Vianden

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Vianden, weitere Bedeutungen werden unter Vianden (Begriffsklärung) aufgeführt.
Vianden
Wappen Karte
Wappen von Vianden Lage von Vianden im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 56′ N, 6° 12′ O49.9358333333336.2061111111111Koordinaten: 49° 56′ 9″ N, 6° 12′ 22″ O
Distrikt: Diekirch
Kanton: Vianden
Einwohner: 1864 (1. Januar 2014)[1]
Fläche: 9,67 km²
Bevölkerungsdichte: 192,8 Einw./km²
Gemeindenummer: 00004003
Website: www.vianden.lu
Politik
Bürgermeister: Marc Schaefer
Wahlsystem: Majorzwahl

Vianden (luxemburgisch Veianen, Veinen) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg. Vianden ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Kantons Vianden und einer der wichtigsten Touristenorte Luxemburgs.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Vianden liegt im Nordosten von Luxemburg an der Grenze zum deutschen Land Rheinland-Pfalz, beiderseits des Grenzflusses Our. Der östlich der Our gelegene Teil von Vianden ist das einzige Gebiet Luxemburgs östlich der ansonsten die deutsch-luxemburgische Grenze bildenden Flüsse Our, Sauer und Mosel (Gemeinschaftliches deutsch-luxemburgisches Hoheitsgebiet) und bildet damit für wenige Kilometer den einzigen Grenzverlauf der beiden Staaten über Land.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Über der Stadt thront die Burg Vianden. Großenteils wurde sie in den letzten Jahrzehnten restauriert. Die Burg ist der ehemalige Sitz der Grafschaft Vianden. Yolanda von Vianden ist auf dem Schloss geboren.

Im November 1944 wurde die Burg Schauplatz von Kämpfen zwischen 37 Widerstandskämpfern der luxemburgischen Miliz unter der Führung von Vic Abens und einer Einheit von rund 250 SS-Männern. Die Miliz konnte die Einnahme des Städtchens und der strategisch gut gelegenen Burg durch die SS abwehren, welche sich nach schweren Verlusten (38 Gefallene) über den Grenzfluss zurückziehen musste.

Wegen der Verbindung zwischen den Grafengeschlechtern Nassau und Vianden, der Übernahme der Grafschaft Vianden durch das Haus Nassau, des Streits im Haus Vianden und seine Folgen ist die Burg vor allem für niederländische Besucher mit Interesse an der Geschichte der Dynastie Oranien-Nassau sehenswert.[2]

Das Victor-Hugo-Haus[Bearbeiten]

Zwischen 1862 und 1871 besuchte der berühmte französische Schriftsteller Victor Hugo fünfmal das Großherzogtum Luxemburg und verbrachte einige Zeit als politischer Flüchtling in Vianden. Das Haus, in dem Victor Hugo gelebt hat, ist seit 1935 als Museum eingerichtet.

Trinitarierkirche[Bearbeiten]

Die Trinitarierkirche Vianden ist eine frühgotische zweischiffige Hallenkirche und wurde im 13. Jahrhundert errichtet.

Sodalitätskapelle[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe der Trinitarierkirche findet sich die 1761 errichtete Sodalitätskapelle. Sie gehört der Marianischen Sodalität. Diese wurde in Vianden 1738 gegründet und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ihr angehörige Jungen und Männer weihen ihr ganzes Leben Maria. Neben dem Eingang der Kapelle steht eine Madonnen-Statue. Der Barockaltar der Kapelle stammt vermutlich von Michael Weiler. Sein Zentrum bildet die Immakulata-Statue: Maria steht mit dem linken Fuß auf einer Mondsichel, während ihr rechter einer Schlange, die einen Apfel trägt, ins Genick tritt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In den ersten drei Augustwochen findet in Vianden ein Mittelalterfest statt.
  • Der Veiner Nëssmoort (Viandener Nussmarkt) ist ein großes Volksfest, das jährlich am 2. Sonntag im Oktober stattfindet und über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

(Außer bei Kantonalwahlen, dann schon am 1. Wochenende)

Weltkulturerbe[Bearbeiten]

Im Oktober 1993 meldete die beim luxemburgischen Kulturministerium angesiedelte UNESCO-Kommission Burg und Stadt in der, bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[3] Eine dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Nachdem sich in der Folgezeit und über mehrere Jahre wenig getan hatte, gründete sich 2010 ein Komitee, um die notwendigen Unterlagen zusammenzustellen und somit die Bewerbung Viandens voranzutreiben. Im Februar 2012 wurde diese dann bei der UNESCO eingereicht.[4] Bei der turnusmäßigen Sitzung des Welterbekomitees im Juni 2013 in Phnom Penh sollte über das luxemburgische Begehren entschieden werden. Da sich aber im Vorfeld abzeichnete, dass das Beratergremium ICOMOS, dessen Empfehlung eine zentrale Rolle bei der Vergabeentscheidung spielt, eine eher negatives Votum abgeben würde, wurde der Antrag kurzfristig zurückgezogen. Kritisiert wurden insbesondere die umfangreichen Leerstände in der Altstadt, der schlechte Zustand dieser Gebäude sowie die mangelhafte Bürgerbeteiligung. Die Bewerbung soll überarbeitet und dann erneut eingereicht werden.[5] Wann dies geschehen wird ist bisher unbekannt. Gleichwohl wird der Status als Welterbestätte im Zusammenhang mit Vianden bereits werbetechnisch genutzt, so auch vom offiziellen Tourismusverband des Großherzogtums.[6]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Bei Vianden arbeitet eines der größten europäischen Pumpspeicherkraftwerke, das Pumpspeicherwerk Vianden. Innerhalb der Anlage wird in Zeiten niedrigen Stromverbrauchs Wasser aus dem Fluss Our in ein Becken auf einem Berg gepumpt. In Spitzenzeiten des Stromverbrauchs wird das Wasser aus dem Vorhaltebecken zurück in den Fluss geleitet. Mit Hilfe der Wasserkraft werden Generatoren zur Stromerzeugung betrieben. Die Kavernen (Bergstollen mit Generatoren) und das Vorhalte-Becken können besucht werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Vic Abens (1912–1993), Widerstandskämpfer und Politiker

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vianden – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Vianden – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2014 (franz.)
  2. Auf den Spuren der Dynastie Oranien-Nassau. Lëtzebuerger Journal[uid]=9954&cHash=0f8dc92b45 15. April 2010.
  3. La ville et le château de Vianden. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 7. April 2014 (französisch)
  4. Entscheidung über Weltkulturerbe-Status fällt im Juni. Lëtzebuerger Journal, 3. April 2013, abgerufen am 7. April 2014
  5. Rückschlag für Aufnahmegesuch Viandens ins Unesco-Weltkulturerbe. Luxemburger Wort, 13. Juni 2013, abgerufen am 7. April 2014
  6. Seite zu den luxemburgischen Weltkulturerbestätten auf der Website des luxemburgischen National Tourist Board, abgerufen am 7. April 2014