Tyrfing

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Dieser Artikel behandelt das mythologische Schwert Tyrfing. Siehe Thyrfing zur danach benannten Viking-Metal-Band.

Tyrfing (altnord. Tyrfingr) ist der Name eines magischen Schwertes in der Nordischen Mythologie. Die ursprünglich wohl aus Schweden stammende Sage des Schwertes Tyrfing ist überliefert in der isländischen Hervarar-Saga und den darin eingebetteten vier Liedern: Hjalmars Sterbelied, Hervörlied (Hervararkviða), Heidreksrätsel (Heiðreks gátur bzw. Gátur Gestumblinda) und Hunnenschlachtlied (Hlöðskviða), die auch zu den Eddica minora (den Liedern der Lieder-Edda, die nicht im Codex Regius stehen), gezählt werden.

Svafrlami (oder auch Sigrlami) ist König von Gardarike und Enkel von Odin. Ihm gelingt es, die Zwerge Dvalinn und Durinn gefangen zu nehmen und zu zwingen, ihm ein Schwert mit goldenem Griff zu schmieden, das sein Ziel nie verfehlen werde, nie rosten und Stein und Metall so leicht wie Kleidung durchschneiden könne. Sie schmieden das Schwert, verfluchen es aber: Es solle dreimal großes Übel seinem Träger bringen.

Svafrlami wird durch den Berserker Arngrim (Arngrímr), der das Schwert an sich nimmt, getötet. Er vererbt es seinem Sohn Angantyr (Angantýr), der mit seinen elf Brüdern auf der Insel Samsø (Sámsey) im Duell mit dem Schweden Hjalmar (Hjálmarr) und dessen norwegischen Bruder Örvar-Odd (dem Held der Örvar-Odds saga) getötet wird. In diesem Kampf geht es um die Gunst von Ingibjörg, der Tochter von Yngvi, dem König der Schweden. Der schwer verwundete Hjalmar stirbt, und Örvar-Odd bringt seinen Leichnam zu Ingibjörg nach Uppsala (Hjalmars Sterbelied, auch »Kampf auf Samsey« genannt). Tyrfing wird mit Angantyr begraben.

Angantyrs Tochter Hervör macht sich, als sie davon erfährt, auf nach Samsø und fordert Tyrfing von ihrem toten Vater (Hervörlied, auch »Erweckung Agantyrs« genannt). Sie heiratete Hofund, mit dem sie zwei Söhne hat: Heidrek (Heiðrek) und Angantýr (Hofundson). Hervör gibt Tyrfing an Angantyr. Bei einem Spaziergang bittet Heidrek darum, das Schwert sehen zu dürfen. Dieses jedoch bringt ihn dazu, seinen Bruder Angantyr zu töten.

Heidrek verlässt sein Land, heiratet die Prinzessin von Reidgotaland und wird Gotenkönig. Auf einer Reise lagert Heidrek in den Karpaten, wo er eines Nachts von acht Leibeigenen ermordet und Tyrfings beraubt wird. Dies ist die letzte der drei bösen Taten Tyrfings, der Fluch ist gebannt. Heidreks Sohn Angantyr (Heidrekson) tötet die Diebe und holt das Schwert zurück.

Angantyr wird der neue König, jedoch verlangt sein bei den Hunnen aufgewachsener Halbbruder Hlöd (Hlöðr), den Heidrek mit der Prinzessin von Húnaland gezeugt hat, die Hälfte des Königreichs. Als Angantyr dies verweigert, kommt es zu einer Völkerschlacht zwischen Goten und Hunnen, bei der die 343 200 Hunnen den Goten zahlenmäßig weit überlegen sind. Die Goten gewinnen diese Schlacht, da Angantyr Tyrfing benutzt und seinen Bruder Hlöd tötet (Hunnenschlachtlied).

In der Hervararsagar ok Heidreks konungs wird Tyrfing als Schwert geschildert, das töten muss, sobald es aus seiner Scheide gezogen wird, denn Dvalins Fluch lautet:"Dieses Schwert wird eines Mannes Mörders, sooft es gezückt wird.[...]". Das würde den Tod des einen der oben erwähnten Brüder erklären.

Snorri Sturluson erwähnt Tyrfing in seiner Edda als Umschreibung (kenning) für Schwert.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Matthias Reifegerste: Die Hervarar-Saga. Eine kommentierte Übersetzung und Untersuchungen zur Herkunft und Integration ihrer Überlieferungsgeschichten. (Altnordische Bibliothek, Band 6). Norden Reinhardt, Leverkusen 1989, ISBN 3-927153-01-X.
  • Arthur Häny: Die Edda. Götter- und Heldenlieder der Germanen. 4. Auflage. Manesse-Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-7175-1730-9.
  • Felix Genzmer: Die Edda. Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesänge der Germanen. Eingeleitet von Kurt Schier. (Diederichs gelbe Reihe). Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/ München 2006, ISBN 3-7205-2759-X. (vorher: Diederichs, Düsseldorf/ Köln 1981ff, ISBN 3-424-00718-8)
  • Snorri Sturluson: Edda. Viking Society for Northern Research, London 1999, ISBN 0-903521-41-5. (Nachdruck der Ausgabe London 1987, übersetzt von Anthony Faulkes)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]