Ingmar Bergman

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Ernst Ingmar Bergman?/i [ˌiŋːmaɾ ˈbæɾːʝman] (* 14. Juli 1918 in Uppsala, Schweden; † 30. Juli 2007 auf Fårö, Schweden) war ein schwedischer Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur. 1997 wurde Bergman bei den Filmfestspielen in Cannes als „Bester Filmregisseur aller Zeiten“ geehrt. Die Mehrzahl seiner Filme sind der Gattung des Filmdramas zuzurechnen, er drehte aber auch Komödien und Dokumentationen. In seinen Filmen thematisierte er häufig existenzielle Themen wie den Tod, die Suche nach Gott, die Einsamkeit des Menschen und zwischenmenschliche Beziehungen. Seine Filmsprache zeichnete sich unter anderem durch lange Naheinstellungen und eine spezielle Lichtsetzung aus, die er zusammen mit seinem langjährigen Kameramann Sven Nykvist entwickelte.[1][2] Die mitunter direkte Darstellung von Sexualität führte in den 1950er und 1960er Jahren wiederholt zu Problemen mit der Zensur[3][4] und verhalf unter anderem dem Film Das Schweigen zu einem Skandalerfolg.[5] Weitere namhafte Werke sind Das siebente Siegel, Wilde Erdbeeren, Szenen einer Ehe und Fanny und Alexander.

Ingmar Bergman 1957
Signatur von Ingmar Bergman

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Bergman in jungen Jahren

Ingmar Bergman wurde als mittleres von drei Kindern des lutherischen Pastors Erik Bergman und dessen Frau Karin, geb. Åkerblom, in Uppsala geboren und streng religiös erzogen. Bei Ungehorsam wurde er mit dem Rohrstock gezüchtigt oder mit Einsperren in der Garderobe bestraft. Diese Erlebnisse verarbeitete Bergman Jahre später in Filmen wie Die Hörige (1944), Die Stunde des Wolfs (1968) oder Von Angesicht zu Angesicht (1976). Schon in jungen Jahren kam Bergman mit dem Medium Film in Berührung: Sein Vater bediente sich während des Religionsunterrichts zur Veranschaulichung einer Laterna magica. Als er zehn Jahre alt war, bekam sein Bruder einen Kinematographen geschenkt. Bergman erwarb den Apparat im Tausch gegen einhundert Zinnsoldaten und kaufte von seinem Taschengeld Filme für das Gerät. Auch nahm ihn seine Großmutter regelmäßig ins Kino mit.[6][7] Später entwickelte Bergman eine Begeisterung für die Stummfilmregisseure seiner Heimat, insbesondere Victor Sjöström.[8]

Mit etwa 16 Jahren begann Bergman sich intensiv mit dramatischer Literatur zu beschäftigen; besonders die Werke von August Strindberg hatten einen starken Einfluss auf ihn. Im Keller des Stockholmer Wohnhauses Storgatan Nr. 7 studierte Bergman seine ersten Stücke ein. 1938 begann Bergman ein Studium der Literaturgeschichte an der Stockholmer Universität, das er aber nicht beendete.[9][10] Im selben Jahr wurde er Mitglied im Ensemble des Amateurtheaters im Mäster Olofsgården,[11] 1940 schloss er sich dem Stockholmer Studententheater („Studentteatern“) an, in dem auch seine zukünftigen Hauptdarsteller Birger Malmsten und Erland Josephson mitwirkten.[12][13] Er verfasste eigene Theaterstücke (1942 wurde das erste öffentlich aufgeführt[14]) und begann eine unbezahlte Tätigkeit als Regieassistent an der Königlichen Oper.[15] 1941 leitete er im Stockholmer Bürgerhaus neben einem Kindertheater das „Medborgarhuset“, wo er August Strindbergs Gespenstersonate inszenierte. Einer der Darsteller war Gunnar Björnstrand, der bis in die 1970er Jahre hinein zu seinen Stammschauspielern gehören sollte.[16][17] 1943 inszenierte er mehrere Stücke am Stockholmer „Dramatikerstudion“, wo er erstmals mit Anders Ek arbeitete.[18]

Karriere[Bearbeiten]

Frühwerke und erste Erfolge: 1944–1955[Bearbeiten]

Eingangstor zu Filmstaden

Anfang der 1940er Jahre erhielt Bergman eine Anstellung als Drehbuchautor für die Produktionsgesellschaft Svensk Filmindustri, die durch seine Theaterstücke auf ihn aufmerksam geworden war.[15] Das erste Drehbuch Bergmans, das verfilmt wurde, war Die Hörige (1944), inszeniert von Alf Sjöberg. Im selben Jahr nahm er die Stelle des Theaterchefs im Stadttheater in Helsingborg an und war damit landesweit der jüngste seiner Zunft. Ein Jahr später erhielt Bergman die Gelegenheit, selbst Regie bei einem Film zu führen. Die Vorlage zu seinem Debütfilm Kris stammte jedoch nicht von ihm, sondern basierte auf einer populären Theatervorlage. Kris startete 1946, fand aber weder sein Publikum noch großen Zuspruch bei der Kritik.[19][20]

In der Folgezeit pendelte Bergman zwischen Aufträgen für Svensk Filmindustri und den unabhängigen Produzenten Lorens Marmstedt. So entstanden unter anderem Es regnet auf unsere Liebe (1946), Musik im Dunkeln (1948) und Gefängnis (1949). Die Filmhistoriker Ulrich Gregor und Enno Patalas sahen als gemeinsames Thema dieser frühen Arbeiten junge Paare, die sich gegen den „feindlichen Zugriff der Umwelt“ wehren und deren Liebe „zwischen äußeren Widerständen und dem Unvermögen der Liebenden selbst“ zerrieben wird.[21] Bergman, der zu dieser Zeit noch zu keinem eigenen Stil gefunden hatte, lehnte sich, neben dem von ihm geschätzten schwedischen Stummfilm, formal an den Poetischen Realismus, den Neorealismus und sogar den Film noir an.[22]

Bergman als Regisseur am Malmö Stadsteater, 1958

Während Musik im Dunkeln kommerziell erfolgreich war, fiel Gefängnis durch und beendete Bergmans Zusammenarbeit mit Marmstedt. Dennoch war Gefängnis insofern von Bedeutung, als Bergman hier erstmals eine eigene Vorlage verfilmte und Fragen „nach der Position des Menschen in der Welt, nach dem Sinn seiner Existenz, nach Gott stellte“ (Rune Waldecrantz).[23] In dieser Zeit war Bergman auch als Regisseur am Stadttheater in Göteborg angestellt, wo er, neben eigenen Stücken, Klassiker wie Macbeth oder, mit großem Erfolg, Albert CamusCaligula auf die Bühne brachte.[24][25]

Beginnend mit dem Ehedrama Durst (1949), so Gregor/Patalas, stellte Bergman ältere Paare in den Mittelpunkt seiner Geschichten.[21] In Durst, An die Freude (1950) und Einen Sommer lang (1951) verarbeitete er unter anderem seine gescheiterte zweite Ehe mit Ellen Lundström. Bergman zählte Einen Sommer lang zu seinen wichtigsten Filmen, weil er hier erstmals zu einem eigenen Stil fand: „Ich wußte plötzlich, daß ich die Kamera an die richtige Stelle stellte, daß ich die richtigen Ergebnisse bekam, daß die Dinge stimmten.“[26] Regelmäßiger Kameramann Bergmans von Ende der 1940er Jahre bis 1960 war Gunnar Fischer, der für seine Porträtfotografie und seine nuancen- und kontrastreichen Schwarzweißbilder gerühmt wurde.[27][28]

Die von Produktionsstopps und Streiks begleitete Krise des schwedischen Films 1951–52 unterbrach auch Bergmans Schaffen. Aus finanziellen Gründen nahm er das Angebot an, Reklamefilme für die Seife „Bris“ zu drehen. In einem von diesen hatte seine spätere regelmäßige Hauptdarstellerin und zeitweilige Partnerin Bibi Andersson ihre erste Filmrolle.[29]

Für Bergman-Biograf Hauke Lange-Fuchs stellte Einen Sommer lang den Auftakt einer Reihe so genannter Sommerfilme dar, die vor dem Hintergrund des schwedischens Sommers spielten und teilweise einen für Bergman ungewohnt heiteren Ton anschlugen. Zu diesen zählte Lange-Fuchs, neben Einen Sommer lang, Die Zeit mit Monika (1953), Lektion in Liebe (1954) und Das Lächeln einer Sommernacht (1955). Die Filme dieser Schaffensperiode, häufig mit Harriet Andersson besetzt, wurden vom Publikum mehrheitlich positiv aufgenommen und verschafften dem Regisseur ein Renommee in seiner Heimat.[30] Der „leichte“ Ton einiger dieser Filme war Bergmans Konzession an die Produzenten, nachdem sein Zirkusdrama Abend der Gaukler (1953) an der Kinokasse durchgefallen und von der Kritik teils scharf angegriffen worden war. Im europäischen Ausland dagegen fand Abend der Gaukler frühzeitige Anerkennung, insbesondere in Frankreich, und rückblickend wurde der Film als künstlerischer Meilenstein in Bergmans Karriere begriffen.[31]

Bergman und Victor Sjöström beim Dreh von Wilde Erdbeeren, 1957

Ab 1952 arbeitete Bergman parallel zu seiner Filmarbeit am Stadttheater in Malmö, wo die Zusammenarbeit mit Max von Sydow und Gunnel Lindblom ihren Anfang nahm. Dort inszenierte er unter anderem Stücke von Strindberg, Ibsen, Molière und Goethes Urfaust.[32][33][34]

Internationale Erfolge: 1956–1975[Bearbeiten]

Nach dem Erfolg von Das Lächeln einer Sommernacht, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1956 ausgezeichnet wurde, erhielt Bergman die Zusage für die Finanzierung seines nächsten Projekts Das siebente Siegel.[35] Erstmals seit Gefängnis thematisierte Bergman hier wieder offen die Frage nach der Existenz Gottes und dem Sinn der menschlichen Existenz. Dieser und der nachfolgende Wilde Erdbeeren (1957) machten den Regisseur international bekannt, 1958 wurde Wilde Erdbeeren auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Ingrid Thulin gab in diesem Film ihr Bergman-Debüt in einer Rolle, die dieser eigens für sie geschrieben hatte.[36] Ab der zweiten Hälfte der 1950er Jahre drehte Bergman auch für das schwedische Fernsehen.

1960 erhielt Bergman für das mittelalterliche Rachedrama Die Jungfrauenquelle erstmals den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film, und im selben Jahr begann Bergman seine Tätigkeit als Regisseur (und später Leiter) am Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm. Mit den drei Filmen der „Glaubenstrilogie“ Wie in einem Spiegel (1961), Licht im Winter (1962) und Das Schweigen (1963) schuf Bergman einige seiner bedeutendsten Filme. In allen drei Filmen ringen die Hauptfiguren mit ihrer Unfähigkeit, an Gott zu glauben und Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen.[37] Das Schweigen löste wegen seiner freizügigen erotischen Darstellungen einen Skandal aus, wurde in einigen Ländern verboten oder stark zensiert und dank eines großen Presseechos einer von Bergmans Filmen mit dem größten Publikumszuspruch. Mit Das Schweigen endete auch die explizite Frage nach der Existenz Gottes in Bergmans Filmen; die Einsamkeit des Menschen, seine Suche nach Verständnis und das Streben nach Glück standen fortan im Vordergrund.[37]

Bergman und Sven Nykvist während der Dreharbeiten zu Wie in einem Spiegel, 1960
Bergman mit Ingrid Thulin bei den Dreharbeiten zu Das Schweigen, 1963

Alle Filme in dieser Schaffensperiode wurden von Sven Nykvist (1922–2006) fotografiert, der bis 1983 Bergmans Stammkameramann blieb. Ein Markenzeichen von Nykvists und Bergmans gemeinsamer Arbeit war die Erzeugung von Bildern mit starkem emotionalem Effekt mit so wenigen künstlichen Lichtquellen wie möglich.[38][39] Dabei beschränkte sich Bergman (mit Ausnahme von Ach, diese Frauen, 1964) bis Ende der 1960er Jahre auf das Schwarzweißformat.

Mit dem experimentellen Persona (1966) trat erstmals die Norwegerin Liv Ullmann in einem seiner Filme auf, die in zahlreichen Bergman-Arbeiten der späten 1960er und 1970er Jahre die weibliche Hauptrolle übernahm. Von Mitte bis Ende der 1960er Jahre war sie zudem Bergmans Lebensgefährtin, aus der Verbindung ging die Tochter Linn Ullmann (* 1966) hervor.[40] Persona und die folgenden Filme der „Fårö-Trilogie“, begonnen mit Die Stunde des Wolfs (1968), vermochten jedoch ebenso wenig ihr Publikum zu finden wie die internationale Koproduktion The Touch (1971), und auch die Kritikermeinungen waren häufig gespalten.[41] Anerkennung bei Kritik und Publikum fand dagegen Schreie und Flüstern (1972). Einen seiner größten Erfolge feierte Bergman mit der Fernsehserie Szenen einer Ehe (1973), die auch als Kinofilm ausgewertet wurde und die Institution Ehe einer kritischen Analyse unterzog. Mit Die Zauberflöte (1975) präsentierte er eine viel beachtete filmische Umsetzung von Mozarts gleichnamiger Oper, die er unter anderem schon in Die Stunde des Wolfs zitiert hatte.

Aufenthalt in Deutschland, Rückkehr und letzte Jahre: 1976–2007[Bearbeiten]

Im Januar 1976 wurde Bergman in Schweden der Steuerhinterziehung angeklagt. Die Anklage wurde bald wieder fallengelassen, aber Bergman verlegte aus Protest gegen die Behandlung seiner Person seinen Wohnsitz vorübergehend nach München.[42] Seine nächsten Filme, von denen nur Herbstsonate (1978) Anklang bei Zuschauern und Kritikern fand, entstanden in der BRD und in Norwegen.[43][44] Bis 1985 arbeitete Bergman am Münchner Residenztheater, doch bereits im September 1981 drehte er wieder in Schweden: Fanny und Alexander sollte sein „offizieller“ Abschied vom Kino werden, danach wollte er sich nur noch auf Theaterarbeit und gelegentliche Fernsehproduktionen konzentrieren.[45] Die im Kino drei Stunden, im Fernsehen sogar fast doppelt so lange Familiensaga, die noch einmal viele von Bergmans Motiven vereinte, wurde beinahe durchweg von den Rezensenten gelobt, erhielt vier Oscars (darunter erneut für den Besten fremdsprachigen Film) und war ein kommerzieller Erfolg.[46][47]

1985 kehrte Bergman an das Königliche Dramatische Theater zurück. 1991 inszenierte er das Libretto Bacchanterna nach Euripides’ Drama Die Bakchen an der Königlichen Oper (Musik von Daniel Börtz). 1996, nach einer enthusiastisch gefeierten Theaterinszenierung der Bakchen, verabschiedete sich Bergman endgültig vom Theater. Im vorigen Jahr war seine langjährige Ehefrau Ingrid von Rosen gestorben, und über seine Inszenierung von Molières Menschenfeind war es zum Konflikt mit dem Leiter des Königlich Dramatischen Theaters, Lars Löfgren, gekommen.[48]

Bei den 50. Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1997 nahm seine Tochter Linn für ihn im Beisein von 28 Goldene-Palme-Gewinnern die „Palme der Palmen“ entgegen. Bereits 1983 war Bergman in Venedig für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden, 1988 hatte er den erstmals verliehenen Europäischen Filmpreis „Felix“ erhalten.

Seinen letzten Fernsehfilm inszenierte Bergman 2003 mit Sarabande, einer Fortsetzung seines Serienerfolgs Szenen einer Ehe, in dem noch einmal seine langjährigen Darsteller Liv Ullmann und Erland Josephson zu sehen waren. In Schweden verfolgten rund 990.000 Zuschauer die Ausstrahlung.[49]

Ingmar Bergman starb am 30. Juli 2007 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus auf der Ostseeinsel Fårö, wo er seit 1965 seinen Hauptwohnsitz hatte. Dort fand auf dem Inselfriedhof auch seine Beisetzung statt.[50]

Familie[Bearbeiten]

Grabstein für Ingrid und Ingmar Bergman in Fårö

Bergman war fünfmal verheiratet und hatte neun Kinder:

  • Seine erste Frau von 1943 bis 1945 war Else Fisher. Sie bekamen die Tochter Lena (* 1943), diese hatte später eine kleine Rolle in Wilde Erdbeeren.
  • Von 1945 bis 1950 war Bergman mit Ellen Lundström verheiratet. Sie bekamen vier Kinder, Eva (* 1945), Jan (* 1946) und die Zwillinge Anna und Mats (* 1948).
  • In dritter Ehe war Bergman von 1951 bis 1952 mit Gun Grut verheiratet. Sie bekamen den Sohn Ingmar (* 1951).
  • Von 1959 bis 1965 war Bergmans Frau die Konzertpianistin Käbi Laretei. Mit ihr hat er den Sohn Daniel (* 1962), der ebenfalls als Regisseur tätig ist; ihm widmete Bergman seinen gleichnamigen Dokumentar-Kurzfilm (1967).
  • Von 1965 bis 1969 lebte Bergman unverheiratet mit Liv Ullmann zusammen. Sie haben die Tochter Linn Ullmann (* 1966).
  • Von 1971 bis zu ihrem Tod 1995 war Bergman mit seiner fünften Ehefrau Gräfin Ingrid von Rosen verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Maria wurde allerdings schon 1959 geboren.[51]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Ein Teil seines künstlerischen Nachlasses wird von der 2002 gegründeten Ingmar-Bergman-Stiftung in Stockholm betreut. Seit 2007 wird das Archiv der Stiftung von der UNESCO in der Liste Weltdokumentenerbe geführt. Die Stiftung Bergmangebäude auf Fårö verwaltet zudem Immobilien Bergmans, die unter anderem Stipendien an internationale Künstler vergibt, die die Räumlichkeiten nutzen können.

Die Retrospektive der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2011 war Bergman gewidmet.[52]

Einige Schauspieler verdanken Bergman ihren internationalen Durchbruch, unter ihnen Max von Sydow, Erland Josephson, Ingrid Thulin, Bibi Andersson und Liv Ullmann. Regisseure wie Woody Allen, Ang Lee[53] und Lars von Trier zählen ihn zu ihren Vorbildern.

Bergman war auch die Hauptfigur eines Radio-Musicals der Gruppe Sparks, The Seduction of Ingmar Bergman (2009),[54] und eines Romans von Alexander Ahndoril, Regissören (2006), von dem sich Bergman aber mit Nachdruck distanzierte.[55]

Filmografie[Bearbeiten]

Regie[Bearbeiten]

Wo nicht anders erwähnt, verfasste Bergman auch das Drehbuch. Von seinen TV-Produktionen sind nur diejenigen in Spielfilmlänge berücksichtigt.

Drehbuch (Auswahl)[Bearbeiten]

Literarische Werke[Bearbeiten]

  • Bilder. Stockholm 1990. Dt.: Bilder. Köln 1991.
  • Den goda viljan. Stockholm 1992. Dt.: Die besten Absichten. Köln 1993.
  • Söndagsbarn. Stockholm 1993. Dt.: Sonntagskinder. Köln 1996.
  • Enskilda samtal. Stockholm 1996. Dt.: Einzelgespräche. München 1996.
  • Laterna Magica. Mein Leben. Aus dem Schwedischen von Hans-Joachim Maass. Alexander Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89581-093-2.
  • Tre dagböcker. gemeinsam mit Ingrid Bergman und Maria von Rosen. Stockholm 2004. Dt.: Der weiße Schmerz. Drei Tagebücher. Hanser, München 2007, ISBN 978-3-446-20754-7.
  • Laterna Magica. Mein Leben. Aus dem Schwedischen von Hans-Joachim Maass. Erweiterte Neuausgabe mit Filmografie und Register, Alexander Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89581-247-7.
  • Ingmar Bergman. Essays, Daten, Dokumente. Mit einem Vorwort und fünf einleitenden Essays von Marion Löhndorf, Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86505-208-7.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ingmar Bergman ist mit insgesamt 58 Filmpreisen ausgezeichnet worden. Die wichtigsten dieser Ehrungen sind:

In der Kategorie Bester fremdsprachiger Film sind folgende Filme unter Bergmans Regie mit einem Oscar ausgezeichnet worden:

  • 1961: Die Jungfrauenquelle
  • 1962: Wie in einem Spiegel
  • 1984: Fanny und Alexander

Literatur[Bearbeiten]

Einführungen und Übersichten[Bearbeiten]

  • Thomas Koebner: [Artikel] Ingmar Bergmann. In: „Filmregisseure. Biographien, Werkebeschreibungen, Filmbiographien.“ (Hrsg.): Thomas Koebner. Mit 109 Abbildungen. Stuttgart: Reclam 2008 [3. aktualisierte und erweiterte 1. Auflage, 1999], S. 52f. ISBN 978-3-15-010662-4.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Lars Åhlander: Gaukler im Grenzland. Ingmar Bergman. Hrsg. vom Svenska Filminstitut Stockholm. Henschel, Berlin 1993.
  • Olivier Assayas und Stig Björkman: Gespräche mit Ingmar Bergman. Aus dem Franz. von Silvia Berutti-Ronelt, Alexander Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-89581-071-1.
  • Renate Bleibtreu (Hrsg.): Ingmar Bergman. Im Bleistift-Ton. Ein Werk-Porträt. Hamburg 2002.
  • Peter Cowie: Ingmar Bergman: A Critical Biography. Scribner, New York 1982.
  • Paul Duncan; Bengt Wanselius (Hrsg.): The Ingmar Bergman Archives. Taschen Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-8365-0834-6.[56]
  • Frank Gado: The Passion of Ingmar Bergman. Duke University Press, Durham 1986.
  • Marc Gervais: Ingmar Bergman. Magician and Prophet. McGill-Queen's University Press, Montreal etc. 1999.
  • Marianne Höök: Ingmar Bergman. Wahlström & Widstrand, Stockholm 1962.
  • Gabriele Jatho (Red.): Ingmar Bergman. Essays, Daten, Dokumente, hrsg. von der Deutschen Kinemathek. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86505-208-7.
  • Kristina Jaspers, Nils Warnecke, Rüdiger Zill (Hrsg.): Wahre Lügen. Bergman inszeniert Bergman. Bertz + Fischer, Berlin 2012, ISBN 3-86505-219-3.
  • Jesse Kalin: The Films of Ingmar Bergman. Cambridge University Press, Cambridge 2003.
  • Thomas Koebner: Ingmar Bergman. Eine Wanderung durch sein Werk. edition text+kritik, München 2009. (Film-Konzepte Sonderband 2009).
  • John Lahr: The Demon Lover. In: The New Yorker. 31. Mai 1999, S. 66-79.
  • Lloyd Michaels (Hrsg.): Ingmar Bergman's Persona. Cambridge University Press. Cambridge 2000, ISBN 0-521-65175-1.
  • Roger W. Oliver (Hrsg.): Ingmar Bergman. Der Film. Das Theater. Die Bücher. Schüren, Gremese 2001.
  • Brigitta Steene: Ingmar Bergman: A Guide to References and Resources. Boston 2001.
  • Mikael Timm: Lusten och dämonerna. Boken om Bergman. Norstedts, Stockholm 2008, ISBN 978-91-1-301529-3.
  • Egil Törnqvist: Between Stage and Screen: Ingmar Bergman Directs. Amsterdam 1995.
  • Egil Törnqvist: I Bergmans regi. Amsterdam Contributions to Scandinavian Studies, Volume 5, Scandinavisch Instituut. Universiteit van Amsterdam, Amsterdam 2008.
  • Nils Warnecke, Kristina Jaspers (Hrsg.): Ingmar Bergman. Von Lüge und Wahrheit. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86505-207-0.
  • Eckhard Weise: Ingmar Bergman. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 1997, ISBN 3-499-50366-2.
  • Vernon Young: Cinema Borealis: Ingmar Bergman and the Swedish Ethos. New York 1971.
  • Leif Zern: Se Bergman. Nordstedt, Stockholm 1993.
  • Hubner, Laura: The films of Ingmar Bergman : illusions of light and darkness. Palgrave Macmillan, Houndmills u.a. 2008, ISBN 978-0-230-00724-6.
  • Geoffrey Macnab: Ingmar Bergman : the life and films of the last great European director, London [u.a.] : I. B. Tauris, 2009, ISBN 978-1-84885-046-0.

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

  • Ingmar Bergman: The Magic Lantern. Großbritannien 1988, Regie: Michael Winterbottom, 60 Min.
  • Die Frauen in Ingmar Bergmans Leben. Deutschland 1992/93, Buch und Regie: Katja Raganelli, Kamera und Produktion: Konrad Wickler. Mit Bibi Andersson, Harriet Andersson, Eva Dahlbeck, Gunnel Lindblom, Ingrid Thulin, Liv Ullmann. Bayerischer Rundfunk, 60 Min.
  • Ingmar Bergman – über Leben und Arbeit, Schweden, Deutschland, Frankreich 1998, Regie: Jörn Donner, Kamera: Arne Carlsson. Produktion: Kaj Holuber für Top Story Filmproduction / Arte / STV Drama, 60 Min.
  • 3 x Ingmar Bergman (Bergman und das Kino; Bergman und das Theater; Bergman und Fårö), Schweden 2004, Buch und Regie: Marie Nyreröd, Kamera: Arne Carlsson, Schnitt: Kurt Bergmark, Musik: Franz Schubert, Robert Schumann und andere, Produktion: Marie Nyreröd für SVT Sveriges Television AB, Beta SP, 180 Min.

Weblinks[Bearbeiten]

Allgemein

 Commons: Ingmar Bergman – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Artikel

Nachrufe

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Produktionsnotizen zu Licht im Winter auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 6. September 2012.
  2. Stephen Holden: Sven Nykvist, 83, a Master of Light in Films, Dies, The New York Times vom 21. September 2006, abgerufen am 3. Dezember 2010.
  3. Stig Björkman, Torsten Manns, Jonas Sima: Bergman über Bergman, Fischer, Frankfurt 1987, ISBN 3-596-24478-1, S. 88–91.
  4. Artikel in Der Spiegel Nr. 44/1960 vom 26. Oktober 1960, S. 70–71.
  5. Gert H. Theunissen: Das Schweigen und sein Publikum, DuMont Schauberg, Köln 1964.
  6. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 19–23.
  7. Birgitta Steene: Ingmar Bergman: A Reference Guide, Amsterdam University Press 2005, ISBN 9053564063, S. 32.
  8. Jean Béranger: Interview mit Bergman in Cahiers du Cinéma 15, Nr. 88, Oktober 1958, abgerufen am 4. Juli 2012.
  9. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 23–25.
  10. „Bergmans erste Schritte als Regisseur. Inszenierungen im Kellerloch“, Süddeutsche Zeitung, 22. August 2007
  11. Till främmande hamn, Bergmans Regiedebüt im Mäster Olofsgården auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 11. September 2012.
  12. Biografie von Birger Malmsten auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 4. August 2012.
  13. Biografie von Erland Josephson auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 4. August 2012.
  14. Kaspers död, Bergmans Dramatikerdebüt, auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 11. September 2012.
  15. a b Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 27.
  16. Birgitta Steene: Ingmar Bergman: A Reference Guide, Amsterdam University Press 2005, ISBN 9053564063, S. 495–96.
  17. Bergmans 1941er Inszenierung der Gespenstersonate auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 4. August 2012.
  18. Anders Ek auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 8. September 2012.
  19. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 27–29 u. 48.
  20. Jerry Vermilye: Ingmar Bergman: His Life and Films, McFarland & Company, Jefferson (North Carolina) 2006, ISBN 978-0786429592, S. 52.
  21. a b Zitiert nach Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 32.
  22. Stig Björkman, Torsten Manns, Jonas Sima: Bergman über Bergman, Fischer, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-596-24478-1, S. 39, 44–46 u. 49.
  23. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 32, 57 u. 65.
  24. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 29.
  25. Birgitta Steene: Ingmar Bergman: A Reference Guide, Amsterdam University Press 2005, ISBN 9053564063, S. 528 ff.
  26. Stig Björkman, Torsten Manns, Jonas Sima: Bergman über Bergman, Fischer, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-596-24478-1, S. 61 u. S. 64–67.
  27. Torsten Jungstedt in Myggans nöjeslexikon: ett uppslagsverk om underhållning, Bra böcker 1989–1993.
  28. Peter Cowie, zitiert im Nachruf in der Washington Post vom 12. Juni 2011, abgerufen am 12. September 2012.
  29. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 87–90.
  30. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 82–85.
  31. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 105–107 u. S. 110.
  32. Birgitta Steene: Ingmar Bergman: A Reference Guide, Amsterdam University Press 2005, ISBN 9053564063, S. 462 ff.
  33. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 122–123.
  34. Biografie von Gunnel Lindblom auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 5. August 2012.
  35. Stig Björkman, Torsten Manns, Jonas Sima: Bergman über Bergman, Fischer, Frankfurt 1987, ISBN 3-596-24478-1, S. 136–141.
  36. Stig Björkman, Torsten Manns, Jonas Sima: Bergman über Bergman, Fischer, Frankfurt 1987, ISBN 3-596-24478-1, S. 165.
  37. a b Ingmar Bergman, Theologian?, Artikel von Richard A. Blake in America, The National Catholic Weekly vom 27. August 2007, abgerufen am 8. Juli 2012.
  38. Sven Nykvist auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 18. September 2012.
  39. Daniel Kothenschulte: Zum Tode von Sven Nykvist. Licht im Winter, Frankfurter Rundschau vom 22. September 2006.
  40. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 183 u. 207.
  41. Frank Gado: The Passion of Ingmar Bergman, Duke University Press 1986, ISBN 978-0822305866, S. 395 u. 397–98.
  42. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 229–236.
  43. Frank Gado: The Passion of Ingmar Bergman, Duke University Press 1986, ISBN 978-0822305866, S. 481.
  44. Lew Grade: Still Dancing: My Story, HarperCollins 1992, ISBN 978-0002177801, S. 264.
  45. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 253–254 u. 262–265.
  46. Am Abend der Gaukler in Die Zeit Nr. 38 vom 16. September 1983, abgerufen am 1. September 2012.
  47. Frank Gado: The Passion of Ingmar Bergman, Duke University Press 1986, ISBN 978-0822305866, S. 496.
  48. Birgitta Steene: Ingmar Bergman: A Reference Guide, Amsterdam University Press 2005, ISBN 9053564063, S. 745.
  49. Laut Dagens Nyheter, siehe: Sarabande auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 18. September 2012.
  50. knerger.de: Das Grab von Ingmar Bergman
  51. Beitrag auf der Webseite des Deutschlandradio Kultur, abgerufen am 25. Januar 2014
  52. „Berlinale-Retrospektive: Ingmar Bergman“, 8. Oktober 2010
  53. „Trauer um Ingmar Bergman weltweit“, dpa, 31. Juli 2007
  54. Besprechung von Georg Seeßlen („Platte des Monats“) in konkret (Zeitschrift) Nr. 3, 2010, S. 63.
  55. Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung vom 29. September 2006, abgerufen am 6. September 2012.
  56. Dazu die Besprechung von Andreas Kilb: Bildband über den schwedischen Regisseur. Die wunderbare Welt des Ingmar Bergman. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. November 2008.