Pfeifensträucher

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Pfeifensträucher
Falscher Jasmin (Philadelphus × virginalis)

Falscher Jasmin (Philadelphus × virginalis)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
Gattung: Pfeifensträucher
Wissenschaftlicher Name
Philadelphus
L.
Blühender Zweig von Philadelphus karwinskianus

Die Pfeifensträucher (Philadelphus) bilden eine artenreiche Gattung in der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Die Arten dieser Gattung sind vor allem in Nordamerika und Ostasien heimisch. In Europa bekanntester Vertreter ist der Gewöhnliche Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius), der auch wie manche andere Pflanzenarten Falscher Jasmin genannt wird. Einige Vertreter der Gattung werden in Parks und Gärten gepflanzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Es handelt sich fast stets um aufrecht wachsende Sträucher, selten auch um kletternde Holzgewächse. Es gibt sowohl sommergrüne wie immergrüne Arten.

Bei den stets gegenständigen, kurz gestielten Laubblättern gehen meistens von der Blattbasis drei oder fünf deutliche Nerven nach vorne. Der Blattrand kann ganz oder gesägt sein. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Die zwittrigen Blüten, die am diesjährigen Holz gebildet werden, stehen in rispigen, traubigen oder zymösen Blütenständen, selten auch allein. Die meist vierzähligen, manchmal auch fünfzähligen Blüten sind weiß oder cremefarben, manchmal an der Basis auch ein wenig rötlich gefärbt. Es gibt 20 bis 40 Staubblätter mit gelben oder weißlichen Staubbeuteln (Antheren) in jeder Blüte. Die Staubblätter sitzen in einem dichten Kreis auf der kreisringförmig ausgebildeten Blütenachse, die den gesamten Fruchtknoten umgibt; an der Basis sind sie oft ein wenig verwachsen. Die Blüten verströmen bei vielen Arten einen mehr oder weniger intensiven fruchtigen Geruch, was ihnen auch den deutschen Namen "Falscher Jasmin" und den englischen Namen "mock orange" eingebracht hat.

Es wird eine Kapselfrucht gebildet, die sich mit vier oder auch fünf Klappen öffnet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Man findet sie in Nord- und Mittelamerika, und in Asien von Ostasien über den Himalaya, den Kaukasus bis ins südöstliche Mittelmeergebiet. Verbreitungsschwerpunkte sind aber Amerika und Ostasien.

Der Großteil der Arten wächst in Gebüschen oder als Unterbewuchs in Mischwäldern an Berghängen.

Systematik und Etymologie[Bearbeiten]

Die Pfeifensträucher (Philadelphus) sind eine Gattung aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Dort wird sie der Unterfamilie Hydrangeoideae Tribus Philadelpheae zugeordnet.[1] Sie wurde von Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum aufgestellt.[2] Der wissenschaftliche Gattungsname Philadelphus kann auf den ägyptischen König Ptolemaios II. zurückgeführt werden. Er hatte den Beinamen Philadelphos (aus dem Griechischen philein = lieben und adelphos = Bruder, Schwester).[3] Der Name Pfeifenstrauch rührt daher, dass sich das Mark im Inneren der Zweige leicht entfernen lässt, so dass Kinder daraus Pfeifen herstellen können.

Blüten und Blätter von Philadelphus pubescens

Die Gattung Philadelphus enthält etwa 70[2] Arten (Auswahl[2][4]):

Verwendung[Bearbeiten]

Wegen ihrer hübschen, duftenden Blüten werden diverse Arten als Ziersträucher angepflanzt. Die meisten angebotenen Pflanzen sind allerdings Hybride, vor allem zwischen dem Europäischen Pfeifenstrauch, dem Oregon-Pfeifenstrauch und dem Kleinblättrigen Pfeifenstrauch.

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 447-450.
  •  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2, S. 395.
  • Göritz, Hermann: Laub- und Nadelgehölze für Garten und Landschaft, Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin, 6. Auflage 1986, ISBN 3-331-00031-0
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 215.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philadelphus. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 17. Februar 2012 (englisch).
  2. a b c d Huang Shumei, Hideaki Ohba, Shinobu Akiyama: Philadelphus in Flora of China, Band 8, S. 395
  3. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 477–478
  4. a b Philadelphus. In: The Plant List. Abgerufen am 17. Februar 2012 (englisch).
  5. a b c d e f g Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfeifensträucher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien