Tierbach (Ette)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tierbach
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt

BW

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2388342
Lage Baden-Württemberg
  Landkreis Schwäbisch Hall
Flusssystem Rhein
Abfluss über Ette → Jagst → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle südöstlich des Blaufeldener Weilers Lentersweiler
49° 18′ 36″ N, 9° 56′ 0″ O49.3101111111119.9333888888889487
Quellhöhe ca. 487 m ü. NN[1]
Zusammenfluss mit dem rechten Eselsbach zur Ette etwa 0,9 km südöstlich von Schrozberg-Ettenhausen49.3465222222229.8849916666667385.4Koordinaten: 49° 20′ 47″ N, 9° 53′ 6″ O
49° 20′ 47″ N, 9° 53′ 6″ O49.3465222222229.8849916666667385.4
Mündungshöhe 385,4 m ü. NN[2]
Höhenunterschied ca. 101,6 m
Länge 6,8 km[3]
Einzugsgebiet 10,2 km²[4]
Gemeinden Blaufelden, zuletzt: SchrozbergVorlage:Infobox Fluss/BILD_fehlt

Vorlage:Infobox Fluss/Veraltet

Der Tierbach ist ein nicht ganz 7 km langer Bach im nördlichen Baden-Württemberg, der sich bei Schrozberg-Ettenhausen im Landkreis Schwäbisch Hall von links und Südsüdosten kommend mit dem rechten Eselsbach zum rechten Jagst-Nebenfluss Ette vereint.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Der Tierbach entsteht gut einen Kilometer ostsüdöstlich des Blaufeldener Weilers Lentersweiler zwischen den Waldstücken Seeholz im Osten und Buchholz im Westen am Rand eines Feldweges und folgt diesem zunächst westwärts, bald als Nordgrenze des kleineren Buchholzes. Dabei durchläuft er auch einen kleinen Weiher, danach fließt ihm von links der hier wenig kürzere Aubesgraben aus einer Flurschneise im Süden des inselartigen Buchholzes zu.

Anschließend unterquert er die das Blaufeldener Dorf Billingsbach über Lentersweiler mit der B 290 („Kaiserstraße“) verbindende K 2533 und schwenkt langsam in einer Flurlandschaft nach rechts. Die nach Herrentierbach führende K 2530 tritt ans linke Ufer, von rechts läuft der bei Lentersweiler entstehende Brühlgraben zu, dann mündet etwa einen Kilometer, bevor der Bach selbst das Dorf durchquert, wiederum von rechts sein längster und letzter bedeutender Zufluss Osterbach. An dieser Stelle ist seine Talmulde erst etwa 30 m gegenüber den etwa im Abstand eines Kilometers links und recht begleitenden Hügelgipfeln eingetieft.

In weiterem Nordwestlauf durchquert er das größtenteils am linken Hang gebaute Kleindorf Herrentierbach. Hier erklimmt die bachbegleitende Straße den linken Hügel, das Tal wird nun enger, steiler und zieht nördlicher, es bildet kleine Mäander aus. Erst sporadisch und dann zusammenhängend tritt Hangwald auf, der sich abschnittsweise sogar am Bachlauf berührt.

Dann verlässt der Bach die Blaufeldener Gemarkung für einen Restlauf von etwa 500 Metern auf unbesiedeltem Gebiet der Gemeinde Schrozberg, wonach er sich etwa 0,9 km südöstlich des kleinen Schrozberger Taldorfes Ettenhausen auf 385,4 m ü. NN[2] und damit etwa 80 Meter unter der größten Randhöhe mit dem um ein Drittel kürzeren, aber ein Weniges einzugsgebietsreicheren Eselsbach zur Ette vereint, die dann in seiner eigenen Richtung weiterfließt.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Der Tierbach hat ein Einzugsgebiet von 10,2 km² Größe, das sich etwa 5,8 km weit von seinem höchstem Punkt, der im Seeholz etwa 300 Meter südöstlich seines Ursprungs auf 491,5 m ü. NN liegt, bis zu seiner Mündung auf 385,4 m ü. NN im Nordwesten davon erstreckt. Quer dazu misst es an der breitesten Stelle etwa 2,6 km. Fast zwei Drittel dieser Fläche liegen rechts des Bachlaufes.

Im Norden und Nordosten grenzt das Einzugsgebiet des anderen Ette-Quellasts Eselsbaches an, im Osten das des Blaubachs zur Brettach, im Süden und Südwesten des Rötelbachs zur Jagst. Ab etwa der Höhe von Herrentierbach schließlich läuft wenig entfernt der Roggelshauser Bach jenseits der linken Wasserscheide zur Jagst. Alle Konkurrenten entwässern letztlich ebenfalls über die Jagst.

Im Einzugsgebiet wird vor allem Ackerbau betrieben; die Felder ziehen sich im oberen, flachen Talbereich bis unmittelbar an den Bach. Höchstens 10 % der Fläche sind von Wald bedeckt, der auf nicht sehr große Waldinseln, lokal generisch Hölzle genannt, verstreut ist. Der noch kleinere Anteil von Wiesen- und Weideflächen liegt überwiegend in der Aue des Mittellaufs. Die Besiedlung ist gering.[5]

Zuflüsse[Bearbeiten]

Liste der Zuflüsse und RiverIcon-SmallLake.svg Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlängen in der Regel nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge), Einzugsgebiete entsprechend nach LUBW-GEZG, Seeflächen nach LUBW-SG10, Höhenangaben nach dem Höhenlinienbild auf dem Geodatenviewer. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Ursprung des Tierbachs etwa 1,1 km ostsüdöstlich des Blaufeldener Weilers Lentersweiler im Osten der Waldinsel Buchholz vor dem Seeholz an einem Feldwegknick auf etwa 487 m ü. NN.

  • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt einen Weiher am Nordrand des Buchholzes auf rund 477 m ü. NN, 0,1958 ha.
  • Aubesgraben, von links südlich von Lentersweiler auf etwa 461,9 m ü. NN[2], 0,886 km. Entsteht vor dem Südostende des Buchholzes auf rund 476 m ü. NN.
  • Brühlgraben, von rechts nahe der Südspitze der Waldinsel Loh an einer Feldwegquerung auf etwa 448 m ü. NN, 1,633 km. Entsteht östlich von Lentersweiler an einer Feldweggabel im Klingenfeld auf etwa 478 m ü. NN.
  • Osterbach, von rechts etwa 0,8  südöstlich des Blaufeldener Dorfes Herrentierbach auf etwa 442 m ü. NN, 3,01 km. Entsteht südöstlich des Blaufeldener Weilers Erpfersweiler im Brunnenfeld auf etwa 478 m ü. NN. Auf ganzem Lauf Seitengraben von Straßen und Wegen.

Zusammenfluss des Tierbachs mit dem rechten Eselsbach zur Ette etwa 0,9 km südöstlich des kleinen Schrozberger Taldorfes Ettenhausen auf 385,4 m ü. NN[2]. Der Bach ist hier 6,804 km[3] lang und hat ein Einzugsgebiet von 10,167 km²[4] hinter sich, nur 4 % weniger als der rechte Eselsbach, dessen Länge der Tierbach jedoch um fast die Hälfte übertrifft. Die Ette fließt danach zunächst auch in Tierbach-Richtung weiter.

Ortschaften[Bearbeiten]

Am Lauf liegt nur Herrentierbach, im Einzugsgebiet noch die Weiler Lentersweiler, Erpfersweiler und zum Teil Eichholz. Außer dem letzten, der schrozbergisch ist, gehören alle Orte der Gemeinde Blaufelden an. Auf dem Sporn über dem Zusammenfluss mit dem Eselsbach liegt der Burgstall der abgegangenen Burg Eichholz.

Geologie[Bearbeiten]

Der Tierbach liegt auf der Hohenloher Ebene, auf der in diesem Bereich noch fast überall der Lettenkeuper (Erfurt-Formation) liegt. Die Wasserscheiden rechts und links durchschneiden manchmal auf die Hügelgipfeln liegende Inseln aus quartärem Löss-Sediment, das im Süden des Einzugsgebietes auch größere Flächen bedeckt. Etwa ab dem Zulauf des Brühlgrabens erreicht der Tierbach Oberen Muschelkalk, in dem er bis zu seinem Zusammenfluss verbleibt; oberhalb verläuft er fast von Anbeginn durch eine breite Auensedimentzone.[6]

Südwestlich des Weilers Eichholz auf der kleinen Hochebene zwischen Tierbach und Eselsbach liegt weniger als hundert Meter vor dem Nordrand der Waldinsel Nutzung mitten auf einem Feld hinter Gehölz versteckt eine Doline.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach dem Höhenlinienbild auf dem Geodatenviewer.
  2. a b c d Texteintrag in Schwarz auf dem Geodatenviewer.
  3. a b Nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag).
  4. a b Nach LUBW-GEZG (Datensatzeintrag).
  5. Flächenaufteilung (abgeschätzt) nach LUBW-LS2000.
  6. Geologie nach LGRB-GÜK300.

Literatur[Bearbeiten]

  • „TK25“: Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 6625 Schrozberg West

Weblinks[Bearbeiten]