Tokugawa Iesada

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Tokugawa Iesada in klassischer Hoftracht

Tokugawa Iesada (徳川家定; * 6. Mai 1824 im Palast von Edō; † 14. August 1858), war von 1853 bis 1858 der 13. Shōgun der Edo-Zeit in Japan. In seine Amtszeit fiel die durch imperialistischen Mächte erzwungene Öffnung Japans.

Lebensweg[Bearbeiten]

Tokugawa Iesaki (徳川家祥) war der dritte leibliche Sohn von Tokugawa Ienari (der 20 überlebende Kinder hatte). Seine Mutter war die Honju-in (本寿院). Gesundheitlich war er schwächlich. Sein Kindheitsname war Masanosuke (政之助). Bereits vierjährig hatte er den zweiten Hofrang und den Titel eines Dainagon erhalten. Er wurde von seinem Bruder Tokugawa Ieyoshi adoptiert. Als er 30-jährig das Amt des Shoguns antrat, änderte er bald darauf (1853/11/23[1]) seinen Namen in Iesada. Wesentlich unterstützt wurde er von den Ratsmitgliedern Hotta Masayoshi und Abe Masahiro. Später stieg Ii Naosuke zum führenden Politiker des Bakufu auf.

Kurz nach seinem Amtsantritt erschien am 21. August 1853 mit vier Kriegsschiffen in Nagasaki der russische Admiral Putjatin. Bereits am 14. Juli war Matthew Perry in Uraga mit 300 Soldaten gelandet. Beide verhandelten unabhängig voneinander, jedoch im Wettbewerb miteinander, mit dem Bakufu, das sich dann zum Abschluss des Vertrages von Kanagawa (31. März 1854; Nichi-Bei washin jōyaku) gezwungen sah. Putjatin erreichte am 7. Februar 1855 mit dem Shimoda-Vertrags ein fast wortgleiches Abkommen.[2] Die Holländer und Briten erzwangen bald darauf ähnliche Verträge. Diese bildeten den Ausgangspunkt für die oppositionelle Sonnō jōi-Bewegung („Verehrt den Kaiser, hinweg mit den Barbaren”).

Im November empfing Iesada erstmals einen Fremden, den amerikanischen Generalkonsul Townsend Harris, in Audienz. Dabei trat der Shogun erstmals gegenüber Fremden unter dem Titel Taikun (大君, vom engl. Tycoon) auf. In den Folgejahren folgten verschiedene Handelsverträge, die die japanische Seite benachteiligten.

Im Laufe seines Lebens wurden ihm seiner Position angemessene hohe Hofränge mit entsprechenden, in der Praxis bedeutungslosen, Positionen verliehen. Sein Grab befindet sich in im Kan'ei-ji von Ueno. Postum wurde ihm der Name Onkyō-in (温恭院), sowie der erste wirkliche Hofrang mit dem Amt eines Großkanzlers (Dajō Daijin), verliehen.

Frauen[Bearbeiten]

Seine Hauptfrau war Takatsukasa Hideko (鷹司任子). Nebenfrauen waren die ebenfalls hofadligen Ichijō Hideko (一条秀子), die Chōshin-in sowie die Tensō-in aus dem Hause Konoe, die jung verstarb. Dazu kam noch eine Konkubine.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Das Leben Iesadas und seiner Frau wurde 2008 von NHK unter dem Titel Atsuhime dramatisiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. jap. Kalender
  2. vgl. Ramming, Martin; Über den Anteil der Russen an der Eröffnung Japans …; MOAG Band 21,B; Tokio 1926
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Tokugawa der Familienname, Iesada der Vorname.