Tinejdad

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Tinedad
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Tinedad (Marokko)
Tinedad
Tinedad
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Meknès-Tafilalet
Provinz: Errachidia (Provinz)
Koordinaten 31° 30′ N, 5° 2′ W31.5-5.0351000Koordinaten: 31° 30′ N, 5° 2′ W
Einwohner: 15.000
Höhe: 1000 m

Tinejdad (auch Tinjdad; arabisch ‏تنجداد‎, DMG Tinaǧdād) ist eine Oasenstadt mittlerer Größe mit etwa 15.000 Einwohnern − die meisten davon Berber − in der Provinz Errachidia (Region Meknès-Tafilalet) im Südosten Marokkos.

Lage[Bearbeiten]

Tinejdad liegt unmittelbar an der N 10 etwa 57 km östlich von Tinerhir und etwa 85 km westlich von Erfoud in einer Höhe von ca. 1.000 m ü. d. M.. Es ist eine langgezogene Oasensiedlung zu beiden Seiten des meist ausgetrockneten Oued Todra und die östlichste Station an der „Straße der Kasbahs“.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Geschichte des Ortes ist − mangels schriftlicher Aufzeichnungen − nichts bekannt. Wie in allen Oasentälern Südmarokkos dürften die Menschen hier jedoch schon seit Jahrtausenden sesshaft geworden sein, denn in den Oasen fand man alles, was zu einem dauerhaften Überleben notwendig war: Dattelpalmen sowie andere schattenspendende Bäume (Granatapfelbaum, Feigenbaum etc.) sowie fruchtbare, leicht zu bewässernde Böden für den Anbau von Getreide (v. a. Gerste) und Gemüsepflanzen (v. a. Bohnen). Viehwirtschaft in größerem Stil war jedoch in den Oasen nicht möglich, da ansonsten die mühsam angebauten Feldfrüchte gefährdet waren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die ehemals vorhandenen Lehmbauten sind aus dem Stadtbild weitestgehend verschwunden und durch neue Bauten mit Wänden aus Hohlblocksteinen, Decken aus Beton, großen Fenstern und Satellitenschüsseln ersetzt worden. Einzige Attraktion von Tinejdad ist der − erst im 19. Jahrhundert erbaute und etwa 3 km westlich des heutigen Ortes gelegene − Ksar El Khorbat mit seinem rechtwinklig verlaufenden und an mehreren Stellen überbauten Wegenetz. Die gesamte Architektur des Ksar orientiert sich nicht an den weiter westlich gelegenen Kasbahs von Tinerhir u. a., sondern an den regelmäßig angelegten Ksour in der Umgebung von Rissani. Der aus Stampflehm − in Teilen auch aus ungebrannten Lehmziegeln − errichtete Ksar ist nur noch zum Teil bewohnt; andere Teile sind in den Jahren nach 2000 in internationaler Kooperation zu einem Museum und zu einem Hotel umgewandelt worden. Das Museum zeigt in mehreren Räumen Exponate aus dem Alltagsleben der Berber.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weitere wichtige Städte an der sogenannten „Straße der Kasbahs“ zwischen Ouarzazate und Erfoud sind:

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnold Betten: Marokko. Antike, Berbertraditionen und Islam - Geschichte, Kunst und Kultur im Maghreb. DuMont, Ostfildern 2009, S. 307, ISBN 978-3-7701-3935-4
  • Edith Kohlbach: Reisehandbuch Marokko. E. Kohlbach-Verlag, Wiesbaden 2006, S. 393f, ISBN 978-3-9810-8687-4

Weblinks[Bearbeiten]