Victor Lemoine

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Victor Lemoine.

Victor Lemoine (* 21. Oktober 1823 in Delme, Lothringen; † 11. Dezember 1911) war ein französischer Pflanzenzüchter. Viele seiner Züchtungen, insbesondere die Flieder- und Pfingstrosen-Sorten sind auch heute noch sehr verbreitet.

Leben[Bearbeiten]

Lemoine stammte aus einer Familie, die seit mehreren Generationen Gärtner und Pflanzenzüchter hervorgebracht hatte. Nach seinem Schulabschluss arbeitete er mehrere Jahre in verschiedenen führenden europäischen Betrieben für Gärtnerei und Pflanzenzucht, darunter auch in dem von Louis Van Houtte in Gent in Belgien.

1849 gründete er seine eigenen Gärtnerei in Nancy.

Victor Lemoine und seine Frau Marie hatten einen Sohn Émile Lemoine (1862 bis 1942) und einen Enkel Henri Lemoine (1897 bis 1982), die die Gärtnerei weiterführten. Erst 1955 wurde sie geschlossen.

Victor Lemoine hat in Frankreich solche Berühmtheit erlangt, dass die Société Nationale d'Horticulture de France nach seinem Tod Gelder sammelte, um ihm ein Denkmal in Nancy zu errichten.

Werk[Bearbeiten]

Zu seinen wichtigsten Werken gehört die Produktion von neuen Flieder-Sorten (Syringa), mit der er 1870 begann, und die von Émile Lemoine und Henri Lemoine weitergeführt wurde. Insgesamt züchteten sie mehr als 200 neue Sorten. Unter anderem geht die als Syringa X hyacinthiflora bezeichnete Hybrid-Gruppe, eine Kreuzung aus Syringa oblata und Syringa vulgaris auf sie zurück. Nach wie vor beliebt ist außerdem "Mme Lemoine", die erste weiße Sorte mit gefüllten Blüten.

Bis zur heutigen Zeit tonangebend sind außerdem seine Züchtung von Pfeifensträuchern (Philadelphus), Begonien (Begonia) und Pfingstrosen (Paeonia). Bei den Pfingstrosen-Sorten seien hier stellvertretend genannt: Le Printemps (1905), Primevere (1906), Sarah Bernhardt (1906) und Solange (1907),

Bereits 1852, kurz nach Gründung seiner Gärtnerei, erwähnte die Zeitschrift Revue Horticole seine Züchtung eines Portulaks mit doppelter Blütenhülle. Bereits zwei Jahre später folgte ein Fingerkraut (Potentilla) mit doppelter Blütenhülle (Gloire de Nancy) und die ersten Drehfrucht-Hybride (Streptocarpus).

Zur selben Zeit beschäftigte sich Lemoine mit Fuchsien (Fuchsia) und züchtete mehr als 250 neue Sorten. Zusammen mit den Engländer James Lye prägte er die Fuchsienzüchtung im 19. Jahrhundert.

In den letzten 15 Jahren seines Lebens arbeitete er mit einer Vielzahl weiterer Zierpflanzen, beispielsweise Prachtspieren (Astilbe), Rittersporn (Delphinium), Deutzien (Deutzia), Gladiolen (Gladiolus), Purpurglöckchen (Heuchera), Bartfäden (Penstemon), Dahlien (Dahlia), Chrysanthemen (Chrysanthemum), Flammenblumen (Phlox), Steinbrech (Saxifraga), Pelargonien (Pelargonium), Clematis und Heckenkirschen (Lonicera).

Außer der Züchtung vieler neuer Sorten verdanken wir Victor Lemoine auch die Einfuhr von neuen Zierpflanzen, beispielsweise der Spierstrauch-Art Spiraea thunbergii.