Tropfen auf heiße Steine

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Filmdaten
Deutscher Titel Tropfen auf heiße Steine
Originaltitel Gouttes d'eau sur pierres brulantes
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 79 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie François Ozon
Drehbuch François Ozon
Musik Georg Friedrich Händel, Gustav Mahler, Giuseppe Verdi, Tony Holiday, Françoise Hardy
Kamera Jeanne Lapoirie
Schnitt Laurence Bawedin
Claudine Bouché
Besetzung

Tropfen auf heiße Steine ist eine französische Tragödie aus dem Jahr 2000. Regie führte François Ozon, in den Hauptrollen spielen Bernard Giraudeau und Malik Zidi. Vorlage für diesen Film war das 1964 geschriebene gleichnamige Theaterstück von Rainer Werner Fassbinder.

Handlung[Bearbeiten]

Deutschland in den 1970er Jahren: In einer Großstadt wird der neunzehnjährige Franz auf der Straße vom fünfzigjährigen Léopold angesprochen und in seine Wohnung eingeladen. Obwohl Franz eigentlich mit seiner Verlobten Anna verabredet ist, kann er der Neugier und Faszination dem älteren Mann gegenüber nicht widerstehen.

Aus einer Einladung zu einem Drink wird eine homosexuelle eheähnliche Gemeinschaft. Während sich Léopold als Handlungsreisender um den Lebensunterhalt kümmert, übernimmt Franz die häuslichen Pflichten. Doch aus der anfänglichen Leidenschaft wird alltägliche Routine. Léopold zeigt sich mehr und mehr als schlecht gelaunter Tyrann.

Während einer Dienstreise Léopolds taucht eines Tages Anna auf. Franz genießt ihre bedingungslose Abhängigkeit ihm gegenüber, kann sich aber nicht entschließen, Léopold zu verlassen. Nachdem dieser zurückkommt, verfällt Anna dem Charme des älteren Mannes. Mit dem Erscheinen von Véra, dem früheren Freund Léopolds, der sich ihm zuliebe einer Geschlechtsumwandlung zur Frau unterzogen hat, entsteht ein Netz der Abhängigkeiten, aus dem keiner so richtig einen Ausweg findet.

Bevor das Drama seinen tragischen Höhepunkt erreicht, wird es durch eine hysterische, seltsam heitere, bizarre, fast selbst-ironische Tanzszene, bei der alle beteiligten Charaktere zur Musik von Tony Holiday „Tanze Samba mit mir“ in einer simplen Choreographie ihr Gesäß kreisen lassen, unterbrochen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Rainer Werner Fassbinder hat dieses Theaterstück nie zur Aufführung gebracht. Die Uraufführung fand erst drei Jahre nach seinem Tod statt. Der Film wurde von François Ozon als Kammerspiel für vier Personen in vier Akten umgesetzt. Ozon hatte ursprünglich zwei Varianten des Filmendes gedreht. Er wählte für die finale Version das tragische Ende aus.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ozon plündert sowohl Fassbinders Stück wie auch die strenge Ästhetik seiner frühen Filme, siedelt dieses im bühnenartigen Dekor eines Appartements aus den späten Sechzigern an - und verfremdet gerade durch die vorgebliche Epochentreue das Drama zur Groteske. Anders als im Stück wird der Generationenkampf zwischen Fassbinder und Ozon eindeutig vom Nachgeborenen gewonnen.“

Der Spiegel

„Höchst artifizielle, hervorragend gespielte Adaption eines frühen Theaterstücks von Rainer Werner Fassbinder. Dessen stilisierte, teils grelle Künstlichkeit durchdringt der Film fern jeder Larmoyanz, um zur Trauer, Einsamkeit und Identitätslosigkeit der Menschen vorzudringen.“

Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]