Wikipedia:Interessenkonflikt

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Bei der Mitarbeit in der Wikipedia kann es zu Interessenkonflikten kommen, wenn persönliche, berufliche oder andere Beweggründe für die Mitarbeit eine Rolle spielen, neben oder statt dem Wunsch, Wikipedia zu verbessern. Konkret geht es dabei um eigene Interessen, die Wikipedia-Grundprinzipien wie dem neutralen Standpunkt entgegenstehen.

Ein Interessenkonflikt tritt insbesondere in Fällen auf, in denen der Autor einen starken persönlichen (und oft emotionalen) Bezug zu dem Thema seiner enzyklopädischen Arbeit hat. Beispiele hierfür sind die Lieblingsband, der Lieblingsstar oder kontroverse Themen. Häufig treten Interessenkonflikte auch im Zusammenhang einer Darstellung der eigenen Person oder Firma auf.

Gerade im Fall von Interessenkonflikten ist es wichtig, auf die Neutralität in der Artikelarbeit zu achten. Da dies sehr schwierig ist, ist es meist die bessere Wahl, möglichen Konflikten von vornherein aus dem Weg zu gehen und auf Bearbeitungen solcher Artikel zu verzichten.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Haltung zum Artikelgegenstand

Wer bei Wikipedia anfängt, Artikel zu schreiben, wählt naheliegenderweise Themen aus, die ihn interessieren. Wenn das Interesse jedoch durch eine politische oder weltanschauliche Position oder emotionale Stellungnahme bedingt ist, läuft man Gefahr, Wikipedia unwissentlich zu schaden. Wer bei Wikipedia mitarbeiten möchte, sollte sich klar machen, dass eine Mitarbeit nur funktionieren kann, wenn man die eigenen Interessen nicht über die Grundprinzipien von Wikipedia stellt. Autoren, die diesen Hinweis ignorieren und ihren Interessenkonflikt nicht eindeutig zugunsten der Wikipedia entscheiden, müssen damit rechnen, dass sie auf Widerstand stoßen und ihre Beiträge entfernt werden.

Beispiele für Bearbeitungen, die rückgängig gemacht werden:

  • Ein Autor lehnt aus religiösen Gründen Abtreibungen ab und versucht durch Bearbeitungen am Artikel Abtreibung, die Leser von seiner Ansicht zu überzeugen.
  • Ein Autor versucht beispielsweise, seine Weltanschauung und Meinung zum Kommunismus in den entsprechenden Artikeln unterzubringen.
  • Ein Autor ist so überzeugt von seinem Lieblingssänger, dass er ihm unter Missachtung der Relevanzkriterien einen nicht neutralen Artikel widmet.
  • Ein Autor fügt unbelegte Behauptungen hinzu, die seiner persönlichen Überzeugung entsprechen („XY ist einer der besten Sänger der Welt“).
  • Ein Autor versetzt einen Artikel mit Werbung.

Eigendarstellung

Ein besonderer Fall des Interessenkonflikts ist die Eigendarstellung. Manchmal geraten Unternehmen, Künstler, Schriftsteller oder andere Personen, die aufgrund ihrer Berühmtheit die Kriterien für eine Aufnahme in diese Enzyklopädie durchaus erfüllen, in Versuchung, einen Artikel über sich selbst, ihr Unternehmen oder ihre Werke zu schreiben.

Unser Ratschlag: Tun Sie es nicht. Es ist sehr schwierig, die Bedeutung und enzyklopädische Relevanz der eigenen Person bzw. der eigenen Unternehmung objektiv einzuschätzen. Es ist besser zu warten, bis ein anderer den Artikel schreibt.

Warnung vor Enttäuschungen

Wer sich bei der Mitarbeit in der Wikipedia in einem Interessenkonflikt befindet, sich aber dennoch nicht von möglicherweise kontroversen Bearbeitungen abhalten lassen möchte, der sei auf Folgendes hingewiesen:

Alle Einträge in Wikipedia werden von den anderen Teilnehmern beobachtet und oft auch geändert. Der Eintrag wird von diesen einerseits gegen „Vandalismus“ geschützt, ist aber eben auch einer – manchmal alles andere als schmeichelhaften – internen Kritik ausgesetzt, die dann wiederum öffentlich in Suchmaschinen erscheint. Dies kann letztlich alles andere als werbewirksam sein.

Beiträge von Selbstdarstellern prüfen die Wikipedia-Teilnehmer erfahrungsgemäß besonders kritisch und mit viel Misstrauen; insbesondere befürchten Wikipedianer sehr schnell, dass ein Selbstdarsteller die gewonnene Popularität der Wikipedia für seinen persönlichen Vorteil ausnutzen will. Nach mehrfachen Änderungen durch andere Benutzer hat es schon mancher Autor bereut, den Artikel initiiert zu haben, und verärgert und frustriert selbst einen Löschantrag gestellt. Oft wird dieser dann übrigens abgelehnt.

Hinweise für die Unerschrockenen

Beim Schreiben sollte man insbesondere beachten:

  1. Lege deine Beziehung zum Artikelgegenstand offen und dokumentiere sie auf deiner Benutzerseite. Das ist keine Regel, aber deine Position wird eher darunter leiden, wenn du als „normaler Benutzer“ auftrittst, jedoch im Nachhinein herauskommt, dass du beispielsweise über deinen eigenen Arbeitgeber schreibst.
  2. Wikipedia-Artikel sollten stets durch zuverlässige Quellen belegt sein. Die eigene Homepage reicht in vielen Fällen nicht aus, es müssen dann externe Belege (z. B. in Fachzeitschriften) angegeben werden.
  3. Suche selbst aktiv nach einer relevanten Kritik und lasse sie in den Artikel einfließen. Nimm bei Themen, die dich selbst oder dein „Lieblingsthema“ betreffen, nicht nur einen neutralen, sondern einen kritischen Standpunkt ein.
  4. Frage andere nach Feedback, sowohl zu fertigen Artikeln als auch zu Entwürfen oder (Abschnitts-)Überarbeitungen von bestehenden Artikeln: Entwürfe kannst du auf den Diskussionsseiten oder in deinem Benutzernamensraum zur allgemeinen Einsicht anlegen. Anlaufstellen für Feedback sind dein Bekanntenkreis, die Mentoren oder unter Umständen auch der „Review“ und die „dritte Meinung“.
  5. Wikipedia sucht nach Einträgen von allgemeinem Interesse, wie sie auch in gedruckten Enzyklopädien oder Lexika nachzulesen sind. (Der erste Beitrag in einer Literaturzeitschrift und auch das erste eigene Buch im Selbstverlag sind meist nicht von allgemeinem Interesse …)
  6. Auch wenn ein bemerkenswertes Gesamtwerk existiert, so kann es hier dennoch nicht um die Bewerbung einzelner Projekte daraus gehen. Zulässig ist es dagegen, einen Schwerpunkt zu setzen bzw. ein Hauptwerk herauszuheben, das bereits bei einer breiteren Öffentlichkeit als bekannt vorausgesetzt werden kann (und ggf. in entsprechenden Medien gewürdigt wurde). Dieses kann auf moderate Art eingebracht werden. Hier gilt es also, einen möglichst nüchtern-sachlichen Ton zu finden.
  7. Als Vorlage für Artikel über Personen ist die Formatvorlage Biografie empfehlenswert.
  8. Unter „Weblinks“ kann man gern die Adresse der eigenen Homepage und auch fremde Websites mit Rezensionen der im Artikel erwähnten Werke eintragen. Mehr als eine eigene Homepage-Adresse einzubinden, sehen dagegen viele Teilnehmer als unlauteren Werbeversuch an. Weblinks zu Webseiten, auf denen vor allem Produkte oder Dienstleistungen verkauft werden (z. B. Internetshops) oder die in überdurchschnittlichem Maße Werbung enthalten, entsprechen nicht den Prinzipien und Regeln der Wikipedia. Gleiches gilt für Weblinks zu Internetseiten, deren (vollständige) Betrachtung eine Bezahlung erfordert. Siehe auch Richtlinien für externe Verlinkungen.
  9. Zu beachten ist ferner, dass es in Wikipedia kein „Recht am eigenen Artikel“ gibt und der Artikel von jedermann geändert werden kann. Am Ende soll der Artikel also keine Werbung, sondern eine (hoffentlich) objektive Sicht auf das Artikelthema darstellen, was vielleicht nicht das ist, was ursprünglich vom Selbstdarsteller beabsichtigt war. Ebenso gibt es kein Recht auf Löschung des Artikels, sofern er nicht (mehr) den Vorstellungen des Autors entspricht.
  10. Werden Inhalte verwendet, die bereits an anderer Stelle (z. B. der Firmen-Website) zu finden sind, könnte dies zu den Problemen führen, die unter Wikipedia:Urheberrechte beachten aufgelistet sind. Um diese zu vermeiden, sollte, sofern über die entsprechenden Rechte verfügt wird, eine Genehmigung an das Support-Team gesendet werden.

Kurz gesagt: Wir raten – oft auch im Interesse des Betroffenen – von Eigendarstellungen ab. Dagegen ist die Mitarbeit bei Artikeln aus dem entsprechenden Fachgebiet höchst willkommen. Ein weites Betätigungsfeld lässt sich auf Artikelwünsche und bei den verschiedenen Wikiprojekten finden.

Was tun im Falle einer Selbstdarstellung?

Bei offensichtlich fehlender Relevanz ist ein Löschantrag zu stellen.

Ansonsten ist zu überarbeiten. Selbstdarstellungen sind häufig sehr detailliert, der Artikeltext ist aber fast nie im Sinne vom neutralen Standpunkt verfasst und es fehlen meist Belege. Was nicht belegt, zweifelhaft oder nebensächlich ist, darf radikal gekürzt werden. Wenn am Ende ein gesicherter Kurzartikel übrigbleibt, ist das besser, als wenn Falschinformationen oder Werbung im Artikel stehenbleiben.

Der Baustein {{Neutralität}} kann eingefügt werden. Weiterhin steht für entsprechende Fälle der Baustein {{Belege fehlen}} zur Verfügung. Das primäre Problem bei Selbstdarstellungen ist aber meist die Neutralität und nicht fehlende Belege, deswegen ist meistens der erste Baustein vorzuziehen. Da sich diese Bausteine aber nicht von selbst abarbeiten, ist es besser, die Artikelqualität zu verbessern, selbst wenn das durch Kürzung geschieht.

Zusätzlich kann der Artikel in der Qualitätssicherung gelistet werden. Dann entscheidet, falls sich niemand des Themas annimmt, ein abarbeitender Mitarbeiter nach Zeitablauf der QS, was mit einem unbrauchbaren Text passiert.

Siehe auch

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