Toni Schmücker
Toni Schmücker (* 23. April 1921 in Frechen; † 6. November 1996 in Bergisch Gladbach) war deutscher Industriemanager.
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Leben [Bearbeiten]
Nach der mittleren Reife machte Toni Schmücker eine kaufmännische Lehre bei Ford-Werken in Köln-Niehl, wo bereits sein Vater arbeitete. Ab 1942 war er als Freiwilliger im Krieg, nach 1945 wurde er wieder bei Ford in Köln im Einkauf beschäftigt. 1950 wurde er dort Abteilungsleiter und im Alter von 39 Jahren (1961) Vorstandsmitglied. Um als Manager nicht zu den in amerikanische Firmen unerlässlichen Tätigkeiten an Auslandsstandorten gezwungen zu sein, wechselte er am 1. März 1968 in den Vorstand der Rheinischen Stahlwerke (Rheinstahl) in Essen – im August desselben Jahres wurde er dort Vorstandsvorsitzender. Nach einer umfangreichen Sanierung der Firma, die 1973 zur Fusion mit dem Rheinstahl-Konkurrenten Thyssen führte, wurde Schmücker bei Thyssen Vorstandsmitglied und trat am 10. Februar 1975 als Nachfolger von Rudolf Leiding den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Volkswagenwerk AG an.
VW war zu dieser Zeit ein Sanierungsfall:[1] Im Jahre 1974 betrug der Verlust 807 Mio. DM; der US-Umsatz war um 30 Prozent zurückgegangen, die Werke nur zu 60 Prozent ausgelastet – Massenentlassungen von bis zu 25.000 VW-Beschäftigten standen bevor. Die Schließung bzw. der Verkauf des Audi/NSU-Werkes in Neckarsulm konnte durch rigorose Sparmaßnahmen und Personalabbau verhindert werden: in Neckarsulm und im VW-Werk Brüssel ging man zum Einschichtbetrieb über. Gleichzeitig schaffte es Schmücker, die Golf-/Rabbit-Produktion in den USA zu etablieren, was bei den Gewerkschaften allerdings auf Widerstand stieß.
Gleich nach Beginn seiner Tätigkeit in Wolfsburg wurde die VW K 70-Produktion eingestellt und Audi als „Premium"-Marke positioniert. Mitte 1975 wurden auf seine Veranlassung hin die Pläne für den im Auftrag von VW bei Porsche entwickelten Nachfolger des VW-Porsche 914 an Porsche verkauft. Der Wagen wurde später als Porsche 924 vermarktet. Um die drohende Schließung des Audi/NSU-Werkes Neckarsulm zu verhindern, machte Schmücker zur Bedingung, dass Porsche dort den 924 im Lohnauftrag mit Motoren von VW/Audi fertigen lässt. In den folgenden Jahren ließ er zusätzlich die VW-Modelle Derby (1977) und Jetta (1979) auf den Markt bringen.
Schmückers Kurs erwies sich als erfolgreich: bereits im August 1975 schrieb VW wieder schwarze Zahlen; 1976 stellte der Konzern 2,1 Millionen Fahrzeuge her und machte einen Gewinn von 1 Milliarde DM. In Wolfsburg erhielt Schmücker den Spitznamen „Toni, der Trickser“.[2]
Im Januar 1982 schied Schmücker aus dem Amt aus, seine Nachfolge trat Carl Hahn an.
Literatur [Bearbeiten]
- Manfred Grieger: Schmücker, Toni. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 264 f. (Digitalisat).
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Jerry Sloninger: Die VW-Story; Stuttgart: Motorbuch Verlag, 1981; ISBN 3-87943-737-8; Seite 252ff.
- ↑ Jerry Sloninger: Die VW-Story; Stuttgart: Motorbuch Verlag, 1981; ISBN 3-87943-737-8; Seite 256
Heinrich Nordhoff (bis 1968) | Kurt Lotz (bis 1971) | Rudolf Leiding (bis 1975) | Toni Schmücker (bis 1982) | Carl Hahn (bis 1993) | Ferdinand Piëch (bis 2002) | Bernd Pischetsrieder (bis 2006) | Martin Winterkorn (seit 2006)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmücker, Toni |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Industriemanager |
| GEBURTSDATUM | 23. April 1921 |
| GEBURTSORT | Frechen |
| STERBEDATUM | 6. November 1996 |
| STERBEORT | Bergisch Gladbach |
