Wäschetrockner

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Dieser Artikel erläutert das Elektrogerät. Siehe auch Wäscheleine, Wäscheständer und Wäschespinne.
Abluft-Wäschetrockner

Ein Wäschetrockner ist ein Haushaltsgerät, welches dazu benutzt wird, feuchte Textilien unter Zufuhr von warmer Luft maschinell in kurzer Zeit zu trocknen. Standardgeräte haben die Form und Größe eines Waschvollautomaten und werden häufig auch einfach Trockner genannt. Geräte, die die Funktionen Waschen und Trocknen in einem Gerät vereinen, heißen Waschtrockner.

Trommel-Wäschetrockner werden in der Schweiz nach dem englischen Ausdruck tumble dryer als Tumbler bezeichnet. In Hamburg wird auch der Begriff Tümmler[1] verwendet, die niederdeutsche Entsprechung des englischen „tumbler“.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste europäische Wäschetrockner wurde 1958 von Miele entwickelt. Bis heute haben sich nur das Design und die weiteren Funktionen verändert, das Grundprinzip ist jedoch unverändert geblieben. Bereits um 1800 wurde von M. Pochon aus Frankreich der erste handbetriebene Wäschetrockner erfunden. Der erste elektrische Wäschetrockner kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Markt. In den 1940er Jahren konstruierte der Industriedesigner Brooks Stevens den ersten Wäschetrockner mit einem Glasfenster.[2]

Trocknerarten[Bearbeiten]

Physik des Trocknens[Bearbeiten]

Um Wäsche zu trocknen, sollte das Wasser zunächst mechanisch entfernt werden. Eine Wäscheschleuder reduziert, je nach Umdrehungszahl und Trommelgröße, die Wassermenge auf 80% bis 50% Wasseranteil, bezogen auf das Trockengewicht der Wäsche. Höhere Trocknungsgrade sind auf diesem Weg schwer zu erreichen, da das Wasser kapillar an den Fasern gebunden ist.

Die anschließende Trocknung über Verdampfen des Wassers ist energieintensiv. Das Verdampfen von 1 kg Wasser mit einer Ausgangstemperatur von 25 °C erfordert 2600 kJ bzw. 0,73 kWh. Das Trocknen von 1 kg Wäsche mit einer Restfeuchte um 60 % erfordert ca. 0,5 kWh. Eine Wärmerückgewinnung aus dem Wasserdampf ist technisch aufwändig und spart kaum Energie.

Um 6 kg Wäsche eines Waschgangs zu trocknen, müssen ca. 3 kWh an Energie eingesetzt werden. Bei einem Energiepreis von 0,30 €/kWh kostet eine Trocknung von 6 kg Feuchtwäsche ca. 0,90 €.

Trommeltrockner[Bearbeiten]

Die zu trocknende Wäsche befindet sich in einer horizontal umlaufenden Trommel. Dadurch wird sie dauernd umgewälzt und eine große wirksame Oberfläche der Wäsche erzielt.

Erwärmte Luft strömt längs der Trommeldrehachse durch die feuchte Wäsche in Richtung Tür. Dabei ist die trockene, warme Luft in der Lage, die Feuchtigkeit der Wäsche bis zur Sättigungsgrenze aufzunehmen.

Nachdem die feuchte Luft ein Flusensieb passiert hat, wird sie – je nach Modell – durch Kondensation getrocknet oder ins Freie geblasen.

Im Gegensatz zu Waschmaschinen haben Trockner häufig kein durchsichtiges Fenster in der Fronttür. Es gibt aber auch Geräte mit durchsichtiger Ladeluke und sogar mit Innenbeleuchtung, damit die Wäsche beim Trocknen beobachtet werden kann.

Ablufttrockner[Bearbeiten]

Ein Ablufttrockner gibt die feuchte Luft z. B. über einen Abluftschlauch oder eine fest installierte Leitung ins Freie ab. Neben der Feuchtigkeit werden auch feine Flusen ausgetragen. Damit der Staudruck nicht unnötig erhöht wird, hat die Abluftleitung einen Durchmesser von 10 cm, die Leitungslänge ist üblicherweise geringer als 3 Meter. Damit Kondenswasser nicht in der Abluftleitung stehenbleibt, wird ein leichtes Gefälle von etwa 2° zum Austritt hin empfohlen. Wenn sich im Aufstellungsraum oder in angrenzenden Räumen Feuerstätten (Öfen, Heizkessel, Gasthermen) befinden, kann der geringe Unterdruck, den der Wäschetrockner im Raum erzeugt, dazu führen, dass die Feuerstätten nicht ziehen, also Vergiftungsgefahr durch Abgase besteht. Es muss dann (z. B. durch ein spaltweit geöffnetes Fenster) sichergestellt sein, dass Zuluft von außen nachströmen kann, so dass im Raum kein Unterdruck entsteht. Auch der Trockner funktioniert dann besser. Wenig bekannt ist, dass bereits ein geringer Unterdruck in Gebäuden das radioaktive Gas Radon aus dem Erdreich ansaugen kann, was zu einer erhöhten Strahlenbelastung führt.[3]

Kondensatorbox[Bearbeiten]

Um Ablufttrockner auch in geschlossenen Räumen betreiben zu können, werden verschiedene externe Kondensatorboxen angeboten. Diese werden an den Abluftschlauch angeschlossen und sollen die Luft abkühlen und das kondensierte Wasser auffangen. Effizient funktionieren kann dies jedoch nur mit einer Kühlung, wenn das Gerät nicht in einem kühlen Keller aufgestellt ist. Einige Modelle verwenden dafür Wasser oder Kühlakkus, die zuvor im Kühlschrank eingefroren werden müssen. Damit erübrigen sich Energiespar-Überlegungen, solche Boxen nur anzuschließen, um im Winter die Wärme der Abluft im Raum zu behalten.

Kondensationstrockner[Bearbeiten]

Bei Kondensationstrocknern befindet sich die Luft innerhalb des Trockners in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf. Die zunächst kühle Umwälzluft wird erwärmt, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit sinkt (warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte). Diese trocken-warme Luft wird durch die in einer Trommel umgewälzte, feuchte Wäsche geblasen und nimmt durch Verdunstung deren Feuchte auf. Der unter der Trommel angeordnete Kondensator (eigentlich: Wärmetauscher) hat die Aufgabe, die Feuchtigkeit aus der Maschinenumluft zu entfernen. Dazu wird die warm-feuchte Luft abgekühlt. Ein mit dem Trommelmotor gekoppeltes Gebläse fördert kühle Umgebungsluft quer und durch metallische Bleche räumlich getrennt durch den Kondensator.

Entnehmbarer Kondensator mit Flusen aus einem Kondensationstrockner. Kühle Außenluft strömt quer durch den Kondensator und kühlt durch über metallische Wärmeleitung die räumlich getrennt längs durchströmende, feuchtwarme Maschinenumluft

Dabei wird im Kondensator der temperaturabhängige Taupunkt unterschritten und die überschüssige Feuchtigkeit kondensiert als flüssiges Wasser aus, das sich zunächst in einer nachgeschalteten Wanne sammelt. Die abgekühlte Umwälzluft wird danach wieder angewärmt, der Kreislauf ist geschlossen. Die beim Durchströmen des Kondensators erwärmte Umgebungsluft wird in den Umgebungsraum abgeführt; sie kann wegen des geringeren Temperaturniveaus nicht zum Wiederaufheizen verwendet werden. Diese „luftgekühlten“ Trockner funktionieren umso besser, je kühler der Aufstellungsraum ist.

Das Kondenswasser wird über eine zyklisch arbeitende Pumpe in einem meist neben der Bedientafel angebrachten Behälter gepumpt, der regelmäßig zu entleeren ist. Wahlweise kann ein Kondensationstrockner auch über einen Schlauch mit einem vorhandenen Abwasseranschluss verbunden werden. Dazu ist üblicherweise an der Rückseite des Geräts eine trennbare Schlauchverbindung vorgesehen.

Im Kondensator lagern sich feine Flusen ab, die die Effizienz einschränken. Ferner benötigen solche Geräte etwas mehr Energie als Ablufttrockner (~10 %); anders als beim Ablufttrockner wird die Energie jedoch nicht ins Freie abgeleitet, sondern als Wärme an den Aufstellungsraum abgegeben. Dies ist bei Aufstellung in Wohnräumen im Winter ein Vorteil, da Heizenergie eingespart wird, im Sommer hingegen eher ein Nachteil.

Sie sind von einem Ausgang (Wanddurchlass o. ä.) für den Abluftschlauch unabhängig. In der Anschaffung sind sie teurer als ein Ablufttrockner.

Der gemessene Energiebedarf liegt beispielsweise bei einem Siemens S46.51 bestückt mit 6 T-Shirts und 4 Hosen, schranktrocken bei 2,4 kWh.

Marktreife konventionelle Geräte erreichen gegenwärtig nur die Energieeffizienzklasse B. Für Ablufttrockner und Kondensationstrockner gelten unterschiedlich strenge Bewertungskriterien; so kommt es vor, dass ein Kondensationstrockner der Energie-Effizienzklasse B für die gleiche Menge Wäsche mehr Strom benötigt als ein Ablufttrockner der Energie-Effizienzklasse C.

Trockner mit Wärmepumpe[Bearbeiten]

Es gibt Kondensationstrockner, die nach dem Prinzip der Wärmepumpe funktionieren. Ihr Marktanteil betrug im Jahr 2011 22 Prozent (2010: 14 Prozent).[4] Der heiße Teil der Wärmepumpe heizt die Zuluft auf, am kalten Teil kondensiert die Feuchtigkeit der Abluft. Diese Geräte verbrauchen deutlich weniger Energie. Verglichen mit konventionellen Geräten der Energie-Effizienzklasse B hat ein Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnologie mehr als 50 % Energieersparnis. Moderne Kondensationstrockner mit Wärmepumpe erreichen die Energieeffizienzklasse A, darunter sind besonders sparsame Modelle mit Herstellerangabe A-50 % (was einer erweiterten europäischen Norm von A++ entsprechen würde) oder sogar A-60 %.

In der Anschaffung sind sie meist noch etwas teurer, bezogen auf die Gesamtkosten (inklusive Strom) jedoch deutlich billiger. Die Stiftung Warentest errechnete in ihrem Test bei 10-jähriger Nutzung Gesamtkosten von gut 860 bis 1150 Euro, für herkömmliche Trockner dagegen rund 1030 bis 1430 Euro.[5]

Die Trocknungszeit ist in der Regel länger als bei den Geräten mit Heizstab, eine prall gefüllte Trommel ist oft erst nach mehr als zwei Stunden schrankfertig.[4]

Trockner mit Wärme aus der Hausheizung[Bearbeiten]

Hier werden Trockner durch Anschluss an die Heizleitung der Zentralheizung über einen Wärmetauscher mit der nötigen Warmluft versorgt. Bei der derzeitigen Nachrüstlösung handelt es sich um einen gekapselten Heizkörper bzw. Wärmetauscher, der über Wellrohre in den Luftweg des Trockners geschaltet wird. Statt der im Trockner eingebauten, elektrischen Heizung wird der Warmwasserdurchfluss der angeschlossenen Warmwasserheizung ein- und ausgeschaltet. Ob diese Bauart umweltfreundlicher oder energiesparender ist als die direkte elektrische Beheizung, hängt davon ab, wie umweltfreundlich und wirtschaftlich die angeschlossene Zentralheizung ist. Theoretisch sind Einsparungen von 2/3 gegenüber herkömmlicher Technik möglich. Ein Betrieb mit solar erzeugter Wärme ist ebenfalls möglich und reduziert die Betriebskosten weiter. Eine Markteinführung als integrierte Einheit war im Frühjahr 2009 geplant.

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Gasbeheizte Trockner[Bearbeiten]

In Europa verhältnismäßig selten sind Trockner, die mit Gas beheizt werden. Die Anschaffungspreise sind zumeist höher, die Energieeffizienz ist jedoch besser als bei Elektro-Geräten.[6] Ihre Anschaffung wird von Gasanbietern gelegentlich bezuschusst. In angloamerikanischen Staaten ist diese Ausführung gängiger.

Waschtrockner[Bearbeiten]

Waschtrockner Softtronic WT 2670 von Miele

Ein Waschtrockner ist die Kombination eines Kondensationstrockners mit einem Waschvollautomaten in einem Gerät.

Weil die Wäsche beim Trocknen mehr Raum in der Trommel benötigt als beim Waschen, kann meist nur eine halbe Waschladung getrocknet werden; man muss daher nach dem Waschgang einen Teil der Wäsche herausnehmen und gegebenenfalls später in einem zweiten Trockengang trocknen. Daher sind solche Geräte häufig nur in Ein- bis Zweipersonenhaushalten ausreichend; in größeren Haushalten blockiert jede Waschladung das Gerät so lange, dass das Wäscheaufkommen nicht bewältigt werden kann.

Es sind Geräte erhältlich, die eine Waschladung in einem Durchgang trocknen können. Oft funktioniert das aber nur bei geringen Füllmengen, was Strom- und Wasserverbrauch stark erhöht. Auch benötigen die Geräte prinzipbedingt sehr lange für einen Komplettdurchgang, typisch sind fünf bis sechs Stunden bei fünf kg Trockenwäsche. Jedoch ist das Gerät platzsparend, da anstelle von zwei Geräten lediglich eins benötigt wird.

Waschtrockner werden üblicherweise ohne Flusensieb gebaut und nutzen kaltes Frischwasser zur Kondensation der feuchtwarmen Umluft; sie verbrauchen daher auch zum Trocknen Wasser. Im Vergleich zu zwei Einzelgeräten entstehen daher höhere Betriebskosten. Seit 2010 gibt es allerdings Waschtrockner im Handel, die ohne den erhöhten Wasserverbrauch beim Trocknen auskommen, sondern wie Wärmepumpentrockner die Wäsche trocknen. Die Geräte ähneln vom Aufbau mehr der Waschmaschine und sind daher auch als Front- oder Toplader erhältlich.[7]

Bei Gerätedefekten fallen oft beide Funktionen gleichzeitig aus.

Trockenschrank[Bearbeiten]

Trockenschrank
Geöffneter Trockenschrank

Eine Alternative zum Trommeltrockner ist der Trockenschrank mit eingebautem Gebläse, der nach dem Ablufttrockner-Prinzip arbeitet. Hier wird die Wäsche in einer Kammer aufgehängt, in die kalte oder erwärmte Luft geblasen wird. Im Kaltluftbetrieb ist der Trockenschrank sehr sparsam, dagegen verbraucht der Warmluftbetrieb (mit Beheizung) deutlich mehr Strom als vergleichbare Trommeltrockner. Daneben gibt es auch Trockenschränke, die nach dem Kondenstrockner-Prinzip arbeiten.

Raumluft-Wäschetrockner[Bearbeiten]

Raumluft-Wäschetrockner

Mit dem Raumluft-Wäschetrockner wird vor allem in der Schweiz die Wäsche getrocknet. An die Wand montiert, bläst das Gerät einen trockenen Luftstrom in die an Leinen aufgehängte Wäsche. Das Trocknungsgerät arbeitet nach dem Prinzip der Wärmepumpe. Es saugt die feuchte Luft an, die darin enthaltene Feuchtigkeit kondensiert auf der kalten Oberfläche des Wärmetauschers. Die zum Betrieb nötige Energie wird genutzt, um die abgekühlte Luft wieder zu erwärmen. Das Kondensat wird gesammelt oder direkt in die Kanalisation abgeleitet. Der Raumluft-Wäschetrockner schaltet automatisch ab, sobald der Feuchtigkeitssensor signalisiert, dass der Feuchtigkeitsgehalt der Luft dem gewünschten Niveau entspricht. Da weder mechanische Kräfte, noch Hitze auf die Wäsche einwirken, können alle Textilien getrocknet werden. Auch Sportgeräte wie Hockey-Ausrüstungen oder Zelte lassen sich auf diese Weise trocknen. Ein positiver Nebeneffekt ist die gleichzeitige Entfeuchtung der Bausubstanz. Moderne Raumluft-Wäschetrockner verfügen darum über eine elektronische Steuerung. Diese lässt verschiedene Betriebsarten zu, um den Raumluft-Wäschetrockner (beispielsweise im Neubau) auch als Raumluft-Entfeuchter zu verwenden.

Da entgegen anderen Trocknungsmethoden die Wäsche nicht mit Wärme getrocknet wird, sind Raumluft-Wäschetrockner äußerst energieeffizient. Um die verschiedenen Anbieter vergleichen zu können, wurden eigene Testmethoden entwickelt. Der Verband für die Förderung der Raumluft-Wäschetrockner VRWT kennzeichnet im Auftrag des Bundesamtes für Energie in der Schweiz die energieeffizientesten Geräte mit dem Label „Qualidryer“.[8] Der Kauf eines Raumluft-Wäschetrockners wird in der Schweiz sogar von diversen Energielieferanten mit Direktvergütungen belohnt.[9]

Alternativen zum Wäschetrockner[Bearbeiten]

In Haushalten mit Garten oder Balkon ist oft eine Leinentrocknung im Freien (besonders bei wechselhaftem Wetter gegebenenfalls unter einem Vordach) möglich, wodurch Energie gespart werden kann. Schnell trocknet die Wäsche bei direkter Sonneneinstrahlung und/oder bei Wind. Die im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlen desinfizieren die Wäsche (wenn nach dem Waschen überhaupt noch Mikroorganismen auf der Wäsche sind) und bleichen sie (das ist bei weißer Wäsche erwünscht; bei farbiger Wäsche kann es unerwünscht sein). Leinentrocknung gilt als wäscheschonend im Vergleich zu Trommeltrocknern, da Teile von Fasern im Trockner „abbrechen“. Leinentrocknung in einem Dachspeicher/Dachboden nutzt die dort oft vorhandene relativ warme und trockene Luft. Eine weitere Möglichkeit ist die Leinentrocknung in einem besonderen Trockenraum (zum Beispiel ehemalige Waschküche) mit einem leistungsstarken elektrischen Gebläse, das die feuchte Luft ins Freie ableitet. Das Vorhandensein eines geeigneten Raumes vorausgesetzt, sind die Investitions- und Betriebskosten gering.

Jedoch ist die Leinentrocknung nicht immer möglich: Auf schlecht belüfteten Dachböden oder in ebensolchen Wäschekellern trocknet die Wäsche im Herbst und Winter oft erst nach mehreren Tagen oder gar Wochen; eventuell werden Räume und Mauerwerk durch die Feuchtigkeit geschädigt. Nicht sinnvoll ist auch das Wäscheaufhängen in beheizten Wohnräumen, wenn diese geringe Luftwechselraten aufweisen; die Feuchtigkeit muss dann durch vermehrtes, sehr ausgiebiges Lüften abgeführt werden, wodurch u. U. sogar mehr Heizungsenergie verloren geht, als ein elektrischer Trockner verbrauchen würde. Zwar bläst auch ein Ablufttrockner Raumluft und darin enthaltene Heizungsenergie ins Freie, falls er in einem geheiztem Raum aufgestellt ist; er durchfeuchtet aber immerhin den Aufstellungsraum nicht. Im Fall von ohnehin hohen Luftwechselraten kann das Wäscheaufhängen allerdings Energie sparen, da man sich eventuell einen Luftbefeuchter erspart. Im Zweifelsfall kann die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer überprüft werden.

Einige besonders dicht gewebte bzw. dicke Wäschestücke (z. B. extradicke Handtücher oder Duschvorleger) bekommt man im Freien nur bei besonders günstigen Bedingungen vollständig trocken.

Die nachweislich irrige Vorstellung, Häuser hätten atmende Wände, geht auf einen Messfehler im 19. Jahrhundert zurück. Feuchtigkeit kann nicht durch eine Außenwand ins Freie diffundieren. Allerdings können Fenster durchaus durchlässig für Luftfeuchtigkeit sein.

Haushaltspraxis und Bedienung[Bearbeiten]

Nicht alle Textilien vertragen die Trocknung im Trommeltrockner. Synthetik, Wolle und Seide können Schaden nehmen; pflanzliche Fasern können einlaufen. Insbesondere Wirkwaren (also vor allem Unterwäsche) neigen zum Einlaufen. Trommeltrockner bieten mindestens ein Normalprogramm und ein Schonprogramm (mit verminderter Temperatur), weiterhin mindestens eine Zeitsteuerung, heute meist auch eine Steuerung mit Feuchtigkeitssensor, die das Programm bei Erreichen des eingestellten Trocknungsgrad (z. B. mangelfeucht, bügelfeucht, schranktrocken, extratrocken) beendet. Bei Übertrocknen kann gerade Wirkwaren verstärkt einlaufen und die Wäsche neigt zum knittern.

In der älteren Literatur wird empfohlen, Unterwäsche, die maschinell getrocknet werden soll, eine Nummer größer als normal zu kaufen. Sicherer ist es jedoch, nur solche Wäsche zu kaufen, die ausdrücklich als trocknergeeignet deklariert (Pflegekennzeichnung) ist.

Im Flusensieb sammeln sich teils erhebliche Mengen an Fusseln, die auf Dauer die Effizienz des gerätes erheblich senken können. Das Flusensieb wird in der Regel von Hand geleert, Waschtrockner haben meist ein „Flusen-ausspülen“-Programm. Die Flusen entstehen allerdings nur zu 10 % durch das maschinelle Trocknen; die restlichen 90 % werden bereits durch das Tragen und das Waschen abgerieben.

Je gründlicher die Wäsche geschleudert wurde, desto schneller und energiesparender geht die anschließende Trocknung vonstatten. Zusätzliches Schleudern verbraucht deutlich weniger Energie, als denselben Trocknungsgrad im Trockner zu erzielen.

Wäsche aus dem Trockner ist auch ohne Weichspüler sehr weich und flauschig, bei manchen Textilien erübrigt sich sogar das Bügeln. Tierhalter schätzen gerade an Ablufttrocknern, dass Tierhaare recht gut entfernt werden.

Anders als Trommeltrockner eignen sich Raumluft-Wäschetrockner und Trockenschränke für alle Textilien, auch für solche, die eigentlich nicht maschinell getrocknet werden dürfen.

Trocknerbälle[Bearbeiten]

Im Handel werden Bälle mit Noppen angeboten, die paarweise der Wäsche beigefügt, den Trockenvorgang beschleunigen sollen. Nach Anbieterangaben lockern die mitlaufenden Bälle die Wäsche auf, sodass die Luft mehr Angriffsfläche habe. Zudem soll die Wäsche durch die Bälle noch weicher werden.

Stromverbrauch[Bearbeiten]

Der Gesamtstromverbrauch (Waschmaschine plus Wäschetrockner) kann durch die Wahl einer hohen Schleuderdrehzahl (z. B. 1400 Umdrehungen pro Minute) gesenkt werden. Die Schleuderwirkungsklasse von Waschmaschinen mit 1400/min. lautet nur 'B' (Restfeuchte 45 bis < 54 Prozent). Waschmaschinen mit 1600/min. haben nur etwas weniger Restfeuchte; diejenigen, die 45 % Restfeuchte unterschreiten haben Schleuderwirkungsklasse A. Eine höhere Drehzahl bewirkt vor allem mehr Knitter;[10] der Grenznutzen ist marginal.

Wäschetrockner sind für ihren oft hohen Stromverbrauch kritisiert worden, den viele Menschen durch herkömmliches Trocknen (siehe: Alternativen zum Wäschetrockner) vermeiden könnten.

Energielabels sind in der EU vorgeschrieben. Sie informieren über Stromverbrauch und Energieeffizienz und bewirken eine gewisse Markttransparenz. Bis zum 29. Mai 2013 gab es die Energieeffizienzklassen A bis G; seit diesem Datum gibt es ein neues EU-Energielabel, das zusätzliche Energieeffizienzklassen ausweist. Die beste Kategorie ist ab nun A+++, die niedrigste Energieeffizienzklasse entspricht der Klasse D. Ab November 2013 müssen alle Neugeräte im Handel mindestens die Anforderungen der Energieeffizienzklasse C erfüllen, ab November 2015 die der Energieeffizienzklasse B. Wäschetrockner der Klasse A+++ verbrauchen rund 70 Prozent weniger Strom als ein Gerät der Klasse B. Der höhere Kaufpreis für eine effizientere Geräteklasse rentiert sich nach einer gewissen Zahl von Betriebsstunden.[11][12]

2007 berechnete die Energie-Informationsagentur der US-Regierung, dass Wäschetrockner für sechs Prozent des Stromverbrauchs amerikanischer Privathaushalte verantwortlich sind.[13] In den USA sind Wäschetrockner verbreiteter als in Europa; in manchen Gegenden der USA gilt es als ein Zeichen von Armut oder Asozialität, Wäsche im Freien zu trocknen. In manchen Stadtvierteln oder Städten der USA war oder ist es sogar verboten.[13]

Ausstattungsquote[Bearbeiten]

Das Statistische Bundesamt weist für das Jahr 2009 eine Ausstattungsquote von 38,6 Prozent bei den privaten Haushalten in Deutschland aus. Am 1. Januar 2011 verfügten 39,7 Prozent der Haushalte über mindestens einen Wäschetrockner.[14] Im Jahr 2010 betrug der Umsatz mit Wäschetrocknern in Deutschland 495 Millionen Euro.[15]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Uetrecht: Elektro-Großgeräte erfolgreich selbst reparieren. So reparieren Sie Waschmaschinen, Wäschetrockner, Spülmaschinen, Elektroherde, Dunstabzugshauben, Kühlschränke, Mikrowellenherde. In: Do it yourself. Band 16. Franzis, Feldkirchen 1997, ISBN 3-7723-4082-2.
  • Günter E. Wegner: Elektrische Haushaltsgeräte: Technik und Service. 3., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Hüthig & Pflaum, München/ Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8101-0254-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wäschetrockner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Wäschetrockner – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SuperSlang.de, Abrufdatum 29. September 2013.
  2. Quelle: Entwicklung des ersten Wäschetrockner mit einem Glasfenster
  3. Bundesamt für Strahlenschutz [1] (PDF; 553 kB)
  4. a b Wäschetrockner-Test der Stiftung Warentest test 1/2012.
  5. www.test.de Trockner mit Wärmepumpe sind sparsamer und besser. In: Stiftung Warentest. Abgerufen am 7. Oktober 2013.
  6.  Dirk Asendorpf: Technik im Trend: Heiße Luft. In: Die ZEIT. Nr. 38, 10. September 2009, S. 40 (zeit.de).
  7. Weiterführende Informationen zu Vollwaschtrocknern
  8. www.vrwt.ch, Verband für die Förderung der Raumluft-Wäschetrockner.
  9. www.topten.ch, Förderprogramme der Energielierferanten
  10. Laut Test des 'Verein für Konsumenteninformation' veröffentlicht in 'KONSUMENT 1/2012' 30. Dezember 2011 reichen 1.400 Schleudertouren pro Minute.
  11. dena.de: Neues Energielabel für Wäschetrockner
  12. www.stromeffizienz.de: TopGeräte-Datenbank
  13. a b  Nikolaus Piper: Jetzt geht’s den Nachbarn an die Wäsche. In den USA ist ein grotesker Streit darüber entbrannt, ob man seine Kleider im Garten zum Trocknen aufhängen darf. In: Süddeutsche Zeitung. 1. Oktober 2007 (Online-Ausgabe; abgerufen 1. Oktober 2007, sueddeutsche.de).
  14. Statistisches Jahrbuch 2012, S. 174.
  15. Statistica.com: Haushaltsgeräte. Abgerufen am 9. Februar 2013.