Vulkanpalme

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Vulkanpalme
Vulkanpalme (Brighamia insignis)

Vulkanpalme (Brighamia insignis)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Lobeliengewächse (Lobelioideae)
Gattung: Brighamia
Art: Vulkanpalme
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Brighamia
A.Gray
Wissenschaftlicher Name der Art
Brighamia insignis
A.Gray
Wuchsform
Blätter
Blüte
Brighamia insignis als Topfpflanze

Die Vulkanpalme (Brighamia insignis), auch Hawaiipalme, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Brighamia innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Sie ist endemisch auf einigen Inseln von Hawaii und gehört wildwachsend zu den vom Aussterben bedrohten Arten.

Namensgebung[Bearbeiten]

Wissenschaftlicher Name[Bearbeiten]

Die Gattung Brighamia erhielt ihren botanischen Namen zu Ehren des US-amerikanischen Botanikers William Tufts Brigham, einem Entdecker und Sammler von hawaiianischen Pflanzen.
Das, wie alle wissenschaftlichen Namen(sbestandteile) in der Biologie ebenfalls lateinische, Art-Epitheton insignis bedeutet ‚ausgezeichnet‘, ‚bemerkenswert‘, ‚kennzeichnend‘.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Den jeweils ersten Teil ihrer deutschen Trivialnamen, „Vulkan~“ bzw. „Hawaii~“, verdankt Brighamia insignis ihrem endemischen Vorkommen auf den hawaiianischen Inseln, bei denen es sich bekanntermaßen um Vulkaninseln handelt. Der zweite Wortteil „~palme“ stammt lediglich von ihrer Palmen sehr ähnlichen Morphologie bzw. Wuchsform, ist also insofern irreführend, als dass es sich bei Brighamia insignis nicht um eine Pflanze aus der Familie der Palmengewächse bzw. der Ordnung der Palmenartigen handelt (siehe Systematik).

Ihr Trivialname lautet im angelsächsischen SprachraumŌlulu“ oder „Alula“ (hawaiian.(!)); sie wird dort umgangssprachlich aber auch „cabbage on a stick“ (engl.; ‚Kohlkopf auf einem Stock‘) genannt, was sich (wie „~palme“ im Deutschen) ebenfalls vom äußeren Erscheinungsbild der Pflanze ableitet.

Als Zierpflanze trägt Brighamia insignis bisweilen auch den (englischsprachigen) Namen „Hawaiian Palm“, ohne jedoch dass dies im angelsächsischen Raum ein regulärer oder gebräuchlicher (Trivial-)Name für die Pflanze wäre.

Beschreibung[Bearbeiten]

Brighamia insignis ist eine laubwerfende, nur selten verzweigende Stammsukkulente. Der weichfleischige, Milchsaft enthaltende Stamm steht aufrecht und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 3 (bis 5) Metern. Seine Rinde ist glatt, anfangs grün, dann grau und von den Narben abgeworfener Blätter bedeckt. Während der Vegetationszeit sind die dünnen, nicht sukkulenten Laubblätter in einer Rosette am Scheitel des Stammes ausgebreitet. Sie sind verkehrt eiförmig, etwa 12 bis 30 cm lang, 6 bis 12 cm breit und hellgrün.

Die etwa 10 cm langen Blütenstände mit vier bis sieben Blüten erscheinen seitenständig aus den Blattachseln. Die Blüten öffnen sich nachts. Es sind fünf 1 bis 6 mm lange Kelchblätter vorhanden. Die fünf Kronblätter sind röhrig verwachsen, weist einen Durchmesser von 3 bis 4 mm auf und ist etwa 13 cm lang. Ihre ausgebreiteten Zipfel sind weiß bis gelb und etwa 1,8 bis 2,5 × 1 cm groß. Die zuerst reifenden, seitlich stehenden fünf Staubfäden sind zu einer Röhre verwachsen. Nach ihrem Welken reift der weibliche Teil der Blüte mit unterständigem, zweikammerigem Fruchtknoten. Die längliche, etwa 14 × 10 mm große, zehnrippige Kapselfrucht teilt sich bei Reife der Länge nach in vier Teile. Ihre zahlreichen, blassen Samen sind etwa 1 mm groß.

Ökologie[Bearbeiten]

In der Natur findet die Bestäubung durch Nachtfalter mit sehr langen, in die immerhin 13 cm tiefen Blüten reichenden Saugrüsseln statt. Da ein Bestäuber auf der Insel Molokai anscheinend fehlt und möglicherweise ausgestorben ist, ging die Anzahl von Pflanzen der dortigen Lokalform dramatisch zurück. Zur Rettung dieser Lokalform werden die Pflanzen nun von Hand bestäubt. Dabei wurde durch unsachliche und eher tendenziöse Berichterstattung der inzwischen weit verbreitete Eindruck erweckt, die komplette Art wäre durch den Ausfall eines Bestäubers vom Aussterben bedroht. Tatsächlich gilt die Art wegen ihrer natürlicherweise kleinen und verstreuten Populationen als gefährdet.

Verbreitung und Systematik[Bearbeiten]

Brighamia insignis wächst endemisch auf fünf Inseln Hawaiis. Sie bildet dort kleine Populationen auf Basaltklippen in Meeresnähe. Wegen der Bildung mehrerer lokaler Typen, die sich leicht in Blüten und Samen unterscheiden, wurden in der Vergangenheit mehrere Arten und Varietäten (wie z. B. Brighamia rockii H.St.John) beschrieben, die aber inzwischen alle als Synonyme gelten. Die Gattung Brighamia ist somit monotypisch.[1]

Kultivierung[Bearbeiten]

Außer in Sukkulenten-Gärtnereien wird Brighamia insignis manchmal auch im Pflanzenhandel angeboten. Es handelte sich hierbei früher fast ausschließlich um Importware, also nicht um in Mitteleuropa herangezogene Pflanzen, denn in Kultur stellen sie sich bald als schwierig heraus und wachsen bei umgekehrtem Rhythmus im Winter, während sie im Sommer eine Ruhezeit einhalten. Zudem sind sie anfällig für Fäulnis und viele Schädlinge. Die heutzutage in Gärtnereien angebotenen Exemplare stammen nicht mehr aus Wildbeständen, sondern werden durch Meristemkultur (in vitro) vermehrt, sowohl außerhalb wie innerhalb von Mitteleuropa (z. B. in den Niederlanden).

Nachweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. D. Rowley: Brighamia. In: Urs Eggli (Hrsg.): Illustrated Handbook of Succulent Plants: Dicotyledons, Springer Verlag, 2002, ISBN 3-540-41966-7. S. 62–63.

Literatur[Bearbeiten]

  • Asa Gray: Brighamia insignis, Proc. Am. Acad. 7:185, 1867
  • Gordon D. Rowley: Brighamia: Succulent endemics of Hawaii, Brit. Cact. Succ. J. 1(1): 9-11, 1983
  • Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulentenlexikon Band 2 Zweikeimblättrige Pflanzen (Dicotyledonen) ausgenommen Aizoaceae, Asclepiadaceae, Cactaceae und Crassulaceae. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2002. ISBN 3-8001-3915-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brighamia insignis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Brighamia insignis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.1. Eingestellt von: Bruegmann, M.M. & Caraway, V., 2003. Abgerufen am 11. September 2013