Werner Rolfinck

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Bildnis Werner Rolfinck
Wohnhaus Rolfincks in Jena

Werner Rolfinck, auch Guernerus Rolfincius, Rolfink (* 15. November 1599 in Hamburg; † 6. Mai 1673 in Jena) war ein deutscher Arzt, Naturforscher und Botaniker.

Leben[Bearbeiten]

Werner Rolfinck war Sohn eines Gymnasialprofessors. Er studierte ab dem 6. Mai 1617 bis 1618 an der Universität Wittenberg Philosophie, anschließend Medizin in Leyden, Oxford, Paris und ab dem 26. September 1622 in Padua. Nachdem er unter anderem in Venedig medizinische Vorlesungen gehalten hatte, promovierte er 7. April 1625 in Padua zum Doktor der Medizin. 1628 kehrte er nach Wittenberg zurück und wurde Professor der Anatomie.

1629 erhielt er einen Ruf als Professor an der Universität Jena, wo er seit seiner Berufung am 4. Februar und seinem Dienstantritt am 13. Mai, die Fächer Chirurgie, Anatomie und Botanik vertrat. Daneben richtete er ein Chemielabor ein, in dem er die Studenten unterrichtete. 1638 übernahm er das „Exercitium Chymicum“, den chemischen Unterricht und wurde 1641 als Professor für Iatrochemie berufen.

Bei seinen experimentellen Forschungen untersuchte er vor allem chemische Reaktionen und iatrochemische Wirkungen von Metallen wie Eisen, Zink, Zinn, Blei, Quecksilber, Kupfer, Antimon, Silber und Gold. Unter anderem verwarf er die von Alchimisten vertretene Auffassung, dass man alle Metalle in Gold verwandeln könne. In seinem „theatrum anatomicum“ führte Rolfinck öffentliche Sektionen durch, vor allem an hingerichteten Verbrechern. Dies führte zum Rückgang der Kriminalität in Jena, weil man fürchtete, nach einem Verbrechen „gerolfinckt“ (seziert) zu werden.

Rolfinck verbreitete die von William Harvey 1616 aufgestellte Lehre des Blutkreislaufs und bestätigte erstmals bei einer Sektion den Sitz des grauen Stars in der Augenlinse. Große Verdienste erwarb sich Rolfinck um die Botanik. Am 11. Juli 1631 weihte er in Jena einen „hortus medicus“ (Botanischen Garten) ein, in dem er die Medizinstudenten in die Pflanzenkunde vor allem der Heilpflanzen einführte.

Aus seiner am 9. Februar 1642 geschlossenen Ehe mit Sophia Magarethe Platner gingen sieben Töchter hervor, von denen fünf im Kindesalter starben.

Werkauswahl[Bearbeiten]

  • 1645 – „Non Entia Chymica“ (Zusammenfassung seiner Iatrochemischen Erkenntnisse)
  • 1661 - „Chymia in Artis formam redacta“

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]