Uwe Lyko

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Uwe Karl Heinrich Lyko (* 22. September 1954 in Duisburg-Neumühl) ist ein deutscher Kabarettist und Komiker. Lykos Alter Ego ist die Figur des ewig im Ruhrdeutsch schimpfenden und nörgelnden Rentners Herbert Knebel aus Essen-Altenessen, die er auf der Bühne und in vielen Fernsehauftritten verkörpert.

Leben[Bearbeiten]

Nach der Volksschule lernte Lyko anfänglich Fernmeldehandwerker, doch dann brach er die Lehre ab und begann Musik zu machen.[1] Lyko trat der Polit-Punk-Band B1 als Sänger bei und lernte dort einen Teil des späteren Affentheaters kennen. Nachdem er die Band verlassen hatte, beschloss Lyko Schauspieler zu werden. So trat er gelegentlich im Duisburger Eschhaus-Theater auf. Letztendlich entschloss er sich, Komiker zu werden und gründete das Musiktheater „Nick“.[1] Dort entstand aus einer Verlegenheitssituation heraus mit der „Rauchernummer“ das erste Stück des späteren Affentheaters. Nachdem sich das Musiktheater „Nick“ aufgelöst hatte, trat er für ein paar Nummern bei einem anderen Musiktheater in Mülheim an der Ruhr mit Helge Schneider auf. Doch da beide nicht harmonierten, verließ Lyko Mülheim und trat zusammen mit ein paar Bekannten im Januar 1988 beim Solidaritätsfest auf der Essener Zeche Carl auf, wo er mit Angehörigen der Urbesetzung des späteren Affentheaters einige Sketche und Musikstücke aufführte.[1] Die Urbesetzung des Affentheaters bestand damals aus Susanne Betancor, Uwe Lyko, Kalle Mews und Martin Breuer sowie aus Sigi Domke. Noch 1988 schuf Lyko seine erfolgreichste Figur Herbert Knebel und gründete die Komikergruppe Herbert Knebels Affentheater.[1]Nach dem Wegfall von Susanne Betancor und Kalle Mews wurde Detlef Hinze in die Gruppe geholt. Die Position Betancors wurde nicht wieder besetzt. Nachdem Sigi Domke 1992 das Affentheater verlassen hatte, wurde der gebürtige Ostfriese Georg Göbel-Jakobi ins Affentheater geholt.[2] Seit diesem Zeitpunkt werden im Affentheater folgende Positionen und Rollen besetzt: Uwe Lyko („Herbert Knebel“, Autor/Gesang/Gitarre/Trompete), Martin Breuer („Ernst Pichel“, Autor/Bass/Saxophon), Detlef Hinze (Schlagzeug) und Georg Göbel-Jakobi (Gitarre). 1993 entwickelte Detlef Hinze den Charakter vom „der Trainier“ und 1995 folgte Georg Göbel-Jakobi mit seinem Charakter des „Ozzi Ostermann“.

Daneben spielt Lyko auch Solo-Auftritte, musikalisch unterstützt von Affentheater-Mitglied Göbel-Jakobi.

In der Radiosendung U-Punkt auf WDR 2 hatte er lange einen festen Platz, mittlerweile ist er in seiner Rolle als Herbert Knebel Stammgast in Jürgen Beckers Kabarett-Fernsehsendung Mitternachtsspitzen.

Lyko spielte zudem an der Seite von Wilfried Schmickler regelmäßig in der Parodie „Loki und Smoky“ die Rolle des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt. Nach dem Tod von Loki Schmidt 2010 tritt er mit Schmickler in der Reihe Unterschätzte Paare der Weltgeschichte auf.

Zu sehen war Uwe Lyko auch kurz im Abspann des Films Was nicht passt, wird passend gemacht von Peter Thorwarth, als Rollstuhl fahrender „Opa“ des Lehrerehepaars, der über das zu klein geratene Bad nörgelt. Auch in Helge Schneiders Texas ist er (als Galgenarbeiter) zu sehen.

Biografie[Bearbeiten]

  • Herbert Knebel trifft Uwe Karl Heinrich Lyko, ein Film von Klaus Michael Heinz (2013, WDR Fernsehen)

Filmografie[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 1995: Getz aber in Echt! (CD, Affentheater)
  • 1996: Boh glaubse … (Buch)
  • 1996: Da sind wa schon wieder (CD, Affentheater)
  • 1997: Boh glaubse … (CD, solo)
  • 1998: Knebel on the Rocks (CD, Affentheater)
  • 2000: Meine Fresse! (Buch)
  • 2001: Unter Strom (CD, Affentheater)
  • 2002: Dat beste von mich! (CD, solo)
  • 2003: Ich glaub, mich holnse ab (Buch)
  • 2005: Live und Zuhause (CD, solo)
  • 2005: Unser Mann im Pott (CD, Best Of)
  • 2006: Nix wie weg! (CD, Affentheater)
  • 2008: Ich glaub', ich geh' kaputt (Doppel-DVD, Affentheater)
  • 2010: Jetz is, wo früher inne Vergangenheit die Zukunft war (Buch)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Sigi Domke: Herbert Knebels Affentheater. Knapp vorbei, doch nie daneben. Zur Geschichte von die Gruppe, Verlag Henselowsky Buschmann Essen, 1. Auflage 1997, S. 9–15
  2. Siggi Domke: Herbert Knebels Affentheater. Knapp daneben, doch nie vorbei. Zur Geschichte von die Gruppe, S. 73–78