Vier Brüder

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Filmdaten
Deutscher Titel Vier Brüder
Originaltitel Four Brothers
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie John Singleton
Drehbuch David Elliot,
Paul Lovett
Produktion Lorenzo di Bonaventura
Musik David Arnold
Kamera Peter Menzies Jr.
Schnitt Bruce Cannon
Billy Fox
Besetzung

Vier Brüder (Four Brothers) ist ein US-amerikanischer Actionfilm/Drama aus dem Jahr 2005. Der Film ist eine sehr freie Neuverfilmung des Westerns Die vier Söhne der Katie Elder von Henry Hathaway aus dem Jahr 1965.

Handlung[Bearbeiten]

Bei der Beerdigung ihrer scheinbar zufällig während eines Überfalls auf einen Lebensmittelladen ermordeten Adoptivmutter Evelyn treffen die vier Brüder Bobby, Angel, Jeremiah und Jack wieder zusammen. Sie stammten aus schwierigen Verhältnissen und Evelyn war ihre einzige Chance, aus dem Kinderheim zu kommen.

Der Film beginnt mit einer Vorstellung durch den Polizisten Green, der seinem Partner Fowler alle vier Brüder vorstellt. Auf der Beerdigungsfeier reden beide Polizisten auf die Brüder ein, dass die Aufklärung des Überfalls Sache der Polizei sei und die Brüder sich aus der Angelegenheit heraushalten sollten.

Trotz dieser Ankündigung beginnen, besonders angetrieben durch Bobby, alle vier damit, Nachforschungen anzustellen. Wobei sich schnell herausstellt, dass der Überfall nur eine Tarnung und die Ermordung ihrer Mutter geplant war. Eine sehr hohe Versicherungspolice sollte im Falle des Todes der Mutter an Jeremiah ausgezahlt werden. Angel findet heraus, dass Jeremiah eine Firma hatte, die pleite war. Die drei Brüder verdächtigen ihn, etwas mit dem Tod der Mutter zu tun zu haben, da er sich auch mit dem Gangster Victor Sweet eingelassen hat. Jeremiah erklärt ihnen aber wütend, dass beim Aufbau seiner Firma Victor Sweet mit einsteigen wollte; nachdem er dies aber ausgeschlossen hatte, wurden ihm alle benötigten Kredite verweigert. Bei einem Stadtverordneten erfahren Bobby und Jack dann, dass Sweet hinter der Verweigerung der Kredite steckt und ihre Mutter versucht hat, deshalb gegen ihn vorzugehen. Dazu war sie bei der Polizei und erstattete Anzeige gegen Victor Sweet bei Fowler. Gleichzeitig findet auch Green heraus, dass Evelyn mehr als eine Stunde mit Fowler geredet hat, was dieser bei den Ermittlungen jedoch nicht angegeben hatte.

Victor Sweet setzt bezahlte Auftragsmörder auf die vier Brüder an; bei einer Schießerei kommt Jack, der jüngste der vier Brüder, ums Leben. Green lässt das Ganze als einen „Fall von krasser Notwehr“ aussehen. Er und Bobby treffen sich, und Green versucht, Bobby in seiner Selbstjustiz aufzuhalten. Er erklärt, dass er erst einen korrupten Polizisten stoppen will und sich dann Sweet vornehmen möchte.

In einem Billiardclub des Gangsters Victor Sweet spricht Green seinen Kollegen Fowler auf das Treffen mit Evelyn Mercer an, der ihn jedoch über Inhalt und Umfang des Gesprächs belügt. Green erkennt die Korruptheit Fowlers und schlägt ihn daraufhin mit einem Queue nieder, doch bevor Green beim Verlassen des Clubs sein Auto erreicht, wird er von Fowler erschossen und Green stirbt.

Jeremiah macht nun den Vorschlag, Sweet das Geld aus der Lebensversicherung zu übergeben und dafür zu verlangen, dass die drei verbliebenen Brüder in Ruhe gelassen werden. Sweet geht darauf ein, alle drei sind sich aber im Klaren, dass sie ein Unterpfand brauchen. Angel überfällt unterdessenden korrupten Polizisten Fowler und setzt ihn fest. Angels Freundin läuft daraufhin zur Polizei und erklärt dort, dass ihr Freund einen Polizisten umbringen will, woraufhin diese in einem Großeinsatz Fowlers Haus umstellen.

Jeremiah wird von Sweets Untergebenen abgeholt und auf einen zugefrorenen See gefahren. Als Sweet sich freut, dass ihm so viel Geld geliefert wird und er nur den Boten zu entsorgen braucht, rebellieren plötzlich seine Leute gegen ihn. Jeremiah hatte ihnen das Geld zugestanden, wenn sie sich gegen ihren jähzornigen und totalitären Boss wenden. Bei einem Boxkampf zwischen Sweet und Bobby unterliegt Sweet, und sie werfen ihn danach in ein zuvor ausgesägtes Eisloch im zugefrorenen See.

Angel verwickelt unterdessen Fowler in ein Gespräch, in welchem dieser den Mord an seinem Kollegen Green zugibt. Angel gibt vor, dass er mit der örtlichen Polizei verkabelt sei und alle mithören könnten und unterstreicht dies mit einem versteckten Mikrofon. Fowler überwältigt daraufhin Angel und will sich mit ihm als Geisel an den irritierten Polizisten vorbeiarbeiten, die das Haus umstellt haben. Da er nicht auf deren Zurufe reagiert, die Geisel freizulassen, wird er erschossen. Alle drei Brüder befinden sich bald auf dem Polizeirevier und sollen dort durch Schläge zu einer Aussage gebracht werden. Die Polizei kann ihnen aber nichts nachweisen und muss sie daher laufen lassen.

Das Ende des Films ist zu sehen, wie Bobby, Angel und Jeremiah Mercer das Haus ihrer verstorbenen Adoptivmutter wieder renovieren. Bobby erscheint außerdem seine Adoptivmutter in einer Vision und fragt ihn, ob er diesmal länger bleiben werde.

Kritik[Bearbeiten]

„Ein Großstadt-Western mit vertraut anmutender Figurenkonstellation und guten Actionszenen, die an Filme der 1970er-Jahre erinnern. Die Regie treibt die Geschichte geradlinig voran.“

Lexikon des Internationalen Films

„Mit grimmigem Humor und Sinn für Atmosphäre inszenierte John Singleton ("Shaft - Noch Fragen?") das action- und spannungsgeladene Kriminalfilm-Remake des John-Wayne-Westernklassikers Die vier Söhne der Katie Elder.“

Peter Koberger: kino.de[1]

„„Vier Brüder“ wirkt wie ein waschechter 70er-Jahre-Gangsterfilm, der allerdings in der Gegenwart spielt, - und ist ganz nebenbei das erste Blaxploitation Movie mit einem weißen Helden. Das hat Charme, der von dem atmosphärischen Funk- und Soul-Soundtrack zusätzlich gefördert wird. John Singleton gelang ein diskutierbarer, hochspannender urbaner „Western“, der weniger auf Realismus - denn der hält sich sehr in Grenzen - als auf Atmosphäre und Stil baut.“

Carsten Baumgardt: Filmstarts.de[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Regisseur John Singleton gewann einen Image Award.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik auf kino.de
  2. Kritik auf Filmstarts.de