Trichlorfluormethan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Trichlorfluormethan
Allgemeines
Name Trichlorfluormethan
Andere Namen
  • Trichlorfluorkohlenstoff
  • Trichlormonofluormethan
  • Fluortrichlormethan
  • Freon 11, F11
  • R11
  • CFC-11
Summenformel CCl3F
CAS-Nummer 75-69-4
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit etherischem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 137,37 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,49 g·cm−3 (flüssig)[1]

Schmelzpunkt

−111 °C[1]

Siedepunkt

23,6 °C[1]

Dampfdruck

886 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (1,5 g·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 312
P: 273​‐​280​‐​501 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Umweltgefährlich
Umwelt-
gefährlich
(N)
R- und S-Sätze R: 59
S: 59
MAK

5700 mg·m−3[1]

Treibhauspotential

4750 (bezogen auf 100 Jahre) [4]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−301,3 kJ/mol[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Trichlorfluormethan ist ein FCKW und wird als Kältemittel verwendet. Da es wie alle FCKW als Ozonschicht-zerstörend eingestuft wird, wird es heute mehr und mehr durch umweltfreundlichere Stoffe ersetzt. Bei Kontakt mit Flammen oder heißen Gegenständen zersetzt es sich und bildet dabei sehr toxische und korrosive Dämpfe (Chlor, Chlorwasserstoff, Fluorwasserstoff). Mit Metallen wie Aluminium, Barium, Calcium, Magnesium und Natrium erfolgt eine heftige Reaktion.

Bis in die 1990er-Jahre wurde Trichlorfluormethan als R11 als Treibgas, etwa zum Schäumen von Polyurethan, eingesetzt wie z. B. in Kühlschränken. Seit 1995 ist der Stoff in Deutschland für Neuanlagen verboten,[6] da es wie alle FCKW ein hohes Ozonabbaupotential aufweist und zusätzlich ein 4750-fach höheres Treibhauspotential als Kohlendioxid hat.[4]

Beim Erhitzen auf hohe Temperaturen beim Löten, durch Funken oder Zigaretten zerfällt das Gas zu toxischen Verbindungen wie Chlor- (HCl) oder Fluorwasserstoff (HF).[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu Trichlorfluormethan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14.12.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Datenblatt Trichlorofluoromethane bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. a b P. Forster, P., V. Ramaswamy et al.: Changes in Atmospheric Constituents and in Radiative Forcing. In: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press, Cambridge und New York 2007, S. 212, (PDF)
  5. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-19.
  6. bauweise.net: Schwerpunkt Wärmepumpe - Kältemittel
  7. MSDS bei Refrigerants.com, (PDF; 71 kB) abgerufen am 20. April 2011.