Villa Merkel

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Villa Merkel, Südfassade

Die Villa Merkel ist eine ehemalige Unternehmer-Villa, die seit 1973 oder 1974 als Galerie der Stadt Esslingen am Neckar genutzt wird.

Sie wurde 1872/73 von dem Stuttgarter Architekten Otto Tafel (1838–1914) für den Industriellen Oskar Merkel entworfen. Dem Geschmack der Gründerzeit entsprechend, wurde sie im Stil der Neorenaissance gestaltet. Der Eingang liegt auf der Nordseite und ist damit der Stadt bzw. der in unmittelbarer Nähe verlaufenden Bahntrasse zugewandt. Er besteht aus einem eingestellten Portikus. Die dem Park und dem Neckar zugewandte Südseite besitzt einen Standerker. Auf der Westseite besitzt die Villa einen zweigeschossigen sogenannten Wintergarten, der in seinem unteren Teil aus Kellergewölben besteht. Die Fenster des oberen Teils sind nicht verglast. Ebenfalls über zwei Geschosse erstreckt sich das mit einem Mosaikfußboden versehene Vestibül mit einer umlaufenden Galerie im ersten Stock. Es wird durch von oben einfallendes Tageslicht beleuchtet. Die Säulen dieser Galerie sind der ionischen und korinthischen Ordnung nachempfunden.

Bei Restaurierungsarbeiten wurde kürzlich entdeckt, dass es sich trotz der rückwärtsgewandten Architektur um eins der frühen Betonwohnhäuser Deutschlands handelt. Nicht nur die Bauzier, sondern das ganze Haus besteht aus Beton. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, die Deutsche Denkmalschutz-Stiftung förderte 2006 die Instandsetzung der Südfassade mit 50.000 Euro.

Im Park der Villa, der zwischen der Bahnlinie und dem Neckar in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Firmengebäudes liegt und plastische Werke sowie einen Bogen der alten Pliensaubrücke enthält, steht auch noch das alte Gärtnerhaus, das die Graphische Sammlung der Stadt Esslingen sowie Verwaltungsräumlichkeiten der Städtischen Galerien aufnehmen soll.

Neben der Villa Merkel nutzt die Stadt Esslingen auch das benachbarte Bahnwärterhaus für Wechselausstellungen.

Derzeit werden 15 Räume der Villa mit insgesamt etwa 500 m² für Ausstellungszwecke genutzt, während im Bahnwärterhaus nur vier Räume verwendet werden, um die Werke vorwiegend junger, unbekannter Künstler zu präsentieren, aber außerdem noch eine Wohnung für Stipendiaten zur Verfügung steht.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Julius Fekete: Die Villa Merkel in Esslingen. Ein Fabrikantenwohnhaus der Gründerzeit, in: Esslinger Studien 21, 1982, S. 119-138
  • Katharina Worst: Die Merkel-Villa von Esslingen. Stuttgart 2011

48.734179.31011Koordinaten: 48° 44′ 3″ N, 9° 18′ 36″ O