Walther von Goethe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Walther Wolfgang von Goethe)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Walther Wolfgang von Goethe, Lithographie von Josef Kriehuber, 1850
Walther von Goethe 1838

Walther Wolfgang von Goethe (* 9. April 1818 in Weimar; † 15. April 1885 in Leipzig) war ein deutscher Kammerherr und Komponist. Er war ein Enkel und der letzte lebende Nachfahre Johann Wolfgang von Goethes.

Leben[Bearbeiten]

Walther Wolfgang von Goethe als Kind 1824
Walther Wolfgang von Goethe
Goethes Enkel 1838 im Juno-Zimmer des Goethehauses in Weimar; Walther links am Streicher-Flügel sitzend, Wolfgang Maximilian stehend, Alma rechts im Hintergrund
Tafel am Grabe Walther von Goethes in Weimar

Goethe war das älteste Kind des August und der Ottilie von Goethe. Ihm zu Ehren dichtete sein Großvater am 9. April zu seiner Geburt das „Wiegenlied dem jungen Mineralogen“, dem sein späterer Lebensweg jedoch nicht gerecht wurde.[1] Immer schwächlich, wuchs er auf, ohne eine öffentliche Schule zu besuchen. Ersten Musikunterricht erhielt er erst mit fünfzehn Jahren beim Weimarer Kapellmeister Carl Eberwein, der auch Goethegedichte vertont hat.[1] Später unterrichtete Felix Mendelssohn Bartholdy ihn am Klavier, da er ein ausgesprochenes musikalisches Talent zeigte. Er errang später aber weder im Lied noch in der Oper Erfolge und trug schwer unter der Last seines Namens. 1825 erhielt er durch den Weimarer Stadtrat gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder Wolfgang Maximilian auf ewige Zeit das Bürgerrecht der Residenzstadt Weimar verliehen.[2]

Vor allem er war es, der sich dem Ansinnen des Deutschen Bundes widersetzte, 1842 das Weimarer Goethehaus und den Nachlass des Dichters für die Nation zu erwerben. Er wohnte meistens in der Mansarde des Goethehauses. 1859 wurde er zum Freiherrn ernannt.

Tod und Vermächtnis[Bearbeiten]

Goethe starb auf einer Reise in Leipzig. Das Erbe seines Großvaters – insbesondere Goethes Wohnhaus in Weimar, dessen Bibliothek und dessen umfangreiche Sammlungen – war durch sein Testament vom 24. September 1883 für den Fall seines Todes dem Staat Sachsen-Weimar-Eisenach zugewiesen worden, was die Entstehung des Goethe-Nationalmuseums ermöglichte.

Goethe war der letzte Nachkomme des Dichters und hatte wie sein Bruder Wolfgang Maximilian und seine Schwester Alma keine Nachkommen. Auf seinem Grab steht:

„Mit ihm erlosch Goethes Geschlecht, dessen Name alle Zeiten überdauert.“

Nachleben[Bearbeiten]

Sigrid Damm verarbeitete in dem 2007 erschienenen Roman Goethes letzte Reise eine Reise Johann Wolfgang von Goethes mit seinen Enkeln Walther und Wolfgang nach Ilmenau im Jahre 1831.

Heute lagern von und über Goethe in diversen Archiven einige Kompositionen und Handschriften. Die Walther von Goethe Foundation des Berliner Konzeptkünstlers Wolfgang Müller gibt die „Schriften der Walther von Goethe Foundation“ heraus.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Anselmo Lancia. Oper, in Stettin
  • Alessandro Stradella. Oper
  • Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Fortepiano op.14, Wien ca. 1842[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hartmut Schmidt, Irmgard Kräupl-Mohamed: Walther von Goethe zum 100. Todestag am 15.4.1985. Schrift Nr. 43, Goethe-Museum Düsseldorf 1985, DNB 21027512X.
  • Wolfgang Vulpius: Walther Wolfgang von Goethe und der Nachlass seines Großvaters. (Beiträge zur Deutschen Klassik, Band 14). Arion Verlag, Weimar 1962, DNB 455327386.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Warte. Supplement des Luxemburger Wort. 13. Januar 2011, S. 7–10.
  2. Karl Robert Mandelkow: Goethes Briefe. Hamburger Ausgabe in vier Bänden. Bd. 4: Briefe der Jahre 1821–1832. 2. Auflage. Christian Wegner Verlag, Hamburg 1976, S. 575.
  3. http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0009/bsb00091263/images

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walther Wolfgang von Goethe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien