Victor Sjöström

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Victor David Sjöström?/i (Aussprache: [ˌvikːtɔɹ ˈɧœːˌstɹœm], * 20. September 1879 in Silbodal; † 3. Januar 1960 in Stockholm) war ein schwedischer Regisseur und Schauspieler. Sjöström war Regisseur von mehr als 50 Filmen, die meisten davon Stummfilme, und hat als Schauspieler in mehr als 40 Filmen mitgewirkt.

Leben[Bearbeiten]

Er begann als Wanderschauspieler in Finnland, ab 1899 war er als Schauspieler und Regisseur in Göteborg tätig. 1912 kam er zur Filmgesellschaft AB Svenska Biografteatern (Svenska Bio) und gab im selben Jahr sein Regiedebüt für den Film. Entdeckt und gefördert hatte ihn der Direktor von Svenska Bio, Charles Magnusson. Seine Arbeiten waren, neben denen von Mauritz Stiller, stilbildend für den frühen schwedischen Film, der in den 1910er Jahren zu den künstlerisch führenden in Europa zählt.

Sein erster kommerzieller Erfolg war Ingeborg Holm (1913), ein Sozialdrama, das durch seine überzeugende Darstellung der Lebenssituation unterprivilegierter Gesellschaftsschichten ein politisches Bewusstsein für die Notwendigkeit der Einführung von Sozialleistungen im frühkapitalistischen Schweden schuf. Sjöström verwendete grandiose Naturaufnahmen zur Verbildlichung der Seelenzustände seiner Filmfiguren und schuf damit Werke mit poetischem Charakter. Er benutzte oft literarische Vorlagen, zum Beispiel von Selma Lagerlöf. Zu seinen bekanntesten Filmen dieser Zeit gehören Terje Vigen (1917), Der Fuhrmann des Todes (1921) und Berg-Ejvind und seine Frau (1918), in dem seine spätere Ehefrau Edith Erastoff die weibliche Hauptrolle spielte. Seit Ende 1919 war er für die neue Filmproduktionsgesellschaft Svensk Filmindustri tätig, wo seine Filme und die von Mauritz Stiller wiederum von Charles Magnusson produziert wurden.

Aufgrund des großen Erfolges von Der Fuhrmann des Todes bekam Sjöström das Angebot, für Samuel Goldwyn den Film Wer war der Vater zu drehen. Nach Gründung des Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer wurde als erster Film Sjöströms Der Mann, der die Ohrfeigen bekam mit Lon Chaney und Norma Shearer in der Titelrolle veröffentlicht. Unter dem anglisierten Namen Victor Seastrom drehte er noch sieben weitere Filme, unter anderem Der scharlachrote Buchstabe (1926) und Der Wind (1928) – beide mit Lillian Gish und Lars Hanson in den Hauptrollen, Frances Marion schrieb jeweils das Drehbuch – sowie Das göttliche Weib (1928) mit Greta Garbo und Lars Hanson.

1930 kehrte Sjöström nach Schweden zurück und war von da an hauptsächlich als Schauspieler tätig. Ab 1939 arbeitete er mit Gustaf Molander, 1943 trat er in dessen Film Ordet auf. Seine wohl größte schauspielerische Leistung ist die Darstellung des alternden Professors Borg in Wilde Erdbeeren (1957), seinem letzten Film, unter der Regie von Ingmar Bergman. Der Film erhielt 1958 den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele, Sjöström selbst gewann den FIPRESCI-Preis sowie den Preis des National Board of Review für die Hauptrolle..

Victor Sjöström ist der Vater der Schauspielerin Guje Lagerwall.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Regisseur
  • 1912: Ett hemligt giftermål
  • 1913: Ingeborg Holm (Ingeborg Holm)
  • 1919: Hans nåds testamente
  • 1920: Das Geheimnis des Klosters/Das Kloster von Sendomir (Klostret i Sendomir)
  • 1924: Der Mann, der die Ohrfeigen bekam (He Who Gets Slapped)
  • 1926: Der scharlachrote Buchstabe (The Scarlet Letter)
  • 1928: Der Wind (The Wind)
  • 1928: Das göttliche Weib (The Divine Woman)
  • 1931: Väter und Söhne (Markurells i Wadköping)
  • 1937: Unter der roten Robe (Under the Red Robe)
Regisseur und Darsteller
Darsteller
  • 1939: Der Greis kommt (Gubben kommer)
  • 1943: Das Wort (Ordet)
  • 1944: Der Kaiser von Portugal (Kejsarn av Portugallien)
  • 1947: Rallare
  • 1950: An die Freude (Till glädje)
  • 1957: Wilde Erdbeeren (Smultronstället)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]