Waldbahn Reichraming

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Die Waldbahn Reichraming diente der Erschließung der Wälder im Reichraminger Hintergebirge und hatte eine Spurweite von 760 mm.

Geschichte[Bearbeiten]

Forststraße und Radweg auf der ehemaligen Waldbahntrasse

In den Jahren 1910 bis 12 wurde ein Projekt zur Erschließung der Wälder im Reichraminger Hintergebirge mittels einer Waldbahn erstellt. Eine Borkenkäfer-Katastrophe machte die Aufarbeitung großer Schadholzmengen notwendig, sodass man 1918 bis 1922 den ersten Abschnitt der Waldbahn vom Bahnhof Reichraming über die Maieralm nach Brunnbach errichtete. 1947 bis 1951 wurde der zweite Abschnitt von der Maieralm bis Weißwasser erbaut und damit erschlossen. Diese neue Strecke führte dabei aufwendig trassiert durch die Schlucht des Reichramingbaches. Die Streckenlänge der Waldbahn betrug 29,3 km, die Strecke führte durch 19 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 1,9 km und über 41 Brücken. Zusammen mit den Seitenstrecken, Neben- und Ausweichgleisen ergab sich eine Gesamtstreckenlänge von 38,3 km.

Die im Jahr 1971 stillgelegte Waldbahn Reichraming war eine der größten und am längsten in Betrieb stehenden Waldbahnen in Österreichs. Nach deren Einstellung wurden auf den Bahntrassen Forststraßen angelegt, die heute zum Teil zu bestimmten Zeiten mit dem Fahrrad befahren werden dürfen.

Museales[Bearbeiten]

Im Ortszentrum von Reichraming wird eine originale und restaurierte Diesellokomotive der Waldbahn gezeigt und gelegentlich auf einem kurzen Gleisstück fahrend vorgeführt. In Brunnbach befindet sich eine Rekonstruktion eines kleinen Bahnhofes der Waldbahn neben einem Infogebäude des Nationalparkes. Die Rekonstruktion enthält Gleise, eine Weiche und als Fahrzeuge einen beladenen Holzzug mit einer Dampflokomotive. Bei der Lokomotive handelt es sich allerdings nicht um eine originale Waldbahnlok. Bei einem Tunnelportal wurden als Schaustück weiters einige Meter Gleis wieder aufgebaut.

Bei Museumsbahnen und Museen sind zudem noch einige Lokomotiven erhalten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Hohn, Waldbahnen in Österreich. Verlag Slezak 1989, ISBN 3-85416-148-4
  • Otto Harant, Wolfgang Heitzmann: Reichraminger Hintergebirge, Vergessene Bergheimat zwischen Ennstal und Sengsengebirge. Verlag Wilhelm Ennsthaler, ISBN 3-85068-171-8

Weblinks[Bearbeiten]