QEMU

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QEMU
Entwickler Fabrice Bellard
Aktuelle Version 1.0[1]
(1. Dezember 2011)
Betriebssystem Windows, GNU/Linux, BSD, Mac OS X, OS/2/eComStation, Haiku, DR-DOS und FreeDOS mittels HX DOS Extender[2]
Kategorie Emulation, Virtualisierung
Lizenz GPL/BSD
Deutschsprachig nein
www.qemu.org

QEMU (von englisch „Quick Emulator“) ist eine freie virtuelle Maschine, die die komplette Hardware eines Computers emuliert und durch die dynamische Übersetzung der Prozessor-Instruktionen für den Gast-Prozessor in Instruktionen für den Host-Prozessor eine sehr gute Ausführungsgeschwindigkeit erreicht.

QEMU emuliert derzeit Systeme mit den folgenden Prozessorarchitekturen: x86, AMD64 und x86-64, PowerPC, ARM, Alpha, m68k (Coldfire), MicroBlaze, MIPS, S/390 und Sparc32/64.[3]

QEMU ist auf den Betriebssystemen GNU/Linux, Windows, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD, OpenSolaris, OS/2/eComStation, DOS, Mac OS X und Haiku lauffähig, kann den gesamten Status einer virtuellen Maschine speichern und auch ohne die Maschine anzuhalten auf ein anderes Host-System übertragen werden und läuft dort weiter (Live-Migration).

Unter Linux, BSD und Mac OS X unterstützt QEMU auch die Userspace-Emulation. Diese API-Emulation ermöglicht es, dass ausführbare Programme, die für andere dynamische Bibliotheken kompiliert wurden, im Userspace betrieben werden können. Dabei werden die Prozessoren x86, PowerPC, ARM, 32-bit MIPS, Sparc32/64 und ColdFire(m68k) unterstützt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hardware-Plattformen

[Bearbeiten] x86

QEMU mit dem freien Betriebssystem ReactOS

Für virtuelle x86-Maschinen auf x86-Rechnern steht mit kqemu[4] ein Zusatzmodul bereit, das einen erheblichen Geschwindigkeitszuwachs bewirkt. Es wird allerdings von der aktuellen Weiterentwicklung nicht mehr unterstützt, da diese auf KVM fokussiert.[5] Das Beschleuniger-Modul kqemu ist daher nur in QEMU bis Version 0.11 verwendbar.

Weiterer Geschwindigkeitszuwachs kann auf Linux-Hosts durch Verwendung der auf QEMU basierenden Kernel-based Virtual Machine (KVM) erzielt werden. Dafür ist jedoch ein Prozessor mit den Hardware-Virtualisierungstechniken von Intel (Intel VT) oder AMD (AMD-V) erforderlich.

Mittels HX DOS Extender ist QEMU auch in FreeDOS und DR-DOS lauffähig.

Emuliert wird neben dem Hauptprozessor auch:

Das verwendete PC-BIOS ist SeaBIOS des coreboot Projekts, welche das in früheren Versionen verwendete Bochs BIOS ersetzt. Für VGA wird/wurde das Plex86-Bios aus dem Bochs-Projekt verwendet.

[Bearbeiten] PowerPC

Als PowerPC-BIOS wird Open Hack'Ware, ein Open-Firmware-kompatibles BIOS, verwendet.

[Bearbeiten] PowerMac

QEMU emuliert die folgenden PowerMac-Peripheriegeräte:

  • UniNorth PCI Bridge
  • PCI-VGA-kompatible Grafikkarte mit VESA Bochs Extensions
  • zwei PMAC-IDE-Interfaces mit Festplatten- und CD-ROM-Unterstützung
  • NE2000-PCI-Adapter
  • Non Volatile RAM
  • VIA-CUDA mit ADB-Tastatur und -Maus

[Bearbeiten] PReP

Die PowerPC Reference Platform (PReP) bezeichnet einen Standard für PowerPC-basierte Computer und soll eine Referenz-Implementation darstellen. PReP wurde bereits von der Common Hardware Reference Platform (CHRP) abgelöst.

QEMU emuliert die folgenden PReP-Peripheriegeräte:

  • PCI Bridge
  • PCI-VGA-kompatible Grafikkarte mit VESA Bochs Extensions
  • zwei IDE-Interfaces mit Festplatten- und CD-ROM-Unterstützung
  • Diskettenlaufwerk
  • NE2000-Netzwerkadapter
  • Serielle Schnittstelle
  • PReP Non Volatile RAM
  • PC-kompatible Tastatur und Maus

[Bearbeiten] Sparc

Sun-SPARC-Architektur = (Scalable Processor ARChitecture)

Als BIOS der JavaStation (sun4m-Architektur) wurde bis Version 0.8.1 Proll[6], ein PROM-Ersatz, verwendet, in Version 0.8.2 wurde es durch OpenBIOS ersetzt.

QEMU emuliert die folgenden sun4m-Peripheriegeräte:

  • IOMMU
  • TCX Frame buffer
  • Lance (Am7990) Ethernet
  • Non Volatile RAM M48T08
  • Slave I/O: timers, interrupt controllers, Zilog serial ports

[Bearbeiten] Weitere Details

Das Starten von Live-CD- und Startdisketten-Abbildern ist problemlos möglich.

Um QEMU unter Windows zu verwenden, sind keine Administratorrechte notwendig. Auf einem USB-Stick lässt sich QEMU so als portable Software verwenden. Für die Installation eines 64-Bit-Betriebssystems unter Mac OS X ist die Rosetta-Erweiterung von Apple erforderlich.[7]

Viele Virtualisierungslösungen (KVM, VirtualBox, Xen, FAUmachine, Win4BSD, Win4Solaris, Win4Lin) nutzen Teile des Source-Codes von QEMU.

Dank der Quelloffenheit und der Konfiguration mit Startoptionen ist die Entwicklung von Werkzeug- und Hilfsprogrammen für QEMU unproblematisch. Durch den QEMU-Manager und AQEMU[8] lässt sich QEMU leicht über eine grafische Benutzeroberfläche bedienen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: QEMU – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikibooks Wikibooks: QEMU-Anleitung – Lern- und Lehrmaterialien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Übersicht der QEMU-Versionen
  2. Liste der getesteten Betriebssysteme (englisch)
  3. Emulator: Qemu 1.0 ist fertig – Artikel bei Golem.de, vom 2. Dezember 2011
  4. http://wiki.qemu.org/KQEMU
  5. QEMU 0.12.0-rc1 does not support KQEMU (englisch) – Fehlermeldung bei Launchpad, vom 7. Dezember 2009
  6. Proll BIOS
  7. Virtualisierung mit Q und Qemu – Artikel bei Netzwelt.de, vom 27. Juni 2011
  8. AQEMU
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