Wilde Erdbeeren

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Dieser Artikel behandelt den schwedischen Film. Für die Bezeichnung der wild wachsenden Pflanze siehe Erdbeeren
Filmdaten
Deutscher Titel Wilde Erdbeeren
Originaltitel Smultronstället
Produktionsland Schweden
Originalsprache Schwedisch
Erscheinungsjahr 1957
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Ingmar Bergman
Drehbuch Ingmar Bergman
Produktion Allan Ekelund
Musik Erik Nordgren
Kamera Gunnar Fischer
Schnitt Oscar Rosander
Besetzung

Wilde Erdbeeren (Originaltitel Smultronstället) ist ein Filmdrama des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman aus dem Jahr 1957. Bergman schrieb das Drehbuch während eines Krankenhausaufenthalts. Obwohl der Film zu den Frühwerken Bergmans zählt, gilt er als einer seiner besten. Er bedient sich hier Sujets und Stilmitteln, die später zu den Charakteristika seines Schaffens wurden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Der Film erzählt die Geschichte des Medizinprofessors Isak Borg. Borg leidet an Albträumen und Tagträumen. Sein Alter und der nahende Tod machen ihm schwer zu schaffen. Für die Feier anlässlich seines 50-jährigen Promotionsjubiläums reist er in Begleitung seiner Schwiegertochter Marianne und drei Anhaltern mit dem Auto von Stockholm quer durch Schweden nach Lund. Der Film schildert seine Erlebnisse und Erinnerungen während dieses Tages.

Auf der Fahrt, die durch verschiedene Stätten von Borgs Leben führt, erkennt er, wie er sich durch eigene Entscheidungen und verpasste Chancen zu einem egoistischen, gefühlskalten Sonderling entwickelt hat. Der Film beinhaltet diverse Tag- und Albtraumszenen, die ihn teils in eine surreale, expressionistische Traumwelt führen, teils in die eigene Kindheit und Jugend.

Nachdem Isak in einem Albtraum seinem Tod entgegensieht, erkennt er, wie einsam er ist. Er beginnt während der Fahrt, sich für andere Menschen zu interessieren. Isak besucht u.a. seine Mutter, zu der er ein kühles Verhältnis hat. Auch sein Verhältnis zu Marianne bessert sich auf der Reise merklich und er nimmt ihre Probleme und Gefühle wahr.

Auf der Fahrt nimmt Isak drei junge Anhalter - Sarah und ihre Verehrer Anders und Viktor - mit. Sarah erinnert ihn mit ihrer Unbefangenheit an seine Vergangenheit, Anders und Viktor diskutieren über die Existenz Gottes und werfen für ihn die Sinnfrage des Lebens auf. Nach einem Unfall fährt vorübergehend auch ein sich streitendes Ehepaar mit, das ihn an seine eigene Ehe mit seiner lange verstorbenen Frau erinnert.

Die Preisverleihung absolviert Isak beinahe gleichgültig, in Gedanken ist er bei seinen jüngsten Erlebnissen und Erkenntnissen. Abends entschuldigt er sich bei seiner Haushälterin und Freundin Agda erstmals dafür, dass er sie am morgen unwirsch angeredet hatte und bietet ihr nach Jahrzehnten des Zusammenlebens das „Du“ an.

Am Abend des Tages endet der Film mit einer Einstellung, in der Isak entspannt und gelöst lächelnd im Bett liegt. Im Hebräischen bedeutet der biblische, aus dem alten Testament stammende Name Isaak „Gott möge lächeln“.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Bergman wurde für Wilde Erdbeeren bei der Berlinale 1958 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Zwei Jahre später bei der Oscarverleihung 1960 wurde der Film für einen Oscar für das beste Originaldrehbuch nominiert.

[Bearbeiten] Kritiken

  • „Ingmar Bergmans sensibel gestaltetes Meisterwerk um Leben, Gott und Tod fasziniert durch die virtuose Verschränkung von realistischen und surrealen Stilmitteln, von psychologischem Charakterporträt und philosophischem Diskurs. Hervorragend in der Hauptrolle: der schwedische Theater- und Stummfilmregisseur Victor Sjöström.“Lexikon des Internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
  • „(...), eines der komplexesten und bewegendsten Werke der Filmgeschichte.“ (Wertung: 3½ Sterne = außergewöhnlich)Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 928
  • „Man muß gesehen haben, wie kunstvoll der hochbegabte Regisseur dieses eigentlich lapidare Handlungsgerüst ausfüllt und attraktiv macht.“Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Essen

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat besonders wertvoll.

[Bearbeiten] Hörspielfassung

Im Jahre 1966 produzierte der BR Wilde Erdbeeren unter der Regie von Rudolf Noelte als 91-minütiges Hörspiel. Die wichtigsten Sprecher waren:

[Bearbeiten] Weblinks

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