Molokaʻi

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Molokaʻi
Satellitenbild von Molokaʻi
Satellitenbild von Molokaʻi
Gewässer Pazifischer Ozean
Inselgruppe Hawaii
Geographische Lage 21° 8′ N, 157° 2′ W21.138888888889-157.033333333331512Koordinaten: 21° 8′ N, 157° 2′ W
Lage von Molokaʻi
Länge 60 km
Breite 16 km
Fläche 673,4 km²
Höchste Erhebung Mauna Kamakou
1512 m
Einwohner 7404 (2000)
11 Einw./km²
Hauptort Kaunakakai
Der Eingang zum Hālawa Valley
Der Eingang zum Hālawa Valley

Molokaʻi (deutsch meist Molokai), auch als The friendly island bezeichnet, ist eine der acht vulkanischen hawaiischen Hauptinseln. Es ist die einzige hawaiische Insel, die zu zwei Countys gehört, dem Maui County sowie dem kleinen Kalawao County.

Die Insel lebt vom Anbau von Wassermelonen und Saatgut. Die Landwirtschaft soll auch weiterhin die wirtschaftliche Basis bilden.

Auf Molokaʻi findet man die Geburtsstätte der Hulagöttin Laka, in jedem Jahr wird auf Molokaʻi am dritten Wochenende im Mai die Geburt des Hula gefeiert. Molokaʻi wird gerne die am meisten hawaiische Insel, vordem auch „vergessene Insel“ genannt, da sie dünn besiedelt, zum größten Teil unberührt und noch weitestgehend vom Massentourismus verschont geblieben ist. Die Bevölkerung versucht den Tourismus einzudämmen und auf die Westküste zu beschränken.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1795 unterwarf König Kamehameha I. sich die Insel in einer blutigen Schlacht. In späteren Jahren mussten die Inselbewohner in harter Fronarbeit für den König die Sandelholzwälder fällen und diese dann auf die Schiffe transportieren.

Im Jahre 1866 wurde die abgelegene Halbinsel Kalaupapa zur Quarantänestation für Leprakranke erklärt. Dieses vom Rest der Insel schwer erreichbare Gebiet bildete später das Kalawao County. Der belgische Missionar Pater Damian de Veuster kümmerte sich hingebungsvoll um die Ausgestoßenen, bis er 1889 selbst an Lepra starb. Der Missionar, der 2009 heiliggesprochen wurde, wird heute noch von den Einheimischen verehrt.

Auf der Insel starb auch der damals 52-jährige Polynesier Keanu an einer tödlichen Leprainfektion durch den deutsch-englischen Dermatologen Eduard Arning. Arning hatte Keanu am 28. September 1884 infiziert, um den Nachweis der Ansteckung, der ihm schon in Tierversuchen gelungen war, auch an gesunden Menschen zu erbringen.

Am 22. Mai 1889 besuchte der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson die Leprastation und berichtete darüber in einem Brief an seine Ehefrau.

Durch big grandma Kailiʻohe Kamaʻekua (1816–1931) von der Insel Molokaʻi wurden Beschreibungen aus dem Alltagsleben der alten Hawaiier gegeben.[1] Sie erhielt seinerzeit von der dortigen Prophetin Makaweliweli den Ehrennamen Kiha Wahine Lulu o na Moku („Gesegnete/Heilige Frau – Wächter der Inseln“).

Hafenanlagen und die Ruine einer Zuckerrohrfabrik zeugen von der jüngeren Geschichte.

Tourismus[Bearbeiten]

Eine vierstündige Führung durch die alte Leprakolonie zeigt das Leben und Wirken des bekannten Missionars Pater Damian de Veuster. An der Südküste ist das Meer, bedingt durch ein vorgelagertes Riff, sehr ruhig und seicht. An der Ostküste, entlang des Highway 450, findet man schöne Badebuchten, die auch zum Schnorcheln geeignet sind. Die schönsten Strände befinden sich im Westen Molokaʻis, unter anderem sind dies Kawakiu Beach und Papohaku Beach, allerdings sind hier der Wellengang und die Strömung sehr stark ausgeprägt. Der zwischen Molokaʻi und Oʻahu verlaufende „Molokaʻi Express“ gilt als eine der stärksten Meeresströmungen und ist bei Wassersportlern berüchtigt. In der Nähe von Maunaloa, im Westen der Insel, wird in einem Park, in dem afrikanische und fernöstliche Tierarten gezüchtet werden, eine Molokaʻi Ranch Wildlife Park Safari angeboten. Den Molokaʻi Forest Reserve kann man per Fuß oder Geländewagen erkunden und auf der Main Forest Road gelangt man schließlich auf den 1512 m hohen Mt. Kamakou und den 1000 m hohen Waikolu Lookout. Das Hālawa Valley erreicht man über den Highway 450. Ein kurzer Wanderweg führt durch das grüne Tal zu den 75 m hohen Moaula Falls.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Molokaʻi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pali Jae Lee, Koko Willis: Tales from the Night Rainbow; Honolulu, Hawaii; ISBN 0-9628030-0-6