Theodor Schweisfurth

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Theodor Schweisfurth (* 1937 in Cottbus) ist ein deutscher Jurist und emeritierter Hochschullehrer für Öffentliches Recht und Völkerrecht.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Schweisfurth studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Marburg, Tübingen, wo er 1957 Mitglied des Corps Borussia Tübingen wurde,[1] und Bonn. Nach der Promotion zum Dr. iur. 1968 mit „Der internationale Vertrag in der modernen sowjetischen Völkerrechtstheorie“ war Schweisfurth Mitarbeiter am Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien in Köln und 1969/70 persönlicher Referent des Bundesministers für innerdeutsche Beziehungen. Von 1973 bis 1993 war er Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, wo er sich 1978 über „Sozialistisches Völkerrecht?: Darstellung, Analyse, Wertung der sowjetmarxistischen Theorie vom Völkerrecht ‚neuen Typs‘“ habilitierte. 1993 wurde er als Professor für Öffentliches Recht, Ausländisches Verfassungsrecht und Verfassungsvergleich sowie Völkerrecht an die Europa-Universität Viadrina berufen.[2] Bis zu seiner Emeritierung kämpfte er so entschieden wie vergeblich für eine Neubewertung der sowjetischen Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetischen Besatzungszone. Ebenso kritisierte er die parlamentarische, öffentliche und juristische Diskussion um die Bodenreform in der DDR und den Umgang der CDU mit diesem Problem nach der deutschen Wiedervereinigung.

Für den im Frühjahr 2003 begonnenen Irakkrieg der USA und der Koalition der Willigen sah er keine Rechtfertigungsgründe.[3]

Als Emeritus lebt er in Heidelberg.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Sozialistisches Völkerrecht? Darstellung – Analyse – Wertung der sowjetmarxistischen Theorie vom Völkerrecht „neuen Typs“ (= Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht; Bd. 73). Springer, Berlin/Heidelberg/New York (1979) 1982, ISBN 978-3-540-09292-6; Neuauflage 2011, ISBN 978-3-642-67246-0.
  • Ausgewählte Fragen der Staatensukzession im Kontext der Auflösung der UdSSR, Archiv des Völkerrechts 32 (1994), S. 99–129.
  • Das Recht der Staatensukzession, Heidelberg 1996.
  • Deutschland, Polen, Tschechien – auf dem Weg zur guten Nachbarschaft. Springer, Berlin 1999, ISBN 978-3-540-65067-6.
  • SBZ-Konfiskationen privaten Eigentums 1945 bis 1949. Nomos, Baden-Baden 2000, ISBN 978-3-789-06675-7 (digitalisierte Kurzfassung; PDF).
  • Völkerrecht, Tübingen 2006, ISBN 978-3-825-28339-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1996, 21, 694.
  2. Website der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina: Liste de emeritierten Professoren
  3. FAZ, 2. Mai 2003.

Weblinks[Bearbeiten]