Touring Club Schweiz

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Touring Club Schweiz
(TCS)
Zweck:
Vorsitz: Stephan Grötzinger (Generaldirektor sei 1. Januar 2013)
Gründungsdatum: 1. September 1896
Mitgliederzahl: 1,6 Mio. (2010)
Sitz: Vernier
Website: tcs.ch

Der Touring Club Schweiz (TCS), ist mit knapp 1,6 Millionen Mitgliedern[1] der grösste Verkehrsclub der Schweiz. Er ist tätig im Bereich des Beistandes an Personen und Fahrzeugen, des Tourismus und der Konsumentenberatung in Bezug auf Fahrzeuge. Der Sitz befindet sich in Vernier im Kanton Genf.

Geschichte[Bearbeiten]

Der TCS wurde am 1. September 1896 von 205 Radfahrern in Genf gegründet, in der Absicht, den Fahrradtourismus zu fördern.[2] Seit 1901 erfolgten auch Dienstleistungen an Automobilisten wie eine Tankstellenliste. Zirka 1936 verschwinden die Fahrradspeichen aus dem Emblem und werden durch ein stilisiertes Steurrad ersetzt.

In den Fünfzigerjahren setzt eine eigentliche Auto-Euphorie ein; der TCS hauchte dem Auto geradezu Leben ein - so zu lesen in der Clubzeitschrift TOURING vom 18. August 1966: "Ein Auto ist ein viel zu komplexer Organismus, als dass er sich nach den Paragraphen eines Gesetzbuches bauen liesse (...). Es kann fast mit einem Lebewesen verglichen werden (...)." Dieses Statement erfolgte als Kommentar zum amerikanischen Juristen Ralph Nader, der mehr Sicherheit im Autobau gefordert hatte. TOURING dazu: "Man muss sich nur hüten, das Kind mit dem Bade auszuschütten und die Henne, die goldene Eier legt, zu schlachten."[3]

Als Reaktion auf die Einseitige Ausrichtung des TCS sowie des ACS wird 1979 der Verkehrs-Club der Schweiz gegründet: Alle Verkehrsteilnehmer, also auch Fussgänger und Velofahrer, sollen als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer ernst genommen werden. Der TCS hat seither seine Tätigkeiten ausgeweitet. Im 2008 wird die "Mobilitätsakademie" gegründet und stellt sich "die Frage nach dem Wesen zukünftiger Mobilität". Als Weiterbildungseinrichtung und Denkfabrik sucht sie Entwicklungen besser zu verstehen und sie damit zur Grundlage für künftiges Handeln im Bereich der Mobilität zu machen. 2010 organisierte die Akademie erstmals ein Forum für Elektromobilität in Luzern.

Organisation[Bearbeiten]

Der TCS ist eine gemeinnützige Organisation [4]. Er verficht die Interessen seiner Mitglieder im Bereich der Mobilität. Er bietet Dienstleistungen wie Rechtsschutz (TCS Privatrechtsschutz), Fahrzeugversicherungen (TCS Autoversicherung) sowie Reise- und Heimschaffungsversicherungen (ETI-Schutzbrief) an.

Der TCS ist in 24 regional tätige Sektionen gegliedert. Geleitet wird er von einem Verwaltungsrat mit 24 Mitgliedern und einer Delegiertenversammlung, der 145 Mitglieder angehören.

Ein Patrouillenfahrzeug des TCS während eines Einsatzes
Camping TCS Thunersee in Thun-Gwatt

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Der Club ist in der Schweiz vor allem für seinen Pannendienst bekannt.

Der TCS testet jedes Jahr verschiedene Produkte – Kindersitze, Autoreifen, die Qualität von Dieseltreibstoffen, Skihelme, Navigationsgeräte usw. – sowie Fahrzeuge. Das technische Zentrum, das diese Tests durchführt, befindet sich in Emmen (Luzern).

Der TCS setzt sich für die Verkehrssicherheit ein und gibt dazu Broschüren und Faltprospekte für seine Mitglieder und für Schulen heraus. Er beteiligt sich an nationalen Kampagnen, die vom Fonds für Verkehrssicherheit des Bundes finanziert werden. Auch führt der TCS Studien zur Sicherheit der Verkehrsinfrastruktur durch.

Der TCS wird von eidgenössischen und kantonalen Behörden zu Vernehmlassungen im Bereich der Mobilität eingeladen.

20-mal jährlich erhalten die Mitglieder gratis die Clubzeitung "Touring", die auf Deutsch, Französisch und Italienisch herausgegeben wird. Camper erhalten überdies das Magazin "Camp Car", das achtmal jährlich erscheint, auf Deutsch und Französisch. Die Redaktion der Presseorgane befindet sich zentral in Bern.

Der TCS betreibt einen Ambulanzhelikopter Eurocopter EC 135 (Immatrikulation HB-ZJE), der am Flugplatz Birrfeld (Kanton Aargau) stationiert ist.

Zusammen mit LION AIR betreibt der TCS eine Cessna 550 (Immatrikulation HB-VMX), die speziell für Repatriierungsflüge von Verletzten oder kranken Personen ausgerüstet ist.

Der Club verfügt über 19 technische Zentren, 37 Campingplätze, 2 Hotels in der Schweiz sowie über 14 Fahrtrainingspisten.

Der TCS ist seit 1998 Mitglied der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile).

Fahrschulzentren[Bearbeiten]

  • Fahrschulzentrum Lignières
  • Zentrum für Verkehrssicherheit Betzholz in Hinwil
  • Zentrum für Verkehrssicherheit Stockental in Niederstocken
  • Zentrum für Verkehrssicherheit Derendingen
  • Fahrschulzentrum Plantin
  • Fahrschulzentrum Emmen

TCS-Hotels[Bearbeiten]

  • Hotel Schloss Ragaz, in Bad Ragaz
  • Hotel Bella Vista, in Vira (Gambarogno)

Dienstleistungen[Bearbeiten]

  • Pannenhilfe
  • Fahrzeug- und Rechtsschutzversicherungen
  • Beistand für Personen und Fahrzeuge in der Schweiz und im Ausland
  • Verkehrsinformationen
  • Tourismus, Freizeit und Camping
  • Organisation von Fahrschulkursen und der Zweiphasen-Ausbildung
  • Verkehrssicherheit: Prävention und Schulung
  • Heimtransport im Notfall per Helikopter (AAA) oder Ambulanzfahrzeugen

Literatur[Bearbeiten]

  • François Antoniazzi, Der Touring Club Schweiz im Spiegel von 100 Ereignissen 1896-1996, Verlag TCS, Genf, 1996.
  • Joseph Britschgi, Manuel d'enseignement de la circulation, Verlag TCS Genf, 1946.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Touring Club Schweiz: Wir über uns
  2. Touring Club Schweiz: Eine über 100-jährige Geschichte
  3. Touring Nr. 33, vom 18. August 1966, Seite 3
  4. Statuten, sur le site internet du TCS, consulté le 4 mars 2011.