Wińsko

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Winzig ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Winzig (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wińsko
Wappen von Wińsko
Wińsko (Polen)
Wińsko
Wińsko
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Wołów
Geographische Lage: 51° 28′ N, 16° 38′ O51.46666666666716.633333333333Koordinaten: 51° 28′ 0″ N, 16° 38′ 0″ O
Einwohner: 1600
Postleitzahl: 56-160
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DWL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ScinawaRawicz
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Fläche: 249,54 km²
Einwohner: 8552
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0222022
Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindevorsteher: Ryszard Mirytiuk
Adresse: pl. Wolności 2
56-160 Wińsko
Webpräsenz: www.winsko.pl

Wińsko [ˈviɲskɔ] (deutsch Winzig) ist ein Dorf in Polen. Es liegt 15 km nördlich von Wołów (Wohlau) und gehört zum Powiat Wołowski in der Woiwodschaft Niederschlesien.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung eines slawischen Dorfes Vin stammt aus dem Jahre 1218. Herzog Primislaus/Primko I. von Sprottau und Steinau gründete daraus 1285 nach dem Steinauer Recht die Stadt Winzig, die mit regelmäßigen Straßenzügen um einen großen Ring angelegt wurde. Die hölzerne Kirche aus dem Jahre 1272 wurde 1354 durch einen festen Bau ersetzt. 1404 erhielt Winzig das Magdeburger Recht. Balthasar Gebhardt aus Winzig, ein Schüler Philipp Melanchthons, führte 1523 die Reformation in seiner Heimatstadt ein.

Der Stadtbrand von 1514 vernichtete den Ort fast vollständig. Der Neubau der Kirche erfolgte unmittelbar nach dem Brand, es entstand eine dreischiffige gotische Hallenkirche.

1675 gelangte Winzig als Teil des Fürstentums Wohlau an die Habsburger, die 1696 die Gegenreformation durchführten. Die Kirche in Winzig war eine der Kirchen, die gemäß der Altranstädter Konvention von 1707 an die evangelische Kirchgemeinde zurückgegeben worden sind. Die verbliebene kleine katholische Gemeinde errichtete später eine eigene Kirche.

Winzig blieb ein Ackerbürgerstädtchen, die Umgebung bot gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Seine Bedeutung als Umschlagplatz für den Getreidehandel mit Polen ging im Laufe des 18. Jahrhunderts verloren.

Bedeutsam waren auch die Winziger Viehmärkte, später siedelten sich in der Stadt und der Umgebung Verarbeitungsbetriebe für landwirtschaftliche Produkte an. In Kunern (Konary) nahm Franz Karl Achard 1802 seine erste Zuckerfabrik in Betrieb.

Verwaltungsmäßig war die Stadt dem Landkreis Wohlau zugeordnet. In den Kämpfen des Zweiten Weltkriegs wurde Winzig stark zerstört.

Nach 1945 verlor Wińsko das Stadtrecht und fiel in die Bedeutungslosigkeit. Bis 1967 erfolgte keinerlei Wiederaufbau in dem zerstörten Ort, so dass das Ortsbild heute große Freiflächen aufweist. Die gotische Kirche überstand den Krieg wie durch ein Wunder unversehrt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1787: 1.488 Einwohner
  • 1825: 1.710
  • 1905: 1.814
  • 1939: 2.078
  • 1961: 1.200

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Wińsko umfasst ein Gebiet von 249,54 km² mit 8684 Einwohnern (2005). Dazu gehören folgende Orte:

  • Baszyn (Beschine, 1937–1945: Hartfelde)
  • Białawy Małe (Klein Baulwie, 1937–1945: Röhrsborn)
  • Białawy Wielkie (Groß Baulwie, 1937–1945: Ulmenau)
  • Budków (Bautke, 1937–1945: Eichdamm)
  • Buszkowice (Hochbauschwitz)
  • Buszkowice Małe (Klein Bauschwitz)
  • Gryżyce (Krischütz)
  • Głębowice (Glumbowitz, 1937–1945: Alteichenau)
  • Iwno (Ibsdorf)
  • Konary (Kunern), Wirkungsstätte und Sterbeort von Franz Karl Achard
  • Kozowo (Kaschwen, 1937–1945: Brunnwiese)
  • Krzelów (Krehlau)
  • Łazy (Lahse)
  • Małowice (Kunzendorf)
  • Moczydlnica Klasztorna (Mönchmotschelnitz)
  • Morzyna (Mersine, 1937–1945: Maibach N.S.)
  • Piskorzyna (Piskorsine, 1937–1945: Kirchlinden)
  • Rudawa (Seifrodau)
  • Smogorzów Wielki (Groß Schmograu)
  • Węgrzce (Wangern)
  • Wińsko (Winzig)
  • Wyszęcice (Wischütz)

Partnerschaften[Bearbeiten]

Es besteht seit 2008 eine Partnerschaft zwischen Hollenstedt und Wińsko. Die Stadt Meschede in Deutschland hat am 10. Juni 1956 die Patenschaft für die Heimatvertriebenen der ehemaligen schlesischen Stadt Winzig übernommen.[2]:

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Internetseite der Stadt Meschede / Patenschaft Winzig