Teschener Mundarten

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Die Teschener Mundarten (tsch. těšínská nářečí) sind ein Dialektkontinuum beiderseits der Olsa im Teschener Schlesien. Aufteilen kann man sie in drei Gruppen: Freistädter, Teschener und Jablunkauer. Heutzutage sprechen alle zusätzlich das Standardpolnische oder Standardtschechische. Die Teschener Mundarten stehen dem Schlesischen und den lachischen Mundarten (insbesondere der Oberostrauer Mundart am östlichen Ufer der Ostravice) zwischen Troppau und Ostrau am nächsten. Gelegentlich werden diese Mundarten als Ostlachisch bezeichnet, diesen Terminus führte der mährische Sprachwissenschaftler Ad. Kellner aus politischen Gründen ein.

Unterschiede von umliegenden Sprachen[Bearbeiten]

Tschechisch[Bearbeiten]

  • Reflexe von Nasalvokalen (meist zerlegt), z. B. kónsek "Stück" vs. kousek,
  • Betonung auf der Pänultima,
  • Phoneme dz, dž, i/y,
  • alle Vokale sind kurz,
  • Iterativa auf -ować (in der tschechischen Schriftsprache -ávat).

Slowakisch[Bearbeiten]

  • der Laut ř.

Einige Besonderheiten[Bearbeiten]

Morphologie[Bearbeiten]

  • Iterativa auf -ować, z. B. słychować-słychujym (ich pflege zu hören), in der tsch. Schriftsprache mit festem Infix slýchávat-slýchávám.

Syntax[Bearbeiten]

  • teilweise nichtkongruentes Possessivperfekt, z. B. my tam mieli nojynte takóm małóm kučym (wir hatten dort ein kleines Haus gemietet),
  • finites Verb tendenziell an der zweiten Position (im Hauptsatz), andere Teile des Prädikats am Ende des Satzes, z. B. joch był už downo přijdzóny (ich war längst gekommen),
  • Endstellung des finiten Verbs im Nebensatz, z. B. joch myślała, že ón padńóny je (ich dachte, dass er gefallen sei),
  • pleonastisches Pronomen beim (kontextgebundenen) Subjekt, z. B. ón owčoř ńechćoł odynść (der Schäfer wollte nicht weggehen),
  • formales Subjekt unpersönlicher Sätze, z. B. óno to nima taki proste (es ist nicht so einfach),
  • Perfekt intransitiver Verben mit PPP, z. B. śostra je už póńdzóno (die Schwester ist schon weggegangen).

Wortschatz[Bearbeiten]

  • viele Gemeinsamkeiten mit den lachischen Mundarten des Tschechischen.
Grabinschrift in Teschener Mundart

Textbeispiel[Bearbeiten]

Hladoł jo to miejsco dość długo. Na kóniec jo prziszoł wczasi. Tam jo se też zeznómił ze Zuzanóm. Prawie my chcieli iść hore, jak zaźnioł hróm.

Deutsch: Ich suchte den Ort ziemlich lange. Schlussendlich kam ich früher. Dort lernte ich auch Susanne kennen. Wir wollten eben hinaufgehen, als ein Donner ergrollte.

Polnischer Dialekt (Schlesisch): Szukoł jo to miejsce dość dugo, na koniec jo przyszoł wcześnij, tam żech sie zaznajomił ze Zuzom, prawie chieli my iść na gora, jak zagrzmioł grom.

Polnisch: Szukałem tego miejsca dość długo, w końcu ja przyszedłem wcześniej. Tam poznałem Zuzannę, chcieliśmy właśnie iść na górę, jak zagrzmiał grom.

Tschechisch: Hledal jsem to místo dost dlouho. Nakonec jsem přišel dříve. Tam jsem se též seznámil se Zuzanou. Právě jsme chtěli jít nahoru, když uhodil hrom.