiden. Willem J. Ouweneel, Dozent an verschiedenen evangelikal ausgerichteten Hochschulen, entgegnete den Kritikern, diese liefen Gefahr, „den Heiligen Geist zu lästern“. Ouweneel wurde in evangelikalen Kreisen vor allem durch sein Buch „Heilt die Kranken“ bekannt, in welchem er mehrfach den nigerianischen Heilungsprediger aufführt. Trotz einer offensichtlichen Distanzierung unterhält er jedoch weiterhin Kontakt zur SCOAN.

Weblinks[Bearbeiten]