Wiktor Wassiljewitsch Tichonow

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Dieser Artikel behandelt den russischen Eishockeytrainer, für den gleichnamigen, 1988 geborenen Eishockeyspieler siehe Wiktor Wassiljewitsch Tichonow (Eishockeyspieler).
RusslandRussland Wiktor Tichonow Eishockeyspieler
Wiktor Tichonow
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 4. Juni 1930
Geburtsort Moskau, Russische SFSR
Spielerbezogene Informationen
Position Verteidiger
Spielerkarriere
1949–1953 WWS MWO Moskau
1953–1963 HK Dynamo Moskau

Wiktor Wassiljewitsch Tichonow (russisch Виктор Васильевич Тихонов; * 4. Juni 1930 in Moskau, Russische SFSR) ist ein russischer Eishockeytrainer und -spieler und galt als bester Trainer der Welt. Sein Sohn Wassili, der 2013 starb, war wie sein Vater ebenfalls Eishockeyspieler - und trainer, während dessen Sohn Wiktor professioneller Eishockeyspieler ist.

Karriere[Bearbeiten]

Seine Karriere begann als Eishockeyspieler bei ZSKA Moskau, doch mit 30 Jahren beendete er diese und wandte sich der Trainertätigkeit zu. Er begann in der Jugendmannschaft von Dynamo Moskau und nach acht Jahren übernahm er das Eishockeyteam von Daugava Riga als Cheftrainer. Mit ihnen gelang ihm der Aufstieg aus der dritten Liga in die Eliteliga der damaligen Sowjetunion.

1976 wechselte er zu ZSKA Moskau und gewann mit ihnen bis 1989 dreizehn Meistertitel in der sowjetischen Eishockeyliga und 13 Titel im Europapokal. Zeitgleich wurde er Trainer der Sowjetischen Nationalmannschaft (der sog. Sbornaja) und Oberst der Roten Armee. Aufgrund seiner gnadenlosen Trainingsmethoden und fast diktatorischen Härte konnte er mit diesem Team acht Weltmeistertitel, drei Olympische Goldmedaillen, zehn Europameisterschaftstitel und den Canada Cup 1981 gewinnen. Seine größte Niederlage war wohl das Spiel gegen die USA bei den Olympischen Winterspielen 1980, welches die sowjetische Nationalmannschaft mit 4:3 verlor. Dieses mitreißende Match ging als Miracle on Ice in die Eishockeygeschichte ein.

Mit seiner ersten Reihe, welche sowohl bei ZSKA Moskau als auch im Nationalteam zum Einsatz kam, hatte er den wohl besten europäischen Fünferblock, der jemals Eishockey spielte, geformt. Hinter der sogenannten KLM-Reihe, bestehend aus Sergei Makarow, Igor Larionow und Wladimir Krutow, standen die beiden Verteidiger Alexei Kassatonow und Wjatscheslaw Fetissow.

Anfang der 1990er Jahre veränderte sich die politische Situation in der ehemaligen Sowjetunion dramatisch. Den Spielern war es nun auch möglich, in der NHL zu spielen. Das Trainingssystem von Tichonow zerbrach, da die Spieler sich zur Wehr setzten.

Bei den Olympischen Spielen 1994 war Tichonow das letzte Mal Trainer der Sbornaja, da diese nur Vierter wurde und er daraufhin gehen musste. Auch bei ZSKA Moskau wurde er 1996 entlassen. Auch hatte er bei der Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren 2004 noch mal ein kurzes Comeback an der Bande der Russischen Eishockeynationalmannschaft. Aufgrund des schlechten Ergebnisses (10. Platz) wurde er jedoch wieder abgesetzt, auch bei ZSKA.

1998 wurde er mit der Aufnahme in die IIHF Hall of Fame geehrt.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten]

  • 1976-2004: Trainer bei ZSKA Moskau (Club der Roten Armee) 13 x Landesmeister (Sowjetische Liga), 13 x Europacup-Sieger
  • 1976-92: Trainer der sowjetischen Eishockeynationalmannschaft
    • Olympisches Gold: 1984, 1988, 1992
    • Olympisches Silber: 1980
    • Eishockey-Weltmeisterschaft Gold: 1978, 1979, 1981, 1982, 1983, 1986, 1989, 1990
    • Eishockey-Weltmeisterschaft Silber: 1987
    • Eishockey-Weltmeisterschaft Bronze: 1985, 1991
    • Eishockey-Europameisterschaft Meister: 1978, 1979, 1981, 1982, 1983, 1985, 1986, 1987, 1989, 1991
    • Canada Cup: 1976 (3. Platz), 1981 (Sieger), 1984 (3.Platz), 1987 (2.Platz), 1991 (5.Platz)

Zitate von Tichonow[Bearbeiten]

Von Tichonow stammt der legendäre Satz: „Ein Spieler, der nicht bereit ist, sich ständig zu verbessern und nicht jedes Spiel, sei es noch so unwichtig, gewinnen will, der wird nie ein Großer werden!“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Viktor Tikhonov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien