Strumień

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Strumień
Wappen von Strumień
Strumień (Polen)
Strumień
Strumień
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Cieszyn
Fläche: 6,31 km²
Geographische Lage: 49° 56′ N, 18° 46′ O49.93333333333318.766666666667Koordinaten: 49° 56′ 0″ N, 18° 46′ 0″ O
Einwohner: 3642
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 43-246
Telefonvorwahl: (+48) 33
Kfz-Kennzeichen: SCI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Droga krajowa 81
Droga wojewódzka 939
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 6 Ortschaften
5 Schulzenämter
Fläche: 58,40 km²
Einwohner: 12.781
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 219 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2403113
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeisterin: Anna Grygierek
Adresse: Rynek 4
43-246 Strumień
Webpräsenz: www.strumien.pl
Der Ring mit Rathaus

Strumień?/i (deutsch Schwarzwasser) ist eine Stadt im Powiat Cieszyński der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Die über 3.000 Einwohner zählende Stadt ist Hauptort einer Stadt- und Landgemeinde mit rund 12.000 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Strumień liegt im Norden der historischen Region Teschener Schlesien an der Grenze zu Oberschlesien. Außerdem ist die Stadt im Südosten der Woiwodschaft Schlesien etwa 20 km nordwestlich von Bielsko-Biała (dt. Bielitz-Biala) und rund 12 km vom Stadtzentrum von Jastrzębie Zdrój (dt. Bad Königsdorff-Jastrzemb) entfernt gelegen. Durch das Gemeindegebiet fließt die Weichsel, die seit 1955 von Goczałkowice-Stausee gestaut wird, an den die Gemeinde angrenzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Schwarzwasser im Jahre 1293 erstmals urkundlich erwähnt wurde, war es eng mit dem Plesser Land verbunden. Mit der zunehmenden herrschaftlichen Zersplitterung Schlesiens fiel der Ort gegen Ende des 13. Jahrhunderts an das Herzogtum Ratibor, gegen Anfang des 15. Jahrhunderts dann an das Herzogtum Pless. In der Folge wechselte Schwarzwasser häufig den Besitzer, bis es 1480 schließlich Teil des Herzogtums Teschen wurde und mit diesem 1327 unter die Krone Böhmens kam. Der Teschener Herzog Kasimir II. übergab die Ortschaft später seinem Marschall Nikolaus Brodecki. Unter dessen Herrschaft bis 1518 erlebte der Ort mit dem Aufkommen der Fischzucht und der Blüte des Handwerks einen raschen Aufschwung. Förderlich war auch die Lage an der Kreuzung der Handelswege von Mähren nach Krakau sowie von Ratibor nach Bielitz. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Verleihung des Stadtrechts an Schwarzwasser im Jahre 1482 sowie weiteren Privilegien in den folgenden Jahren wider. Außerdem wurden in der Stadt Wochen- und Jahrmärkte abgehalten. Nachdem König Vladislav II. das Stadtrecht im Jahre 1503 bestätigt hatte, erhielt die Stadt das Privileg ein eigenes Wappen und Siegel zu führen. Schon damals zeigte das Wappen das Abbild der heiligen Barbara.[2] Bald darauf fielen weite Teile Schwarzwassers 1572 einer Feuersbrunst zum Opfer, worauf die Stadt in 30 Jahren wieder aufgebaut wurde. Weitere Zerstörungen brachten der Dreißigjährige Krieg und ein weiterer Stadtbrand 1688. 1742 wurde Schwarzwasser nicht wie der überwiegende Teil Schlesiens preußisch, sondern wurde Grenzstadt in Österreichisch-Schlesien. Die Stadt wurde häufig von Seuchen und Hochwassern heimgesucht und ein erneuter Brand im Jahre 1793 zerstörte 73 Gebäude, darunter auch das Rathaus. Bei dem folgenden Wiederaufbau wurden überwiegend steinerne Häuser errichtet.[3]

Mit der Eröffnung der ersten Textilfabriken im nahe gelegenen Bielitz zu Beginn des 19. Jahrhunderts sahen sich die seit dem 17. Jahrhundert zu Bedeutung gekommenen örtlichen Tuchmacher einem nicht zu überwindenden Konkurrenzproblem gegenübergestellt und auch die Gesamtwirtschaft Schwarzwassers erlebte einen Niedergang. Bei der Volkszählung 1910 hatte Schwarzwasser 1579 Einwohner, davon waren 824 Deutsche und 681 Polen.[4]

Wegen anfänglichem Widerstand der Bevölkerung konnte erst 1911 eine Schmalspurbahn erbaut werden, die Schwarzwasser an die Strecke ChybiaPawlowitz anschloss. Dies glich die bis dahin ungünstige, abgelegene Lage der Stadt aus und erlaubte wieder einen gewissen Aufschwung. Damals entstanden unter anderem ein Fliesen- und ein Sägewerk. Nach der Wiedererrichtung des polnischen Staates 1918 wurde Schwarzwasser, auch wenn sich die Stadtführung für eine Angliederung an das Deutsche Reich einsetzte, unter seinem polnischen Namen Strumień Teil Polens. Während des Dritten Polnischen Aufstands im preußischen Oberschlesien 1921 befand sich im grenznahen Strumień ein Führungsstab der Aufständischen.[5]

In der Zwischenkriegszeit zählte Strumień zu den ärmsten Städten der Autonomen Woiwodschaft Schlesien. In den 1930er Jahren erlangte die Keramikherstellung in Strumień mit einer Keramikfabrik und seit 1938 einer Fachschule an Bedeutung. Im Polenfeldzug zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt 1939 von der Wehrmacht besetzt und dem neuen Landkreis Bielitz zugeteilt. Gegen Ende des Krieges fanden in der Umgebung der Stadt schwere Gefechte zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht statt. Bei diesen Gefechten und schließlich bei der Eroberung der Stadt wurde Strumień zu 60 % zerstört.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen der Stadt nach dem jeweiligen Gebietsstand (teilweise gerundete Zahlen):[6]

Jahr Einwohner
1619 660
1790 1.130
1907 1.402
1921 1.600
1939 2.100
1984 2.600
1998 3.400
2004 3.445

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf der rechten Ringseite steht das Rathaus von 1628. Der heutige, spätbarocke Bau und vor allem der mit einer Zwiebelhaube bekrönte Uhrturm in der Mitte der Fassade wurden nach dem Stadtbrand von 1793 errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude ausgebaut, wobei es unter anderem aufgestockt wurde.

Der Ring wird von Bürgerhäusern umrahmt, von denen einige noch dem Barock bzw. Rokoko zuzuordnen sind, die meisten wurden jedoch im 19. Jahrhundert umgestaltet. Inmitten des Rings wurde 1886 eine Mariensäule aufgestellt.

Mit dem heutigen, barocken Bau der Stadtpfarrkirche St. Barbara wurde 1789 begonnen, 1792 wurde der Frontturm errichtet und das Bauwerk 1793 vollendet. Im Turm wurden damals drei Glocken der abgebrochenen Vorgängerkirche aufgehängt, von denen nur noch die kleinste von 1766 erhalten ist. Das Innere der 1936 renovierten Kirche weist noch eine Rokokokanzel sowie Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf und wurde 1965 ausgemalt.

Das örtliche Gut besteht aus einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert sowie Wirtschafts- und Wohngebäuden aus dem 19. Jahrhundert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Strumień gliedert sich neben der Stadt Strumień in folgende Ortsteile (Stand der Einwohnerzahlen: 31. Dezember 2006)[7]:

  • Bąków (Bonkau); 1.470
  • Drogomyśl (Drahomischl); 2.110
  • Pruchna; 2.442
  • Zabłocie (Zablatsch); 1.320
  • Zbytków (Zbitkau); 1.239

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Lech Szaraniec: Zabytkowe ośrodki miejskie; Górny Śląsk i Małopolska. Muzeum Śląskie, Kattowitz 1996, ISBN 83-85039-52-X (polnisches Buch über historische Stadtanlagen in Oberschlesien und Kleinpolen; darunter auch Strumień)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strumień – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Siehe auch [1]
  3. Vgl. [2]
  4. Ludwig Patryn (HRSg.): [Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in Schlesien. http://www.sbc.org.pl/dlibra/docmetadata?id=11734] Troppau, 1912.
  5. a b Vgl. Zabytkowe ośrodki miejskie; Górny Śląsk i Małopolska
  6. Quellen der Einwohnerzahlen:
    1619, 1790, 1907, 1921, 1939: pl:Strumień (miasto) – 1910: [3] – 1998: [4] – 1984: Encyklopedia Powszechna PWN – 2004: PDF
  7. Vgl. http://www.strumien.pl/documents/default.php?class_id=3&doc_id=0&layout=0