William Wordsworth

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Dieser Artikel behandelt den britischen Dichter William Wordsworth. Für den gleichnamigen Komponisten siehe William Wordsworth (Komponist).
William Wordsworth
William Wordsworth, Porträt von Benjamin Robert Haydon, 1842

William Wordsworth (* 7. April 1770 in Cockermouth, Großbritannien; † 23. April 1850 in Rydal Mount, Großbritannien) war ein britischer Dichter und führendes Mitglied der englischen Romantikbewegung, die er 1798 durch die zusammen mit Samuel Taylor Coleridge verfassten Lyrical Ballads (Lyrische Gedichte) initiierte. Als sein Meisterwerk gilt das frühe autobiografische Gedicht The Prelude (Präludium).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Er wurde als Sohn eines Rechtsanwalts geboren, besuchte die Hawkshead Grammar School und studierte anschließend von 1787 bis 1791 an der Universität Cambridge.

In seiner Studentenzeit begeisterte Wordsworth sich für die Französische Revolution und bereiste aus diesem Grund 1790 das revolutionäre Frankreich. Um seine Eindrücke zu vertiefen, unternahm er im folgenden Jahr eine weitere Reise durch Frankreich, die Alpen und Italien. Mit der Errichtung der Terrorherrschaft in Frankreich wuchs jedoch Wordsworths Enttäuschung, und er distanzierte sich zunehmend von den Zielen der Revolution. Seine Abkehr schlug 1798 in Gegnerschaft um, als französische Truppen die von Wordsworth geschätzte Schweiz eroberten – fortan bekannte Wordsworth sich zum Konservatismus.

1793 veröffentlichte Wordsworth mit den Sammlungen An Evening Walk und Descriptive Sketches seine ersten Gedichte. 1795 schloss er enge Freundschaft mit Samuel Taylor Coleridge; zwei Jahre später siedelte er sich in dessen Nachbarschaft an. Zusammen veröffentlichten sie 1798 die für die englische Romantik bedeutsamen Lyrical Ballads; sie enthielten einige der bekanntesten Werke der beiden Dichter, z.B. Wordsworths Tintern Abbey und Coleridges Ancient Mariner. Noch im selben Jahr unternahmen sie zusammen mit Wordsworths Schwester Dorothy eine Reise nach Deutschland. In Goslar begann Wordsworth die Arbeit an seinem autobiografischen Gedicht, das später unter dem Titel The Prelude bekannt wurde.

Zurück in England zog er mit seiner Schwester nach Grasmere im heimatlichen Lake District, weshalb er gemeinsam mit Robert Southey und Coleridge, der zeitweise im nahegelegenen Keswick (Cumbria) wohnte, zu den so genannten Lake Poets gezählt wird. In Grasmere heiratete Wordsworth auch im Jahre 1802 seine Jugendfreundin Mary Hutchinson.

Seit Jahren plante Wordsworth ein langes philosophisches Gedicht in drei Teilen zu schreiben, das er The Recluse (Der Einsiedler) nennen wollte. 1798/99 hatte er mit einem autobiografischen Gedicht begonnen, das er nie benannte, aber als Gedicht für Coleridge bezeichnete, und das einen Anhang zum Einsiedler bilden sollte. 1804 begann er es auszuweiten und eher einen Prolog als einen Anhang daraus zu machen. Um 1805 hatte er das Gedicht vollendet, aber er wollte ein so persönliches Gedicht nicht veröffentlichen, bevor der gesamte Einsiedler komplett war. Leonardo da Vinci hatte bereits vor ihm mit ähnlichen Worten die Kraft der Einsamkeit beschrieben.

1813 zog Wordsworth nach Rydal Mount, Ambleside, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Im folgenden Jahr veröffentlichte er The Excursion als zweiten Teil des dreiteiligen Einsiedlers. Er hatte jedoch den ersten und dritten Teil nicht vervollständigt, was ihm auch bis zu seinem Lebensende nicht gelingen sollte. Moderne Kritiker haben ab 1815 einen Niedergang in Wordsworths Kreativität festgestellt. Um 1820 stieg jedoch sein Ansehen, weil die zeitgenössische Kritik seine frühen Gedichte positiver bewertete.

1843 wurde Wordsworth mit dem Ehrentitel Poet Laureate ausgezeichnet. Am 23. April 1850 starb der Dichter in Rydal Mount und wurde an der St. Oswald-Kirche in Grasmere begraben. Einige Monate nach seinem Tod veröffentlichte Wordsworths Witwe Mary sein langes autobiografisches Gedicht für Coleridge als The Prelude (Präludium). Das Werk erregte seinerzeit nur geringes Interesse, wird inzwischen aber als Wordsworths Meisterwerk betrachtet.

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

  • Lyrische Balladen, mit einigen weiteren Gedichten (1798)
    • „Simon Lee“
    • „We Are Seven“
    • „Lines Written in Early Spring“
    • „Expostulation and Reply“
    • „The Tables Turned“
    • „The Thorn“
    • „Lines Composed A Few Miles above Tintern Abbey“
  • Lyrische Balladen, mit einigen weiteren Gedichten (1800)
    • Preface to the Lyrical Ballads
    • „Strange fits of passion have I known“
    • „She Dwelt among the Untrodden Ways“
    • „Three years she grew“
    • „A Slumber Did my Spirit Seal“
    • „I travelled among unknown men“
    • „Lucy Gray“
    • „The Two April Mornings“
    • „Nutting“
    • „The Ruined Cottage“
    • „Michael“
  • Gedichte in zwei Bänden (1807)
    • „Resolution and Independence“
    • „I wandered lonely as a cloud“
    • „My Heart Leaps Up“
    • „Ode: Intimations of Immortality“
    • „Ode to Duty“
    • „The Solitary Reaper“
    • „Elegiac Stanzas“
    • „Composed upon Westminster Bridge, September 3, 1802“
    • „London, 1802“
    • „The world is too much with us“
  • The Excursion (1814)
    • „Prospectus to The Recluse
  • Ecclesiastical Sketches (1822)
    • „Mutability“
  • The Prelude (1850, postum)
    • The Prelude; or, Growth of a Poet's Mind

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Bibliographien

  • N. S. Bauer, William Wordsworth. A Reference Guide to British Criticism, 1793-1899 (Boston, 1978).
  • D. H. Stam, Wordsworthian Criticism, 1964-1973. An Annotated Bibliography, Including Additions to Wordsworthian Criticism, 1945-1964 (New York, 1974).

[Bearbeiten] Werkausgaben

  • The Poetical Works Eds E. de Selincourt und H. Darbishire. 5 vols (Oxford University Press, 1940-1949).
  • The Prose Works of William Wordsworth Eds W. J. B. Owen und J. W. Smyser. 3 vols (Oxford University Press, 1974).

[Bearbeiten] Biographien

  • Stephen Gill (Hrsg.): The Cambridge companion to Wordsworth. Cambridge University Press 2003. ISBN 0-521-64116-0
  • Stephen Gill: William Wordsworth. A Life. Clarendon Press, Oxford 1989. ISBN 0-19-812828-2
  • John L. Mahoney: William Wordsworth, a poetic life. Fordham University Press, New York 1996. ISBN 0-8232-1715-9
  • John Williams: William Wordsworth, a literary life. Macmillan, Basingstoke 1996. ISBN 0-333-57418-4

[Bearbeiten] Weiterführende Literatur

  • J. F. Danby, The Simple Wordsworth. Studies in the Poems 1797-1807 (London, 1960; repr. 1968).
  • G. H. Hartmann, Wordsworth's Poetry 1787-1814 (Yale University Press, 1964; rev. 1971).
  • M. Jacobus, Tradition and Experiment in Wordsworth's Lyrical Ballads (1798) (Oxford University Press, 1976).
  • F. B. Pinion, A Wordsworth Chronology (1988).


[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: William Wordsworth – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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