Ouarzazate
30.933333333333-6.9166666666667Koordinaten: 30° 56′ N, 6° 55′ W
Ouarzazate (arabisch ورززات, DMG Warzazāt) die Hauptstadt der Provinz Ouarzazate ist in der Region Souss-Massa-Draâ im Süden Marokkos mit etwa 53.500 Einwohnern.[1]
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Geographie [Bearbeiten]
Sie liegt 1160 m über Meereshöhe zwischen der Hohen Atlas- und der Antiatlas-Gebirgskette des Atlasgebirges. Aufgrund ihrer Lage ist sie ein Touristenzentrum. In der Nähe der Stadt liegt der Stausee El-Mansour-Eddahbi, der, wesentlich gespeist durch den dem Hohen Atlas entspringenden Fluss Dadès, seine Wasser in das Wadi Draa entlässt. Der Drâa fließt in einer eindrucksvollen Schlucht Richtung Süden durch das malerische Drâa-Tal in die Sahara.
Verkehr [Bearbeiten]
Ouarzazate ist über die Straße von Marrakesch her zu erreichen; die Fahrt dauert mit dem Bus etwa vier Stunden, mit dem großen Taxi dreieinhalb Stunden. Außerdem verfügt die Stadt über den Flughafen Ouarzazate.
Klimatabelle [Bearbeiten]
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ouarzazate
Quelle: wetterkontor.de
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Wirtschaft [Bearbeiten]
Bis 2017 wird in Ouarzazate mit 500 MW elektrischer Leistung das größte solarthermische Kraftwerk der Welt gebaut. Der Bau erfolgt im Rahmen des marokkanischen Solarplans, der vorsieht, bis 2020 2 Gigawatt Solarenergie zu installieren.[2]
Die Stromerzeugung erfolgt über Parabolrinnen-Technik, ähnlich der Kraftwerke in Kalifornien und im Süden Spaniens (andasol): Parabolspiegel konzentrieren die Sonnenstrahlung auf ein Glasrohr und erhitzen darin Thermalöl auf bis zu 460°C; das heiße Öl erzeugt Wasserdampf, das wie in anderen Kraftwerken eine elektrische Turbine antreibt.[3]
Die Investition von etwa 700 Millionen Euro wird durch die Finanzierung der Europäischen Kommission, der Europäischen Investitionsbank (EIB), der französischen Entwicklungsbank (Agence Française de Développement - AFD), der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Weltbank ermöglicht. Deutschland unterstützt dabei mit 115 Millionen Euro die erste Ausbauphase, die 160 Megawatt Leistung aufweist. Der Anlagenteil soll 2014 in Betrieb gehen, rund 370 Gigawatt elektrische Energie erzeugen und damit 230.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen mindern.
Das deutsche Umweltministerium leistet einen Zuschuss in Höhe von 15 Millionen Euro, der im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative erfolgt. Der Zuschuss wird als Eigenkapitaleinlage der staatlichen "Moroccan Agency for Solar Energy" bei der Projektgesellschaft verwendet. Das deutsche Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt über die KfW-Bank zinsverbilligte Darlehen in Höhe von 100 Millionen Euro aus dem Programm "Initiative für Klima und Umweltschutz" zur Verfügung.[4][5]
Geschichte [Bearbeiten]
Gegründet wurde Ouarzazate von der französischen Kolonialverwaltung 1928. Sie war eine Garnisonsstadt der Fremdenlegion. Am Stadtrand liegt eine der eindrucksvollsten Kasbahs des Landes, die Kasbah Taourirt. Es handelt sich um eine der besonders großen Wohnburgen, innerhalb deren Stampflehm-Mauern auch heute noch Angehörige des Haouza-Stammes leben. Die Kasbah ist eine auch historisch interessante Anlage, da sie den Palast des El Haouzi, des Stammesfürsten, beherbergte. Etwa ein Drittel des Palastgebäudes ist heute öffentlich zugänglich.
Der letzte El Haouzi von politischer Bedeutung, Thami El Haouzi, kollaborierte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit den französischen Kolonialherren und spielte bis zur Unabhängigkeit eine machtvolle Rolle - zeitweise war er Pascha von Marrakesch. Sein Versuch, sich mit dem nach der Befreiung inthronisierten Mohammed V. zu versöhnen, misslang. Thami El Haouzi starb 1955.
Filmdrehort [Bearbeiten]
In der Nähe von Ouarzazate befinden sich mehrere Filmstudios, darunter die Atlas Corporation Studios, die 1983 vom Hotelier Mohamed Belghmi gegründet wurden. Zu den bekanntesten Filmen, die in Ouarzazate gedreht wurden, gehören zahlreiche Bibel- und Monumentalverfilmungen, darunter „Gladiator“, „Die Bibel – Josef“ und „Das Jesus Video“ sowie "Die Päpstin (Film)".
Die Ankerhandlung der vernetzten Episoden des Films Babel von Alejandro González Iñárritu spielt in der Region von Ouarzazate.
Eine berühmte Kasbah, die ebenfalls als Filmdrehort Bedeutung hat, ist Aït Benhaddou, das etwa 30 Kilometer westlich von Ouarzazate liegt.
Partnerschaften [Bearbeiten]
Fotos [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Recensement général 2004
- ↑ Solarkraftwerk Ouarzazate I (Marokko) Klimaschutzinitiative des Bundesuweltministeriums Stand: Februar 2012
- ↑ In Marokko entsteht das weltweit größte thermische Solarkraftwerk VDI nachrichten, 1. Juni 2012
- ↑ Deutschland fördert marokkanisches Solarkraftwerk Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR), 10. Mai 2013
- ↑ Bundesregierung fördert weltgrößtes Solarkraftwerk Pressemitteilung 053/13 des Umweltministeriums, Berlin, 10. Mai 2013