Thick as a Brick

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Thick as a Brick
Studioalbum von Jethro Tull
Veröffentlichung April 1972
Label Chrysalis Records
Format LP, CD
Genre Progressive Rock, Konzeptalbum
Anzahl der Titel 2
Laufzeit 43:42

Besetzung

Produktion Ian Anderson
Chronologie
Aqualung
(Vorheriges Album)
Thick as a Brick Living in the Past
(Nächstes Album 1972)
A Passion Play
(Studioalbum 1973)

Thick as a Brick ist ein 1972 erschienenes Konzeptalbum der Rockband Jethro Tull. Es ist das erste Album von Jethro Tull, das Platz 1 in den Billboard Pop Albums Charts erreichte.[1] Das Album besteht aus einem einzigen Stück, das sich über zwei LP-Seiten erstreckt. Komponist und Urheber ist Frontmann und spiritus rector der Band Ian Anderson, als sein Pseudonym auch Gerald Bostock.

Der Titel (wörtlich: „dick wie ein Ziegelstein“) ist eine umgangssprachliche Redensart und bedeutet „dumm wie Bohnenstroh“ oder schlicht „saublöd“.[2]

Musik[Bearbeiten]

Thick as a Brick wird dem Progressive Rock zugerechnet und ist neben melodischem Hardrock stark von Folk-Rock- und Jazz-Elementen geprägt.[3] Damit lag es in einem der damaligen Trends. Die niederländische Band Ekseption seit Ende der 1960er Jahre, vor allem aber die Hard-Rock-Band Deep Purple mit den von Jon Lord beeinflussten Kompositionen brachten am Anfang der 1970er Jahre Rockmusik mit zum Teil langen Passagen adaptierter Barockmusik heraus.

Thick as a Brick ist wegen seiner Länge und dem Zusammenhang ein sogenanntes Konzeptalbum und aufgrund vielfacher Wechsel zwischen Tempi und Stilen sehr vielschichtig.

Wie die Texte zeigen, geht es um die Welt eines Kindes, dessen Weltsicht durch Erziehungsvorgaben und sogenannte Tabuthemen verbogen und lückenhaft ist, das zwischen altklug und ahnungslos, die Zeit unbeschwerten Spiels sicher hinter sich gelassen hat, aber von vorpubertären Erwartungen bedrückt ist. Es ist ganz sicher noch weit vom Erwachsensein entfernt, dabei wurde es jedoch von der aufdringlich ambitionierten und missionarischen englischen Umwelt der unteren Mittelklasse in „erwachsene“ Muster gedrängt.

Text von Gerald Bostock[Bearbeiten]

Laut Covertext wird der gesamte Text von einem achtjährigen Schuljungen ursprünglich aus Manchester, damals in St. Cleve, geschrieben und an die Band gesandt, die daraus ein Album machte. Das Gedicht „Thick as a Brick“ selbst ist in einzelne Strophen oder Passagen gegliedert.

Dies ist eine absichtlich kolportierte Legende. Gerald Bostock ist eine Kunstfigur, hinter der sich Ian Anderson verbirgt, zu der möglicherweise auch seine damaligen Freunde, Bandkollegen und andere beigetragen haben. Der gedankliche Einfluss von Monty Python ist dabei kaum zu bestreiten.

Sohn braver, kirchentreuer bürgerlicher Eltern, soll der Junge ein dichterisches Talent entwickelt haben, weshalb er den Spitznamen „Little Milton“ – der kleine Milton, nach dem gleichnamigen Dichter – bekam. Allerdings hat er schon mit acht Jahren unverständliche und angeblich anstößige Dinge gesagt und wird in der Presse gleich in die Nähe der angeblich immer randalierenden und unflätigen Rockmusiker seiner Zeit gestellt und sogar ins Irrenhaus eingewiesen, um einen Preis für kindliche Dichtkunst an ein angepassteres kleines Mädchen geben zu können.

Ganz im Stile von Monty Python's Flying Circus haben die Musiker und ihr Umfeld 1972 beim Erscheinen der Platte öffentlich über ihn gesprochen, ohne die (offenkundige) Legende ausdrücklich zu lüften. Selbst heute taucht gelegentlich der Name Bostock noch in Interviews mit Ian Anderson auf und es wird nach ihm gefragt oder über ihn gesprochen, als ob er eine reale Person sei.[3]

Cover[Bearbeiten]

Zeitungscover als Hintergrundbild auf einem Jethro-Tull-Konzert in Wuppertal (2009)

Die Erstausgabe des Albums ist in eine nachgemachte Zeitung verpackt. Es handelt sich dabei vordergründig um eine typische englische Kleinstadtzeitung ihrer Zeit. Der Titel: St. Cleve Chronicle & Linwell Advertiser. Die Hauptschlagzeile läuft gleich unter der Kopfleiste quer über die erste Seite und ist der Albumtitel. Ein rotes Feld im Seitenkopf weist auf einen Jethro-Tull-Featureartikel auf Seite 7 hin. Ansonsten gibt es keine sichtbaren Hinweise auf die Schallplatte, und selbst die genannten fügen sich in das Erscheinungsbild als Zeitung ein.

Der „Featureartikel“ über Jethro Tull erweist sich als kurzer Artikel, den man zwischen Comic, Horoskop und Radioprogramm leicht übersehen könnte. Inhaltlich soll es auch eher den Eindruck eines Beitrages aus der Feder von Public-Relations-Abteilungen machen, die fast nichts mitzuteilen haben und dieses wortreich mit unnützen Details und Namensnennungen bis hin zum Kaffeeträger tun. So heißt es da über das Album: „Jeffrey Hammond-Hammond spielte die Bassgitarre und sprach ein paar Worte“ — wie einiges Andere im „St. Cleve Chronicle“ — doppelbödiger Humor mit Nähe zur Realsatire.

Viel wichtiger ist der eigentliche Hauptartikel der Doppelseite, der über die halbe Blatthöhe den gesamten Text der Platte wiedergibt. Unter der Überschrift „Thick as a Brick. By Gerald 'Little Milton' Bostock“ heißt es in der Einleitung: „… drucken wir hier zum Nachlesen für Jedermann … Gerald Bostocks umstrittenes Gedicht ab, das so viele Kontroversen ausgelöst hat (Der Herausgeber)“.

Das Album wird später mehrfach in verschiedenen Covern neu aufgelegt, ist auch als digital bearbeitete CD erhältlich und war 1997 noch einmal mit einer Neuauflage des originalen Zeitungscovers der LP-Erstauflage erhältlich.

Die Außenseiten des Chronicle wurden zwischen verschiedenen Ländern und bei verschiedenen Auflagen verändert (siehe Links weiter unten).

Bewertung des Albums[Bearbeiten]

Das Album wurde von Publikum und Kritik im Allgemeinen sehr positiv aufgenommen. Allmusic vergab 4,5 von 5 möglichen Sternen[4], Rolling Stone 5 von 5 Punkten.[5]

Das Billboard-Magazin schrieb 1972: „… Ian Anderson und seine Freunde haben einen Hang zur Kreation von Alben, die Freude bereiten, erstaunen und durch und durch unterhalten. Thick as a Brick ist da keine Ausnahme …“[6][7]

Titelliste[Bearbeiten]

Originalausgabe[Bearbeiten]

Seite A:

Thick as a Brick, Part I (22:37)

Seite B:

Thick as a Brick, Part II (21:04)

25th Anniversary Edition[Bearbeiten]

  1. Thick as a Brick, Part I (22:40)
  2. Thick as a Brick, Part II (21:10)
  3. Thick as a Brick, Live (11:50)
    • Live at Madison Square Garden 1978
  4. Interview with Jethro Tull (16:30)
    • Ian Anderson, Martin Barre und Jeffrey Hammond

Thick as a Brick 2[Bearbeiten]

Im April 2012, 40 Jahre nach dem ersten Album, brachte Ian Anderson das Konzeptalbum Thick as a Brick 2, das die Geschichte Gerald Bostocks wieder aufgreift, heraus. Musikalisch lehnt es sich an Thick as a Brick und andere frühe Alben von Jethro Tull an.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thick as a Brick in den Billboard 200
  2. Übersetzung von Thick as a brick, abgerufen am 25. Dezember 2010
  3. a b Review auf j-tull.com, abgerufen am 26. Dezember 2010
  4. Review bei Allmusic
  5. June 22, 1972 Review bei Rolling Stone
  6. …Ian Anderson & friends have a penchant for creating albums that delight, amaze and thoroughly entertain, Thick as a Brick being no exception…
  7. Bewertung von Billboard auf Superseventies