VMware Workstation

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VMware Workstation
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Entwickler VMware, Inc.
Aktuelle Version 11
(3. Dezember 2014)
Betriebssystem Windows, Linux
Kategorie Virtualisierung, Emulation
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig nein
VMware Workstation

VMware Workstation ist ein Produkt des US-amerikanischen Unternehmens VMware zur Virtualisierung von Computern mit x86- bzw. x86-64-Architektur. Es können damit auf einem Computer mit x86- bzw. x86-64-Prozessor neben einem Wirtsystem, das auf der nativen Hardware läuft, weitere Betriebssysteme für diese Prozessoren in virtualisierten Umgebungen installiert werden.

Details[Bearbeiten]

Mit VMware Workstation kann unter den Betriebssystemen Linux und Windows sowie hierzu kompatiblen Systemen ein kompletter x86-PC bzw. x86-64-PC virtualisiert werden. Auf diesen virtuellen Systemen können unterschiedliche Betriebssysteme wie Windows, Linux und andere installiert werden. Es bestehen aber Restriktionen, abhängig von den technischen Eigenschaften des zugrunde liegenden Betriebssystems. So kann z. B. eine mit Microsoft Windows 2000 eingerichtete virtuelle Maschine, welche auf einem Rechner mit dem älteren Microsoft Windows NT 4.0 läuft, dennoch nicht auf USB-Geräte zugreifen, obwohl VMware 5.5 den USB-Zugriff teilweise ermöglicht. In der Praxis findet man oft den umgekehrten Fall, Benutzer lassen ältere Betriebssysteme innerhalb einer virtuellen Maschine auf moderner Hardware laufen.

Die mit VMware Workstation virtualisierten Betriebssysteme sind prinzipbedingt etwas langsamer als vergleichbare native Installationen auf identischer Hardware.

Bei Einführung einer neuen Version wurde vom Hersteller bisher immer auch ein Freischaltcode für eine Testversion veröffentlicht. Dieser Code – bis Version 6 vier Gruppen von beliebigen Zahlen und Buchstaben, ab Version 7 fünf Gruppen – wechselt täglich, so dass das konkrete Programm, das mit dem Code vom Datum des Downloads freigeschaltet wurde, genau 30 Tage lang ausprobiert werden kann.

Ende Oktober 2009 wurde die Version 7 veröffentlicht. Diese Version bietet u. a. Unterstützung für Windows 7 und verbesserte 3D-Unterstützung für Windows im Allgemeinen. Des Weiteren können damit beispielsweise vier Prozessoren bzw. Kerne den Gästen zugewiesen werden. Virtuelle Festplatten können mittels AES (256 Bit) verschlüsselt werden.[1]

Die Version 8 erschien am 14. September 2011. Die wichtigste Änderung besteht neben erster rudimentärer Unterstützung für Windows 8 darin, dass die VMware Workstation virtuelle Maschinen freigeben kann, damit sie sich ferngesteuert von anderen Rechnern aus nutzen lassen. Voraussetzung dafür ist auf den Clients ebenfalls eine Workstation in der Version 8. Mit diesem Merkmal kann die Workstation Aufgaben übernehmen, für die bisher häufig der kostenlose VMware Server eingesetzt wurde. Die Rolle als Client beschränkt sich nicht auf VMs, die von einer Workstation 8 freigegeben werden. Vielmehr kann man von der Workstation aus auch auf VMs zugreifen, die auf einem ESX(i)-Host bzw. unter vSphere laufen. Dabei unterstützt sie auch verschiedene Administrationsfunktionen, beispielsweise das Anlegen, Starten und Herunterfahren von VMs. Daher lässt sich die Workstation 8 für einige Aufgaben als Alternative zum vSphere Client heranziehen. Seit VMware Workstation 8 werden nur noch Hostrechner mit einem 64-Bit-x86-Prozessor unterstützt.[2]. Windows-Versionen bis Windows 7 bringen keine generellen USB-3.0-Treiber mit. Workstation 8 unterstützt USB-3.0-Ports, die auf NEC xHCI Chips und Treibern basieren. Nur mit NEC-basierenden USB-3.0-Ports ist bei Workstation 8 eine USB-3.0-Nutzung in einer Windows-VM möglich.[3]

Am 23. August 2012 erschien die Version 9 des Produkts. Sie unterscheidet sich in der grundlegenden Unterstützung von Windows 8 und in der Funktion einer verschlüsselten Virtuellen Maschine, wobei die Eingabe des Passwortes für die Änderung der Einstellungen benötigt wird. Ein geändertes Web-Interface namens WSX ermöglicht Benutzern den Zugriff auf ihre freigegebenen virtuellen Maschinen über den Browser von beispielsweise einem Tablet, Smartphone oder PC. Des Weiteren ist der Upload und Download von vSphere bereitgestellten virtuellen Maschinen möglich. Außerdem können mit Windows-8-VMs alle USB-3.0-Ports des Hosts genutzt werden.[4]. Die Unterstützung von Intel VT-x/EPT oder AMD-V/RVI Erweiterungen wurde gegenüber der Vorgängerversion verbessert. Microsoft Hyper-V wurde in die Liste der Gastsysteme aufgenommen. Die Benutzeroberfläche wurde vollständig überarbeitet, um den Windows-Standards zu entsprechen.

Ein vergleichbares Produkt für Mac OS X auf Intel-Prozessoren ist VMware Fusion.

Netzwerkkonfiguration[Bearbeiten]

VMware Workstation bietet drei Möglichkeiten, die Netzwerkressourcen des Hosts zu nutzen. Je nach Anforderungen wird man eine dieser Möglichkeiten auswählen.

Bridge
Hier benutzt der Gast die Netzwerkverbindung des Hosts mit einer eigenen IP in dessen lokalem Netz. Das kommt der Installation eines separaten Rechners gleich – auch von außen her gesehen.
NAT
Der Gast bekommt eine IP in einem von VMware dafür eingerichteten privaten Netz, das vom physikalischen Netz des Hostrechners verschieden ist. Es kommt ein virtueller Netzwerkadapter zum Einsatz, den VMWare im Host einrichtet und mit einer weiteren IP des privaten Netzes konfiguriert; der Host wird auf Seite des Clients als Default-Gateway eingetragen. Via Adressübersetzung (NAT) kann der Gast nun das Host-Netz erreichen. Ressourcen des Gasts, z. B. Windows-Freigaben, sind nur vom Host aus unter der privaten IP des Gasts erreichbar. Von außen her ist nur eine IP sichtbar; dass sich dahinter mehrere Systeme befinden, kann nur durch Analyse des Datenverkehrs erkannt werden.
Host only
Auch hier richtet VMware ein privates Netz ein. Es werden jedoch keine Regeln definiert, die Datenpaketen des Gastes erlauben, dieses private Netz zu verlassen. Wenn zusätzliche Verbindungen gewünscht sind, müssen diese auf dem Host durch Routing (Forwarding) explizit hergestellt oder als Serverdienst (z. B. Proxy) realisiert werden. Diese Methode eignet sich vorzüglich, um einen dedizierten Server im lokalen Netz zu betreiben. Beispielsweise würde man für einen Terminalserver nur den Port für RDP freischalten. Damit wäre die Maschine für ihren eigentlichen Bestimmungszweck im Netz erreichbar, während z. B. Viren, die sich über andere Ports verbreiten, beim Host enden würden. Auch für private Zwecke eignet sich diese Methode, da damit verhindert werden kann, dass der Gast unerwünschte IP-Verbindungen (z. B. für Spamversand) aufbaut.

Anmerkung: Mehrere Gastsysteme können separate private Netze nutzen, die nur miteinander kommunizieren können, wenn es jeweils im Hostsystem explizit konfiguriert ist.

Ähnliche Produkte[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ankündigung im VMware-eigenen Blog vom 2. Oktober 2009 (englisch, letzter Zugriff 8. Oktober 2009)
  2. VMware Workstation 8.0 Release Notes/Installation_Requirements (englisch, letzter Zugriff 24. Oktober 2011)
  3. WMware Knowledge base: USB 3.0 Support vor Windows 8 (englisch, letzter Zugriff 22. Oktober 2012)
  4. WMware Release Notes: USB 3.0 Support ab Windows 8 (englisch, letzter Zugriff 22. Oktober 2012)